Ausführung Trend

Toyota RAV4 - endlich hybrid

Lange hat es gedauert. Der Toyota RAV4 kam 1994 als eines der ersten SUV überhaupt auf den Markt. Jetzt, mehr als 20 Jahre seit der Markteinführung, kommt er mit einem Hybridantrieb. Endlich. Und er überzeugt nicht nur durch sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Über 20 Jahre ist es her, seit Toyota 1994 mit dem RAV4 eines der ersten SUV (Sports Utility Vehicle) überhaupt auf dem Markt brachte. 10 Jahre ist es her, seit Toyota bei seiner Premium-Marke Lexus mit dem RX 400h eines der ersten Hybrid-SUV in Produktion brachte. Und jetzt, endlich, kommt das SUV-Urgestein RAV4 mit dem vom Lexus NX 300h her bewährten Hybridantrieb auf den Markt.

Antrieb mit zwei Elektromotoren

Äusserlich fällt die neu gestaltete Front ins Auge. Der Kühlergrill ist abgespeckt und die Scheinwerfer sind elegant in eine schwarze Querleiste integriert, in deren Mitte das blau hinterlegte Toyota-Symbol prangt. Blau für Hybrid. Gefahren wird der 2,5-Liter HSD Allrad in der Ausführung Trend.
Wie beim Lexus NX 300h hat auch der RAV4 AWD die gleiche elegante Antriebslösung, die ohne mechanische Kraftübertragung auf die Hinterachse auskommt. Sowohl auf der Vorder-, wie auch auf der Hinterachse sitzt je ein Elektromotor.
Mit einer aufwendigen elektronischen Steuerung wird so die Kraft und der Ausgleich auf die Räder verteilt. Die Batterie ist nicht im Laderaum, sondern unter den Hintersitzen platziert. Das kommt dem Ladevolumen zugute, das zwischen 501 bis 1633 Liter liegt.

Schickes Interieur

Das Interieur ist chic gemacht und gefällt. Oberhalb der Mittel­konsole befindet sich ein 7-Zoll-Touchscreen, der mit einem Display zwischen den Instrumenten gekoppelt ist. Das Multimediasystem Toyota Touch erweist sich als intuitiv und leicht bedienbar. Im Navigationsmodus spiegelt der grosse Touchscreen beispielsweise die Informationen auf das kleinere, zentrale Display, sodass die Informationen im Blickfeld des Fahrers abzulesen sind. Ebenso kann der Energieflussmonitor auf den grossen, wie auch auf den kleinen Bildschirm projiziert werden.

Ein feuchtnasser Sommertag

Dieser Tag, an dem ich den RAV4 fahre, ist einer jener Sommertage, an denen der Himmel sämtliche Schleusen geöffnet hat. Nun wird es sich zeigen, wie sich der Allrad-SUV auf den zum Teil leicht überschwemmten Strassen verhält. Und mehr noch, das Lüftungssystem muss sich bewähren und die innen von Feuchtigkeit beschlagenen Scheiben rasch wieder entfeuchten. Ich schalte die Entlüftung auf maximal und in weniger als einer Minute sind die Scheiben beschlagsfrei.
Per Knopfdruck starte ich nun den Wagen. Wie es sich beim Hybriden gehört, passiert gar nichts, ausser eine grüne Anzeige EV leuchtet auf. Jetzt das Gaspedal leicht gedrückt und die Fahrt beginnt zunächst leise, elektrisch. Erst als das Pedal tiefer gedrückt wird, springt der Benzinmotor ein. Doch das ist so leise und ruckfrei, dass man es nur am Energiemonitor bei der Kraftverteilung sieht. Leise, das ist das Attribut, das den RAV4 Hybrid auszeichnet.


Stabile, harmonische Fahrt

Das stufenlose Automatikgetriebe ist bestens auf den Antrieb abgestimmt. Die Fahrt geht in die Hügel, auf kurvenreicher und regennasser Strasse. Kein Problem für den RAV4. Er nimmt die Kurven souverän, stabil und wankfrei. Auch als es über ein Strassenstück geht, das einem kleinen Fliess­gewässer gleicht. Die Kraftverteilung auf die Räder empfinde ich als optimal. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt und lässt das Fahrzeug harmonisch über die Strasse gleiten.
Ein wenig versteckt unter der Bedienungseinheit für die Klimaanlage sind drei Schalter zu finden: EVMode, ECOMode und Sport. Im EVMode kann bis zu rund 50 km/h rein elektrisch gefahren werden. Doch das gelingt nur, wenn die Batterie zu zwei Drittel geladen ist, was im entscheidenden Moment nicht immer der Fall ist. Jedenfalls schafft es der RAV4, rein elektrisch durch kleine Ortschaften zu fahren. Dann ist allerdings Schluss und der Benziner springt ein. Also keine echte Option.
Wo ich allerdings ein Fragezeichen setze, ist der Modus Sport. Braucht es den wirklich? Ich finde, Nein. Denn die elektronische Steuerung des Hybridfahrzeugs ist so genial ausgeklügelt, dass sie das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotoren auf ein Verbrauchsminimum regelt. Die beste Option ist, die Regelung des Antriebs der Elektronik zu überlassen. Und das macht echt Spass.
Auf einer gut 20 Kilometer langen Teststrecke will ich ausreizen, wie es um den Verbrauch steht. Toyota gibt den durchschnittlichen Verbrauch mit 5,1 Litern auf 100 Kilometer an. Am Schluss der Teststrecke zeigt das Display einen Verbrauch von 4,2 Litern an.
Zwar nicht repräsentativ, aber immerhin beachtlich für ein rund
1,8 Tonnen schweres Fahrzeug.

Sicherheit mit Safety Sense

Sicherheit wird gross geschrieben. Im gefahrenen Wagen gehört das Toyota Safety Sense zur Grundausrüstung. Darunter das Pre-Collision System mit Fussgängererkennung, ein adaptiver Tempomat mit Radar, automatisches Fernlicht, Verkehrsschildererkennung, Spurhalteassistent und Müdigkeitswarner.
Ein lustiges Detail zum Schluss. Als ich innerorts an einem Autohändler vorbeifahre, der als Logo eine Geschwindigkeits­tafel hat, zeigt die Verkehrsschildererkennung plötzlich Tempo 100 an ...

Fazit: Die Hybridvariante des RAV4 war längst überfällig und ist mehr als gelungen. Die Ausführung ist hochwertig, das neue Design gefällt, sowohl aussen, wie auch innen. Und beim Hybridantrieb spielt Toyota gnadenlos seine bald 20-jährige Erfahrung aus. Nur lobende Worte für diesen Hightech-Antrieb.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist fair. Für das Geld erhält man ein alltagstaugliches (Familien)SUV mit einem grossen Grundstock an Sicherheitssystemen.

Technische Daten

Gefahrenes Modell RAV4 HSD AWD, Ausführung Trend mit Sonderausstattung

Motor/Getriebe
2,5-Liter 4-Zylinder Benziner, 155 PS/114 kW
E-Motor vorne 143 PS/105 kW
E-Motor hinten 68 PS/50 kW
Systemleistung 197 PS/145 kW
Elektronisch gesteuertes, stufenloses Automatikgetriebe

Normverbrauch/Emissionen
Durchschnitt 5,1 l/100 km
CO2-Emissionen 118 g/km
Energieeffizienzklasse B
Abgasnorm Euro 6

Preise
Gefahrenes Modell Hybrid 4x4
ab 42 800 Franken

Einstiegsmodell Hybrid 4x2
ab 38 300 Franken

Einstiegsmodell ohne Hybrid
ab 27 900 Franken

Teuerste Ausführung Hybrid
ab 48 000 Franken

 

Autor: Gerold
Schmid

Leiter Content Marketing
Autojournalist

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