«Steasy»

Winterthurer Studenten erfinden selbsterwärmende Lunchbox

Drei Studierende konstruierten für ihre Bachelorarbeit einen Behälter, der Essen von selbst aufwärmt. Nun sind sie in den USA dafür mit einem Preis geehrt worden.

von
Fabrice
Dubler
Uhr

«Steasy» nennen sie die Box, die sie für ihr Bachelorprojekt kreierten. Claudio Ruiz und Reto Muhl, beide schlossen gerade ihr Studium als systemtechnische Ingenieure an der ZHAW Winterthur ab, wollen damit den Küchengeräte-Markt revolutionieren.

Warmes Essen in einer Viertelstunde

Der Name ist aus den beiden Wörtern Easy und Steamen abgeleitet und bedeutet so viel wie einfaches Erhitzen durch Dampf. Genau das soll das Produkt nämlich können. «In der Box ist ein innovatives Heizsystem integriert, welches Wasserdampf erzeugt und eine Mahlzeit so auf die gewünschte Temperatur erwärmt», erklärt Claudio Ruiz. Das ausgeklügelte Behältnis soll mit Strom und wiederaufladbarer Batterie funktionieren und sogar über eine App auf dem Handy bedienbar sein.

«Wenn man möchte, kann man auf dieser einstellen, wann man essen möchte. Sie wärmt das Essen dann genau auf diesen Zeitpunkt auf», so Ruiz. 15 Minuten soll das Prozedere dauern, etwa 50 Franken exklusive Batterien und Zubehör kosten.

Von der Bachelorarbeit zum Startup

Doch wie kommt man auf diese ausgefallene Idee? «Im zweitletzten Semester war unsere Mittagspause relativ kurz und die Schlangen vor den Mikrowellen in der Mensa jeweils ziemlich lang», erinnert sich Ruiz. So fragten sich die beiden Studenten, ob es nicht auch möglich wäre, ein Tupperware ohne Mikrowelle zu erhitzen. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit setzten sie dann ihre Idee in die Tat um.

Als Ergänzung kam Astrid Besmer, die an der Universität Zürich Finance & Business Administration studiert, dazu. So war nicht nur der technische, sondern auch der wirtschaftliche und finanzielle Aspekt der immer weiter voranschreitenden Geschäftsidee beleuchtet.

«Weil wir verhindern wollten, dass unsere Bachelorarbeit in der Schublade landet, beschlossen wir, an der ZHAW Startup Challenge teilzunehmen», sagt der 25-Jährige. An diesem Wettbewerb wird die beste Idee für Neuinnovationen Studierender gekürt. Aus 24 Teams überzeugte die Idee von Nexenic, wie sich das Startup selbst nennt, am meisten.

Vorstellung in Amerika

Der Sieg bescherte dem Team die Teilnahme an der Virginia Tech Global Student Entrepreneurship Challenge am 26. August in den USA. Eine Fachjury wählt an diesem Event jeweils die beste Geschäftsidee von Startups aus 14 Ländern aus. Nach etlichen Strassen- und Online-Befragungen, Martkanalysen und der Erstellung eines Business-Plans reisten die drei innovativen Studierenden also voller Hoffnung nach Virginia.

«Über einen Live-Stream wurde der Anlass weltweit übertragen, über 100 Zuschauer waren zudem vor Ort und stellten nach unserer Präsentation Fragen über das Produkt», sagt Ruiz. Offenbar überzeugten sie das Publikum: Denn die drei Studierenden gewannen den People’s Choice Award, der mit 5‘000 Dollar dotiert wurde.

Nexenic soll noch wachsen

Zurück in der Schweiz ziehen die drei Absolventen nun bald in den ZHAW Runway Incubator im Technopark Winterthur ein. In dieser Startup-Landschaft werden sie während eines halben Jahres gecoacht, um das Produkt bis zur Marktreife weiterzuentwickeln. «Erst müssen wir das Patent vervollständigen, unsere Unternehmensstrategie erweitern und einen Prototypen der Lunchbox erstellen», sagt Claudio Ruiz.

Dann gehe es ans Investoren suchen und die Gewinnung weiterer Mitarbeitenden, um mehr Ressourcen aufzubringen. Schliesslich möchte Nexenic sein Sortiment schon bald erweitern: «Steasy ist erst der Anfang. Wir haben noch viele weitere innovative Ideen, um das Leben für jeden einfacher und gesünder zu gestalten.»   

Autor: Fabrice
Dubler

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