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Bedingte Strafe für Sex mit 15-Jähriger

Bedingte Strafe für Sex mit 15-Jähriger

Weil er Sex mit einer 15-Jährigen hatte, wurde ein Oberländer zu einer bedingten Geldstrafe von über 19'000 Franken verurteilt. Da das Gericht einen zweiten Fall als nicht erwiesen einstufte, kam der Mann um eine Freiheitsstrafe herum.

Mittwoch, 20. Mai 2015, 17:49 Uhr

Der teilgeständige Beschuldigte aus dem Zürcher Oberland wurde am Mittwoch vom Bezirksgericht Meilen wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, Pornographie sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 255 Tagessätzen zu 75 Franken, also insgesamt 19'125 Franken, verurteilt. Diese Vorwürfe hatte der Mechaniker vor Gericht zugegeben. Demnach hatte der damals 30-Jährige ab Juni 2012 bis zum Frühjahr eine intime Beziehung zu einer 15-jährigen Schülerin aus dem Bezirk Meilen. Dabei kam es zwischen dem Erwachsenen und der minderjährigen Jugendlichen wiederholt zu einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Zudem stellte er seiner Partnerin mehrere Pornofilme zu. Der Mann gestand ausserdem, dass er ein verbotenes Klappmesser in Italien gekauft und danach in die Schweiz eingeführt hatte.

Noch eine Beziehung zu Teenagerin

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann noch einen zweiten Fall von sexuellen Handlungen mit Kindern angelastet. Demnach soll er sich bereits in den Jahren 2009 und 2010 auf eine Beziehung mit einer weiteren 15-Jährigen eingelassen haben. Was er allerdings in Abrede stellte. So sei es erst nach ihrem 16. Geburtstag zu Sex gekommen, erklärte er und liess seine Verteidigerin bei diesem Vorwurf denn auch auf einen vollen Freispruch plädieren.

Leichtes Verschulden

Mit Erfolg, wie das Bezirksgericht Meilen nun eröffnete, und den Antrag der Anklagebehörde auf eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten deshalb abwies. Es begründete den Teilfreispruch mit den unzuverlässigen Angaben der zweiten jungen Frau, die sich bei den zeitlichen Verknüpfungen in Widersprüche verwickelt habe, erklärte die Gerichtsvorsitzende. «Es war unmöglich herauszufinden, was nun stimmte und was nicht», sagte sie. Deshalb sei das Gericht in diesem Punkt nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» zu einem entlastenden Ergebnis gekommen.

Bei der Strafzumessung befand das Gericht, dass sich der grosse Altersunterschied beim zugegebenen Fall erschwerend ausgewirkt habe. Dennoch liege ein leichtes Verschulden vor. So habe die Freundin in die sexuellen Handlungen eingewilligt und sich mit ihrem Alter in einem Grenzbereich befunden. Von einer Bagatelle könne aber trotzdem nicht die Rede sein.

Das Gericht sah eine Bewährungsstrafe als ausreichend an. Die 13-tägige Untersuchungshaft habe den im Frühjahr 2014 festgenommenen Mann genügend beeindruckt, sagte die Präsidentin. Der Beschuldigte selber hatte sich vor den Schranken reumütig gezeigt und versprochen, dass er so etwas nie wieder tun werde. Er lebt heute mit einer Freundin von über 30 Jahren zusammen, mit der er eine gemeinsame Zukunft plane.

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