Wahlauftakt des bürgerlichen Stadtratquartetts

Winterthur auf dem Sprung zur Smart City

​​​​​​​Die bürgerlichen Stadträte haben am Donnerstag zum ersten Polit-Apéro der Allianz starkes Winterthur geladen. Sie haben aufgezeigt, dass sie bereits einen ganzen Strauss an Massnahmen umgesetzt haben, damit Winterthur eine noch smartere Stadt wird. Der Entwicklungsprozess zur digitalisierten Verwaltung sei auf gutem Weg – dabei dürften aber die persönlichen Kontakte nicht vergessen werden.

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Stadtpräsident Michael Künzle, Stadträtin Barbara Günthard-Maier sowie die Stadträte Stefan Fritschi und Josef Lisibach wollen die Aufbruchstimmung nutzen und weitere Projekte realisieren, die den Alltag vereinfachen, Ressourcen schonen und die Vernetzung unter den Menschen fördern. Bereits realisiert wurde beispielsweise die erste Plattform der Schweiz für elektronische Baugesuche. «Einige Architekten waren erstaunt, wie rasch ihr Baugesuch jetzt bearbeitet wird», sagte Josef Lisibach, Vorsteher Departement Bau.

Stefan Fritschi erwähnte die Bildschirme, die soeben am Busbahnhof installiert worden seien, oder die Stadtmelder-App, um Mängel an der städtischen Infrastruktur zu melden. Barbara Günthard-Maier verwies auf die Kommunikation der Polizei via Social Media und die zahlreichen Unternehmen in der Stadt, die eine Vorreiterrolle spielten und mit welchen die Stadt zusammenarbeite. Stadtpräsident Michael Künzle nannte seine Aktivitäten im Bereich E-Government oder Berufsbildung, die mit der Entwicklung Schritt halten müsse.

Die ZHAW begleitet die Stadt wissenschaftlich

Vicente Carabias-Hütter von der ZHAW erklärte in seinem Eingangsreferat, was eine Smart City ist, nämlich eine fortschrittliche, vernetzte Stadt, die sich durch eine hohe Lebensqualität und einen effizienten Ressourceneinsatz auszeichnet. Er zeigte ein Bild einer Stadt mit begrünten Dächern und Fassaden, die mit Solarzellen verkleidet sind. Eine Smart City sei eben nicht nur eine digitale Stadt, sondern habe ganz viele Qualitäten. Die Stadt habe eine Vorbildrolle, müsse bürokratische Hindernisse abbauen, Projekte anstossen und die Bevölkerung aktiv einbeziehen.

Die Bevölkerung sieht Chancen und Gefahren

Das Publikum richtete im Anschluss an die Podiumsdiskussion zahlreiche Fragen an die vier Stadträte. Befürchtet wird beispielsweise, dass bei der zunehmenden Digitalisierung der Mensch und seine Bedürfnisse vergessen gehen oder dass Cyberattacken nicht kontrollierbar sind. Stefan Fritschi betonte, dass die persönliche Vernetzung, das Reden miteinander, genauso wichtig sei wie schnelle Glasfasernetze. Die Digitalisierung bringe Chancen, aber auch Gefahren, die man im Auge behalten müsse.

Ideen sind viele da – bezahlbar müssen sie sein

Visionen, was die vier Stadträte in ihrer bereits smarten Stadt noch verbessern wollen, sind fast zu viele da. Man müsse entscheiden, was wirklich nützlich sei, um die beschränkten Ressourcen richtig einzusetzen. Der Stadtpräsident will eine Pionierrolle einnehmen und mit Unternehmen sowie der ZHAW weiter Richtung Smart City vorwärtsgehen. Die Vision von Josef Lisibach ist unter anderem eine App, welche freie Parkplätze anzeigt, die man direkt über das Handy bezahlen kann, damit weniger Suchverkehr entsteht.

Eine solarbetriebene öffentliche Beleuchtung, die gleichzeitig intelligent ist und das Verkehrsaufkommen misst, ist nicht nur eine Vision, sondern ein aktuelles Pilotprojekt von Stefan Fritschi. Barbara Günthard-Maier will zielstrebig an Projekten weiterarbeiten, auch an solchen, die einen zweiten Anlauf brauchen, zum Beispiel Alternativen zum Energieprojekt Aquifer. (cba)

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