Mehr Fluglärm

Widerstand gegen neues Flughafen-Betriebsreglement

Knapp 60 Einwohner der Zürcher Gemeinde Neerach haben beim Bund Einsprache gegen das neue Flughafen Betriebsreglement 2014 eingereicht. Berechnungen zeigen, dass sie - anders als ursprünglich erwartet - von zusätzlichem Lärm betroffen wären.

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Mit dem neuen Reglement will das BAZL eigentlich für mehr Sicherheit sorgen. Nun gab es aber Einsprachen. (Bild: zvg)

Wie es beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda hiess, gingen 50 bis 60 Einsprachen aus Neerach ein. Diese werden nun ausgewertet und beurteilt. Dann werde entschieden, ob die Genehmigung für das Reglement angepasst werde oder nicht.

Ebenfalls von Lärmverschiebungen betroffen, wäre eigentlich die Gemeinde Winkel. Von dort seien jedoch keine Einsprachen eingegangen, hiess es beim BAZL weiter. Bei dieser Auflagerunde handelte es sich um ein zweites Verfahren, das wegen neuer Lärmberechnungen notwendig wurde.

Öffentlich aufgelegt wurde zudem nur eine «abgespeckte» Version des eigentlich geplanten «Betriebsreglementes 2014»: Weil Deutschland nach wie vor die Zustimmung für die Pläne verweigert, kann der Bund nur an jenem Teil arbeiten, der die Schweiz betrifft. Die Abschnitte, in denen es um deutsches Gebiet geht, sind bis auf Weiteres blockiert.

Rote Köpfe in Süddeutschland

Für rote Köpfe sorgt bei den nördlichen Nachbarn vor allem, dass die Maschinen mit dem neuen Betriebsreglement 2014 in 3700 Metern Höhe dem Hochrhein entlang fliegen würden. Somit würden sie zwar kein deutsches Gebiet überqueren, was Rekurse erschwert. Zu hören wären die Flugzeuge aber trotzdem.

Bei Bekanntwerden der Pläne im November 2014 bezeichneten süddeutsche Politiker diese als «politisch nicht nachvollziehbar» und «nur schwer erträglich».

Entflechtung der Routen

Ziel des neuen Reglementes ist eigentlich ein Sicherheitsgewinn: die Entflechtung der An- und Abflugrouten im Osten des Flughafens. Heute kreuzen sich die Maschinen in der Luft mehrmals, was sowohl für Lotsen als auch für Piloten immer wieder eine Herausforderung ist.

Wegen der Weigerung aus Deutschland, die Pläne zu akzeptieren, wird diese Entflechtung nun aber bis auf Weiteres nicht realisiert.

Das geplante Betriebsreglement 2014 hängt nicht mit dem parallel laufenden Verfahren für das SIL-Objektblatt (SIL 2) zusammen. Die umstrittenen Südstarts geradeaus und die Pistenverlängerungen sind nicht Teil davon. (sda)

Kommentare

Es ist wieder Zeit, um Beschwerden ein zu reichen, wen nötig ein zweites mal, weil die erste Beschwerde abgelehnt wurde und zu Jammern, wie Brutal es ist, mit diesem Flughafen.
Obwohl, das man weiss, egal Flughafen, Eisenbahnlinie oder Strassen, das Lärm und Verkehr zu nehmen. Ihr seid doch alle, schon mehr mals geflogen, in die Ferien, Geschäftsreisen oder aus anderen Gründen. Bei den meisten von Euch, wahr der Flughafen-Zürich zu erst da. Übrigens sollten die Süddeutschen den Ball flach halten, es Arbeiten sehr viele Leute aus Süddeutschland beim Flughafen-Zürich. Vergesst nicht, das der Flughafen einer der grössten Wirtschaftsmotoren der Schweiz ist!

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