Audi Q7 zweite Generation

Audis neuer LuQsuswagen Q7

Zehn Jahre liessen sich die Ingolstädter Zeit, ihr Luxus-SUV Q7 zu überarbeiten. Was sie jetzt in zweiter Generation auf den Markt gebracht haben, übertrifft alle Erwartungen: Luxus und Hightech kombiniert, wo man nur hinschaut.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Aus meiner Sicht ist es hohe Schule des Designs, eine neue Form zu entwickeln, ohne dass das Vertraute des Vorherigen verloren geht.
Genau das ist den Audi-Entwicklern gelungen. Die Form des neuen Q7 ist knackiger, eckiger, ohne jedoch das Q7-Typische des Vorgängermodells über Bord zu werfen. Aber ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich nur schwer diskutieren ...

Lenkbare Hinterachse

Auf jeden Fall: gross ist er geblieben mit gut fünf Metern Länge, zwei Metern Breite und einem Meter und fünfundsiebzig Zentimetern Höhe. Das merke ich beim ersten Versuch, den Q7 in eine Parklücke zu manövrieren – trotz piepsender Parksensoren und Kameraunterstützung brauche ich anfangs mehrere Anläufe.
Was beim Fahren auffällt, ist, wie leicht der Wagen zu lenken ist. Immerhin wiegt der neue Q7 rund zwei Tonnen, trotz der 325 Kilogramm weniger als sein Vorgänger. Auch auf schmalen Strassen lässt sich der Q7 sehr gut manövrieren, das zeigt sich in dem Moment, als ein Postauto entgegenkommt. Zur guten Manövrierbarkeit trägt die lenkbare Hinterachse bei, die als Sonderausstattung erhältlich ist (1500 Franken). Diese lenkbare Hinterachse, zusammen mit dem quattro-Allradantrieb macht den Q7 – auch dank tieferem Schwerpunkt als sein Vorgänger – zu einem erstaunlich agilen und spurtreuen Fahrzeug. Es ist eine wahre Freude, wenn der 272 PS starke V6 Diesel im Fahrmodus dynamic den Wagen vorwärts pfeilt. Nie hatte man das Gefühl, einen Zweitönner zu fahren. Das Achtgang-Tiptronic-Getriebe schafft die Übergänge harmonisch und ist gut auf den Motor abgestimmt.
Besonders erwähnenswert ist der intelligente Freilauf. Geht man vom Gas, koppelt das Getriebe den Motor ab und der Q7 rollt und spart Treibstoff.
Die Schalldämmung im Innenraum ist hervorragend. Fahr- und Motorengeräusche bleiben aussen vor; im gefahrenen Wagen ist Dämm- und Akustikglas eingebaut (Mehrausstattung für 1550 Franken).

Traumhafte Luftfederung

Das Fahrwerk ist durch und durch ein Traum. Die Luftfederung erinnert mich an einen Elefantenritt als Kind im Zoo. Da spürt man nichts vom Untergrund, weil der Dickhäuter alles sanft abfedert. So steckt die Luftfederung grössere Unebenheiten einfach weg, ohne dass es einem in den Rücken schlägt. Zum Beispiel waren da Berliner Kissen auf der Fahrbahn. Kein Grund für den Q7, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Mit Tempo 50 genommen, hebt er sanft an und senkt sich danach ebenso sanft – wie beim Ritt auf einem Elefanten.
Geht es dann auch mal ins Gelände, ist der Q7 nach Angaben des Herstellers bestens gerüstet. So kann er bis zu 50 Zentimeter tiefes Wasser durchfahren und hat eine Steigfähigkeit von 60 Prozent.

Sound aus 23 Lautsprechern

Was ich sonst eher selten mache während einer Testfahrt, habe ich mit dem Q7 voll ausgelebt: die Soundanlage getestet. Anlass dazu gaben die beiden linsenförmigen Lautsprecher auf dem Armaturenbrett, die, sobald die Zündung eingeschaltet ist, ausfahren. Insgesamt 23 (!) Lautsprecher mit Subwoofer von Bang & Olufsen verhelfen den Insassen zu einem einzigartigen Stereo- und 3-D-Surround-Erlebnis. Voll aufgedreht, beginnt der Innenraum, und ich damit, zu vibrieren. Das muss man erlebt haben. Gratis ist diese Ausrüstung allerdings nicht, sie schlägt als Sonderausstattung mit 8000 Franken zu Buche ...

LuQsus und Hightech

Für das Interieur mit der Sonderausstattung Volllederpaket (8200 Franken) gibt es wirklich nur ein Wort: Luxus, oder eben: LuQsus pur.
Im gefahrenen Q7 ist eine dritte Sitzreihe vorhanden. Die beiden Sitze sind im Laderaumboden integriert und lassen sich elektrisch ein- und ausfahren. Der Einstieg in diese dritte Sitzreihe ist bequem, da sich die Einzelsitze links und rechts in der zweiten Reihe zusammenfalten lassen und so reichlich Platz zum Einsteigen ist.
Weiter brilliert der neue Q7 mit einer Vielzahl an technischen Highlights. Da ist beispielsweise das Audi virtual Cockpit, mit voll digitalisierten Instrumenten, oder eine integrierte Wärmebildkamera, die nachts schwer Sichtbares sichtbar macht sowie ein aktiver Spurhalteassistent, der das Steuer übernimmt, sollte man sich aus der Spur bewegen.

Fazit: Äusserlich kommt der Q7 in zweiter Generation in vertrauter Form daher. Aufgerüstet hat Audi bei der Qualität der Ausführung, bei den Möglichkeiten, das Fahrzeug zu individualisieren, und natürlich – seinem Motto gemäss – bei der Technik. Der Q7, so der Eindruck, lässt sich von der Qualität kaum noch toppen. Dass dies nicht zu einem Schnäppchenpreis zu haben ist, sollte klar sein. Dennoch bewerten wir das Preis-Leistungs-Verhältnis als fair. Den gefahrenen Q7 gibt es ab 77 850 Franken, mit allen Sonderausstattungen für 136 200 Franken.

Technische Daten

Audi Q7 3.0 TDI quattro mit Mehrausstattung

Motor/Getriebe
3-Liter-V6-Dieselmotor mit Turbolader
Leistung 272 PS/200 kW
Drehmoment max. 600 Nm
8-Gang-Automatikgetriebe mit Tiptronic

Normverbrauch/Emissionen
Innerorts 6,4 l/100 km
Ausserorts 5,6 l/100 km
Kombiniert 5,9 l/100 km
CO2-Emissionen 163 g/km
Abgasnorm EU6

Basispreis Fr. 77 850.–
Gefahrenes Modell Fr. 136 200.–

 

Autor: Gerold
Schmid

Verlags- und Autojournalist

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