VW Arteon Elegance Line 4Motion

VW Arteon – «Art on Wheels»

Volkswagen setzt mit dem Arteon ohne Zweifel neue Massstäbe. Die Limousine ist der oberen Mittelklasse ­zugeordnet und ist, was Assistenzsysteme und Sicherheit betrifft, auf einem Top-Level angesiedelt. Besonders bei den Assistenzsystemen läutet VW eine neue Ära ein und gibt einen Vorgeschmack auf autonomes Fahren.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Laut Hersteller VW setzt sich der Name Arteon aus den ­Worten Art und -eon zusammen. Das erste steht für das englische Wort für Kunst, das zweite kommt von Phideon, dem Namen des chinesischen Top­modells von VW.

Design und Handwerk vereint

Schnell einmal zeigt sich, dass das Wort Art bei dieser Limousine vom lateinischen Wort ars her verstanden werden muss. Denn im Arteon vereinen sich Kunst, Handwerk und Geschicklichkeit zu einer Einheit. «Art on Wheels» (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Event) ist die für mich passende Bezeichnung für den Arteon.
Elegante, sportliche Linien, ein über die ganze Front sich hinziehender Kühlergrill und Assistenzsysteme zeigen, dass VW hier sein ganzes Know-how hin­eingesteckt hat. Mit einer Länge von 4,86 Metern, einer Breite von 2,12 Metern und einem Leergewicht von 1,8 Tonnen zeigt er beeindruckende Masse.
Das Interieur ist hochwertig elegant und vermittelt einen Hauch von Privatsphäre. Im Fond herrschen grosszügige Platzverhältnisse. Trotz Fliess­heck bleibt auch für grössere Personen genug Kopffreiheit. Auf dem ergonomisch ge­formten Fahrersitz fühlt man sich wohl, auch über längere Strecken.

Voll digitalisierte Instrumente

Die individuell konfigurierbaren Instrumente sind voll digitalisiert. Auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig, da der Bildschirm senkrecht angeordnet und nicht zum Fahrer hin geneigt ist. Der Vorteil liegt darin, dass dadurch störende Reflexionen bei stark ­einstrahlender Sonne vermieden werden.

Hervorragendes Fahrwerk

Das Fahrwerk darf als exzeptionell taxiert werden. Hervorragende Laufruhe und gute Dämpfung ermöglichen ein agiles Fahren. Die Lenkung ist präzise ­abgestimmt. Und je nach gewähltem Fahrmodus (Eco, Comfort, Normal, Sport, Indivi­duell) werden Gasannahme, Lenk­verhalten und Dämpfung aufeinander abgestimmt. Der Allradantrieb (4Motion) spielt seine Stärken in der Kurvenfahrt aus. Wie auf Schienen fährt der Arteon durch Kurven.

Cruisen für Fahrgenuss pur

Das gefahrene Modell Arteon 2.0 TDI Elegance Line wird von einem 4-Zylinder-2-Liter-Diesel mit Doppel-Abgasturbo­lader angetrieben. 240 PS und 500 Nm leistet der Motor. Er schnurrt so leise, dass im Interieur keine Motorengeräusche wahrgenommen werden. Nur, wenn man dann mal die volle Leistung beansprucht, macht sich das Aggregat bemerkbar – und zieht mächtig voran. Irgendwie aber reizt es mich gar nicht, im Sport-Modus zu fahren. Vielmehr geniesse ich das Cruisen in diesem Strassenkreuzer – für mich Fahrgenuss pur.

Bewährtes 7-Gang-DSG

Das bewährte 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe des VW-Konzerns sucht seinesgleichen. Die Schaltvorgänge sind butterweich. Nur wenn das Gaspedal so richtig durchgetreten wird, spürt man die Schaltvorgänge. Das Doppelkupplungsgetriebe kann zudem über die am Lenkrad angebrachten Wippen oder mithilfe des Schalthebels, in entsprechender Position, bedient werden. Für spritziges Fahren drückt man den Schalthebel kurz ganz nach hinten in die Position S.

Next-Generation-Assistenten

Neben hervorragenden Fahreigenschaften und hochwertiger Ausführung läutet Hersteller VW bei den Assistenzsystemen eine neue Ära ein, besonders mit dem vorausschauenden Abstandstempomaten. Als Technikfreak bin ich von diesem ­Assistenten total begeistert. Wie funktioniert er?
Ist die Geschwindigkeit ein­gestellt, hält der Tempomat einen auf die Geschwindigkeit abgestimmten Abstand zum vorderen Fahrzeug. Dieser Abstand kann individuell ver­grössert werden. Das ist die ­herkömmliche Funktion einer automatischen Distanzregelung, die ACC (Adaptive Cruise Control) genannt wird.
Jetzt geht VW einen Schritt weiter. Mithilfe von Verkehrsschildererkennung und Strassendaten aus dem Navigationssystem übernimmt er bei jeder Geschwindigkeitssignalisation die entsprechende Geschwindigkeit ohne Zutun des Fahrers. Erkennt das System eine folgende, zumeist enge Kurve, sieht man auf dem Display eine Anzeige und die errechnete Kurven­geschwindigkeit. Vor der Kurve bremst der Wagen sanft auf die errechnete Geschwindigkeit ab, und nach der Kurve beschleunigt er wieder auf die erlaubte Maximalgeschwindigkeit.
Das funktioniert ebenfalls, wenn man auf Kreuzungen oder Kreisel zufährt. In diesem Fall bremst das System den Wagen sanft ab, bis der Fahrer die Kontrolle übernimmt. Der vorausschauende Tempomat arbeitet äusserst zuverlässig.
Ich konnte rund 15 Kilometer ausser- und innerorts fahren, ohne das Gas- oder das Bremspedal ein einziges Mal zu betätigen. Zusammen mit dem aktiven Spurhalteassistenten erhält man einen Vorgeschmack auf die Zukunft des autonomen Fahrens.
Den Arteon gibts mit je drei Benzin- und Dieselmotoren in den Ausführungen Basis, Elegance und R-Line. Die Listenpreise bewegen sich zwischen 44’300 und 62’500 Franken. Besonders aufgefallen ist, dass alle wichtigen Assistenzsysteme serienmässig vorhanden sind (mit zwei Ausnahmen in der Ausführung Basis). Das ist aus­sergewöhnlich bei einem deutschen Hersteller.


Fazit: Der neue VW Arteon verdient viel Lob. Er ist ein gutmütiges und trotzdem sport­liches Fahrzeug. Technisch gesehen ist er ein Spitzenprodukt zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

Technische Daten:
VW Arteon Elegance Line 4Motion

Treibstoff: Diesel mit AdBlue
Hubraum: 1968 cm3
Leistung: 176 kW/240 PS
Drehmoment: 500 Nm
Getriebe: 7-Gang-DSG
Normverbrauch: 5,9 l/100 km
Testverbrauch: 8,0 l/100 km
CO2-Emissionen: 152 g/km
Energieeffizienz: E
Abgasnorm: Euro 6
Ladevolumen: 563 bis 1557 l
Grundpreis: 61’400 Franken
Testwagen: 70’740 Franken

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Autor: Gerold
Schmid

Leiter Content Marketing
Autojournalist

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