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Aromen für die ganze Welt

Aromen für die ganze Welt

Eine lange Tradition verbindet Givaudan mit Dübendorf. Der Bau des neuen Logistikzentrums beweist, dass der

Dienstag, 18. März 2008, 09:00 Uhr

Der Duft, der an manchen Tagen über Dübendorf liegt, ist eigenartig. Weder besonders hässlich, noch angenehm. Etwas erdig vielleicht. Einen Hauch von Himbeere? Es dufte wieder nach Givaudan, würden die Dübendorfer wohl nonchalant dazu sagen und damit ihr entspanntes Verhältnis zur grossen Fabrik am westlichen Rand der Stadt zum Ausdruck bringen.

Landreserve als Vorsoge

Die Geruchsemissionen der Givaudan gehören zu Dübendorf, wie der Lärm der Kampfjets lange Zeit zur Stadt gehört hatte. Seit mehr als 100 Jahren werden zwischen der Überlandstrasse und der Glatt Aromen produziert. Im Juli 1900 wurde die «Chemische Fabrik Flora AG» ins Handelsregister eingetragen. Der Chemiker Abraham Schwarz, ein Mitbegründer, besass das Patent auf der Herstellung des Riechstoffes Xylolmoschus. Die Synthese von Chlorophyll verschlang Unmengen an Brennesseln. Flora kaufte in der unmittelbaren Umgebung der Fabrik zwecks des Anbaus von Brennnesseln riesige Landparzellen - zum Teil zum Preis von 1.80 Franken pro Quadratmeter. Zwanzig Jahre nach ihrer Gründung verfügte die Flora über einen Landbesitz von 191 000 Quadratmeter. Die riesige Landreserve erlaubte der späteren Esrolko mittels Landverkäufen - zum Beispiel an die EMPA - Durststrecken zu überstehen und trug so wohl auch dazu bei, dass der Forschungs- und Produktionsstandort Dübendorf erhalten blieb.

Innovatives Brandschutzkonzept

Unlängst investierte Givaudan 30 Millionen Franken in ein neues Logistikzentrum in Dübendorf. Das Herzstück des grosszügig dimensionierten Gebäudes ist das vollautomatische Hochregallager, das über 6000 Palettenplätze verfügt und Ende des letzten Jahres in Betrieb genommen werden konnte. «Wir sind noch in der Start-Up-Phase. Die Arbeitsvorgänge werden laufend verbessert», sagt Naegeli. Mit dem fortschrittlichen Brandschutzkonzept betritt Givaudan neue Wege. Im ganzen Lager wird der Sauerstoffgehalt tief gehalten - vergleichbar mit der Luft auf rund 4000 Metern - um ein allfälliges Feuer gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein weiterer Vorteil der luftdichten Bauweise ist, dass keine Geruchsemissionen austreten können.

Givaudan bemühe sich die Einflüsse auf Mensch und Umwelt möglichst klein zu halten. Auf dem Dach der Produktionsanlage sind riesige biologische Luftfilter installiert. Die Abluft durchströmt eine biologische Masse, ähnlich der Walderde, und wird dabei von Mikroorganismen gereinigt. Zusätzlich baute die Givaudan vor drei Jahren in Dübendorf eine Abluftverbrennungsanlage, um auch mit den hartnäckigsten Substanzen fertig zu werden.

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