Zürcher Oberland/Winterthur

Welche Fitnesscenter sind für Menschen mit Behinderung zugänglich?

Menschen mit Behinderungen können neu online Informationen über die Zugänglichkeit von Fitnesscentern abrufen. Im Rahmen des Projekts «gofit – Fitness barrierefrei» hat der Behindertenverband Procap Schweiz detaillierte Angaben zu rund 70 Fitnesscentern erhoben – auch in Winterthur und im Zürcher Oberland.

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Viele Angebote aus Sport und Gesundheitsförderung sind für Menschen mit Behinderungen nicht zugänglich. Procap Schweiz und der SFGV haben sich deshalb mit dem Projekt «gofit – Fitness barrierefrei» zum Ziel gesetzt, den Zugang zu Fitnesscentern zu verbessern.

Die getesteten Fitnesscenter im Züriost-Land (Screenshot: Google Maps)

Susanne Lizano von Procap Schweiz erklärt: «Wir möchten erreichen, dass mehr Menschen mit Handicap Fitnesscenter nutzen können. Mit dem Projekt rücken wir die Anliegen dieser Menschen ins Blickfeld der Fitnessbranche.»

Verschiedene Beeinträchtigungen – verschiedene Ansprüche

Im Herbst 2016 besuchten Mitarbeitende von Procap Schweiz rund 70 Fitnesscenter, die Mitglied des SFGV sind. «Wichtig sind für Menschen mit Handicap eine barrierefreie Infrastruktur und eine optimale Betreuung durch das Personal», erklärt Lizano. Erhoben wurden deshalb detaillierte Angaben zur Lage und Erreichbarkeit, zur Zugänglichkeit der Trainingsfläche und der Sanitäranlagen, zu speziellen Trainingsgeräten, zu spezifischen Qualifizierungen des Personals sowie Informationen für Menschen mit Sehbehinderungen.

Hier finden Sie die ganze Liste mit barrierefreien Fitnesscentern >>

Die Angaben sind neu online auf den Websites des SFGV und von Procap abrufbar. «Weil jede Beeinträchtigung verschieden ist, stellen wir die gesamten erhobenen Daten jedes Centers als PDF zur Verfügung. So kann jede Person selbst entscheiden, ob ein Fitnesscenter die eigenen Bedürfnisse abdeckt oder nicht», erklärt SFGV-Präsident Claude Ammann.

Fortlaufende Überprüfungen

Die regelmässige Überprüfung der Zugänglichkeit der Fitnesscenter bildet neu ein Teil des SFGV-Qualitätslabels Fitness Guide. Ammann versichert: «So garantieren wir die fortlaufende Sensibilisierung unseres Personals für die Bedürfnisse dieser wichtigen Klientel.»

Procap Schweiz gibt im Rahmen der Besuche Empfehlungen ab, wie die Center die Zugänglichkeit noch verbessern können. Das können kleine Veränderungen sein, wie die niedrigere Platzierung des Kleinmaterials oder die Montierung eines Griffs in der Toilette. «Wir geben aber auch Hinweise für grössere Anpassungen wie die Anschaffung eines Handkurbeltrainingsgeräts für Rollstuhlfahrer oder den Umbau der Sanitäranlagen», sagt Lizano.

Procap möchte mit dem Projekt «gofit» in einem nächsten Schritt weitere Fitnessketten angehen. Zudem schult Procap neu Lernende zur Fachperson Bewegungs- und Gesundheitsförderung im Umgang mit Menschen mit Handicap. Lizano betont: «Wir erhoffen uns von diesen Massnahmen, dass Menschen mit Behinderungen künftig vermehrt selbstbestimmt etwas für ihre Gesundheit und Fitness tun können. »

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