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38'000 Schweizer Mailkonten gehackt

Der deutsche Fall von Datenklau greift auch auf die Schweiz über: Rund 38'000 der betroffenen E-Mailadressen gehören Schweizern.

Dienstag, 08. April 2014, 13:21 Uhr

Der Diebstahl von Millionen E-Mail-Adressen inklusive Passwörtern in Deutschland betrifft auch die Schweiz: Rund 38'000 der betroffenen Mail-Adressen sind hierzulande registriert. Dies teilte die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) am Dienstag mit. Die unbekannten Täter hätten sich Zugang zu den Konten verschafft und diese für den Versand von Spam-Mails missbraucht. Durch dieses Vorgehen könnten die Absender die eigentliche Herkunft der Mails verschleiern, sagte Kobik-Chef Thomas Walther auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Betroffenen merkten in den meisten Fällen nicht, dass ihr Konto gehackt worden sei.

Die betroffenen Personen wurden am Dienstag von Kobik persönlich informiert. Man sei zudem an die Internet-Provider gelangt, sagte Walther.

An die Passwörter für E-Mail-Konten gelangen die Täter gemäss dem Kobik-Chef über «Phishing». Dabei nutzen die Kriminellen die Gutgläubigkeit ihrer Opfer aus: Sie fordern diese dazu auf, die Zugangsdaten für das Konto über einen angefügten Link zu ändern. Der Link führt dann allerdings nicht auf die Seite des Mail-Anbieters, sondern auf eine von den Tätern identisch aufgesetzte Webseite.

Eigenes Passwort für jeden Dienst

Vor wenigen Tagen gaben die deutschen Behörden bekannt, Unbekannte hätten 18 Millionen E-Mail-Adressen samt Passwörtern gestohlen. Sie hätten mit den Daten Zugang zu privaten E-Mails, könnten sich in Netzwerke einwählen und im Internet einkaufen, wenn die Betroffenen dort die gleiche Passwort-Kombination benutzten.

Thomas Walther empfiehlt Internetnutzern deshalb, sich für jeden Dienst ein anderes Passwort zuzulegen. Dieses sollte zudem möglichst kompliziert sein und neben Zahlen auch Buchstaben und Sonderzeichen enthalten.

Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität empfiehlt zudem, den Antivirenschutz immer auf dem aktuellsten Stand zu halten und regelmässig Sicherheitsupdates zu installieren. Sie verweist ausserdem auf einen Sicherheitstest, den ein deutsches Bundesamt anbietet.

Zur Täterschaft konnte Kobik-Chef Walther keine Angaben machen. Die Ermittlungen führten die deutschen Behörden.

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