MySports oder Teleclub?

Sportfans haben die Qual der Wahl

Im Kampf um die populärsten Sportarten buhlen immer mehr Pay-TV-Sender um die Rechte für Live-Übertragungen. Zuschauer müssen sich gut überlegen, ob ihre Prioritäten mehr auf Fussball oder Eishockey liegen. Einen Komplett-Live-Anbieter gibt es nicht.

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Wer die Super League schauen will, setzt auf Teleclub. (Bild: Keystone)

Bisher lagen die Rechte für die Schweizer Super League im Fussball und die National League im Eishockey bei Teleclub von Swisscom. Seit dieser Saison mischt mit MySports von UPC (ehemals Cablecom) ein neuer Player mit, der sich unter anderem die Rechte an der Eishockey-Meisterschaft und an der Bundesliga gesichert hat.

MySports mit zwei Kanälen

Der Sender kommt gleich mit zwei Kanälen ins Programm, nämlich mit MySports HD (gratis und frei empfangbar) und MySports Pro (25 Franken pro Monat), das mit Beginn der Eishockey-Saison lanciert wird. Auf dem Gratis-Kanal werden nur einzelne Spiele übertragen, für 9 Franken kann aber ein Tagesticket für das gesamte Angebot von MySports Pro gekauft werden. Auf dem Pay-Kanal umfasst das Sportangebot für Fussball die 1. und 2. deutsche Bundesliga sowie die obersten Ligen aus Portugal, den Niederlanden, Russland und China und für Eishockey die National League, Swiss League (ehemals National League B), Schweizer Nationalmannschaft sowie die Partien der obersten Ligen aus Russland und Schweden,

Swisscom hat auf den Konkurrenten reagiert und hat neben Teleclub Sport (48.70 Franken pro Monat) seit dem 22. Juli auch Teleclub Zoom (gratis) im Angebot. Auf diesem Kanal können auch einzelne Spiele für 5 Franken gekauft werden.

Wichtig zu wissen: UPC-Kunden können eine eingeschränkte Teleclub-Sportoption mit drei Sendern ohne Sky (Champions League) und Eurosport 2 (Bundesliga) von Swisscom für 49.80 Franken dazukaufen, in HD-Qualität kommen weitere 5.90 Franken dazu. Ob auch Teleclub Zoom ins Programm aufgenommen werden darf, darüber wird vor der Wettbewerbs-Kommission WEKO und bis vor Bundesverwaltungsgericht noch heftig geklagt und gestritten. Ein Entscheid steht noch aus.

Swisscom-Kunden dagegen bleibt der Zugang zu MySports Pro von UPC verwehrt. Das heisst, dass ein Eishockey-Fan den Kabelnetz-Anbieter wechseln muss, wenn er die Spiele der National League anschauen will. Eine ausserterminliche Kündigung dürfte gemäss Konsumentenschutz kein Problem sein, da Teleclub nicht mehr das anbietet, was bei Vertragsabschluss versprochen worden ist.

Sky wird in der Schweiz aktiv

Nun ist es offiziell, dass Sky dank Sunrise-TV im Schweizer Markt aktiv wird und somit auch zu einem ernsthaften Swisscom-Konkurrent wird. Sky und Sunrise haben am Donnerstag ihre Zusammenarbeit bestätigt. Das heisst: Sunrise-Kunden können nicht nur das gesamte Teleclub-Angebot (48.70 Franken) dazukaufen. Dank Sky kommen sie auch in den Genuss von 266 Bundesliga-Spielen. Wie viel das kosten wird, steht allerdings noch nicht fest. Auch nicht, ob Sky Schweizer Eishockey anbieten darf, weil auch hier noch Gerichtsentscheide hängig sind. "Wir werden aber alles daran setzen, unseren Kunden den besten Dienst zu bieten", erklärte Sunrise-Sprecherin Therese Wenger.

Auch kleinere Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden. Mit viel Geld zwängt sich der Internet-Stream-Dienst DAZN in den Markt und sicherte sich im deutschsprachigen Raum unter anderem die Rechte für die englische Premiere League (auf Teleclub mit französischem Kommentar empfangbar) und die spanische La Liga. Wer bereit ist, dafür monatlich 12.90 Franken auszugeben, erhält zusätzlich gewisse WM-Qualifikationsspiele sowie Live-Spiele der nordamerikanischen Ligen NHL (Eishockey), NBA (Basketball), NFL (Football) und MLB (Baseball) ins Wohnzimmer serviert.

SRG weiter mit breitem Angebot

Im Vergleich zu den meisten öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten in ganz Europa, die gegen die finanzstarken Pay-TV-Anbieter immer mehr das Nachsehen haben und weniger Live-Sport ausstrahlen, steht in der Schweiz die SRG noch gut da. Fussball- Länderspiele (inklusive WM), Champions League und Europa League (ab 2018/19 jeweils nur noch ein Spiel pro Spieltag) sowie die entscheidenden Partien in den Meisterschaften, Eishockey-Länderspiele und Weltmeisterschaft sowie ab den Playoffs ein Spiel, Olympische Spiele, Skirennen, die wichtigsten Radrennen sowie die Tennisspiele von Roger Federer und Stan Wawrinka stehen bis auf weiteres im Programm.

Roland Mägerle, Sportchef und Leiter Business Unit Sport bei der SRG, erklärt, dass nur ein begrenztes Budget zur Verfügung stehe. "Für Sportrechte investiert die SRG durchschnittlich pro Jahr 51,2 Millionen Franken in allen Sprachregionen für TV, Radio und Onlinemedien." Dank über Jahrzehnte aufgebautem Know-How sei die SRG für die Veranstalter und Rechteinhaber ein zuverlässiger Partner, der zwar nicht mehr ein komplettes, aber ein reduziertes und massgeschneidertes Angebot einem Millionenpublikum liefern kann. (sda)

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