Toyota C-HR – der aus der Reihe tanzt

Mit dem neuen C-HR hat Toyota Mut gezeigt und vom Design her einen unkonventionellen Wagen auf den Markt gebracht.
Der C-HR tanzt aus der Reihe der bisherigen Modelle des japanischen ­Herstellers und dürfte ein hippes, urbanes Publikum ansprechen.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Man muss schon zweimal hingucken beim neuen Toyota C-HR (Abkürzung für Coupé High ­Rider). Ist es ein Toyota oder nicht? War man bisher eher moderates Design gewohnt, tanzt der C-HR jetzt aus der Reihe der Toyota-Modellpalette.
Mit seinem Design scheidet er auch die Geister. Während der Testfahrt konnte man von Passanten alles hören, von «No-Go» bis «endlich wieder ein Fahrzeug, das sich aus der langweiligen Masse hervorhebt».

Hersteller zeigt Mut

Das Design ist denn auch schwer zu beschreiben. Hervorstehende Radkästen, von der Karosserie abgehobene Heckleuchten, ein geschnittenes Heck, eine von Lufteinläufen geprägte Front, eine nach hinten ver­gabelte seitliche Sicke ... Ja, der C-HR gefällt oder gefällt nicht. Alle Achtung vor dem Mut des Herstellers, ein solches Design zu wählen.
Aufgebaut ist der C-HR auf der Toyota New Global Architecture (TNGA), einem Baukastensystem, mit dessen Hilfe die Entwicklungskosten laut Hersteller um rund einen Fünftel sinken sollen.

Trotz Coupé genug Platz im Fond

Gefahren wird der C-HR 1.8 HSD, also die Hybridvariante. Bevor ich auf dem Fahrersitz Platz nehme, will ich wissen, wie man im Fond sitzt. Der Türgriff ist, etwas versteckt, in der C-Säule integriert. Trotz Coupé bleibt auch für mich mit meinen 180 Zentimetern Grösse genug Kopf- und Beinfreiheit. Viel Aussicht, das muss gesagt werden, gibt es allerdings wegen der kleinen Fenster im Fond nicht.
Ebenso ist auf dem Fahrersitz die Übersicht nach hinten eingeschränkt. Wettgemacht wird dieses Manko jedoch mit der Rückfahrkamera und den Sensoren. Probleme diesbezüglich konnten nicht ausgemacht werden.

Cooles, hippes Interieur

Die Sitze sind sehr bequem und geben einen guten Halt. Auf­gefallen ist, dass der gut platzierte 8-Zoll-Monitor über der Mittelkonsole leicht zum Fahrersitz hin gedreht ist. Alles läuft hier über Touchscreen ohne viele zusätzliche Knöpfe. Die wesentlichen Einstellungen des Fahrzeugs können über die Funktionstasten am Lenkrad bedient und auf dem Info-Display zwischen den Instrumenten abgelesen werden.
Was mir besonders an der Ausführung Style gefällt, sind die
in intensivem Blau gehaltenen Zierleisten, die sich von der Tür über das ganze Armaturenbrett erstrecken. Auch den Glitter­effekt in Teilen der Kunststoffabdeckungen finde ich cool und hip. Alles kommt sehr hochwertig daher.

Hybridantrieb ist top

Der Hybridantrieb ist der gleiche wie im neuen Toyota Prius. Kein Vergleich mehr zum früheren Antrieb. Das berüchtigte «Heulen» des CVT-Getriebes bleibt weitgehend aus, auch wenn es Momente gibt, in denen man auf den Schaltvorgang warten muss. Mit einem Trick lässt sich das umgehen. Gas geben und, wenn der Motor auf hohe Drehzahl kommt, schnell den Fuss vom Pedal nehmen und wieder Gas geben: Problem gelöst – in den meisten Fällen jedenfalls.
Der 1,8-Liter-Benziner, der Elek­tromotor und das Getriebe sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Beim Fahren spürt man nicht, wann welcher Motor das Auto antreibt, ausser der Energiemonitor ist an, auf dem angezeigt wird, wie das Fahrzeug angetrieben wird. Das spricht für eine optimale Lärmdämmung.
Und dank dem Elektromotor fährt der C-HR relativ rassig an und davon. Dennoch, der C-HR will kein Sportwagen sein, sondern ein Urban Crossover. Die Rekuperation ist hervorragend. Innert kurzer Zeit ist die Batterie wieder auf 70 Prozent geladen. Schätzungsweise 50 Prozent der gefahrenen Strecke werden mit dem Elektroantrieb bewältigt.
Nach Herstellerangaben beträgt der Normverbrauch 3,9 Liter auf 100 Kilometer. Während der Testfahrt kamen wir – bei voll laufender Klimaanlage – auf 5,4 bis 5,6 Liter auf 100 Kilometer.

Bemerkenswertes Fahrwerk

Lenkung und Fahrwerk überzeugen. Die Lenkung geht leicht und ist doch präzise. Das Fahrgestell ist gut abgedämpft, Kurven nimmt der C-HR locker, präzise, ohne Wanken, auch wenn es mal schnell geht. Das macht Spass und gehört zum Besonderen an diesem Fahrzeug.


Fazit: Persönlich gefällt mir der C-HR vom Design her. Die Ausführung ist hochwertig, und im Hybridantrieb stecken über 20 Jahre Know-how, das Toyota der Konkurrenz gegenüber gnadenlos ausspielen kann.
Mit einem 1,2-Liter-Benziner, ohne Hybrid, aber wahlweise mit Allrad, gibt es den C-HR ab 24’900 Franken. Die teuerste Ausführung Premium, mit Hy­brid, gibt es ab 35’900 Franken.
Sicherheit wird grossgeschrieben, das sieht man an den vielen Assistenzsystemen wie etwa dem Pre-Collision-System mit Fussgängererkennung oder dem adaptiven Tempomaten. Der C-HR spricht ein Design-bewusstes, hippes, urbanes Kundensegment an. Und er dürfte damit Erfolg haben.

 

Technische Daten
Toyota C-HR 1.8 HSD Style

Antrieb:1,8-Liter-4-Zylinder-Benziner kombiniert mit Elektromotor
Systemleistung:90 kW
Drehmoment max.:163 Nm
Getriebe:e-CVT
Gewicht:1535 kg
Normverbrauch:3,9 l/100 km
Testverbrauch:5,4 l/100 km
CO2-Emissionen: 87 g/km
EnergieeffizienzklasseA
NCAP-Sterne:5
Grundpreis: 34’700 Franken
Testwagen:42’200 Franken

 

Autor: Gerold
Schmid

Leiter Content Marketing

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