Škoda Kodiaq – ein bärenstarker SUV

Mit dem neuen Kodiaq bringt der Hersteller Škoda einen überaus gelungenen Wurf auf den Markt. Der Kodiaq dürfte ein scharfer Konkurrent im boomenden SUV-Markt werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Der Kodiaq ist dem Namen nach an die Insel Kodiak in Alaska angelehnt. Eine der Hauptattraktionen ist das «Bear Watching». Denn dort ist der Kodiak-Bär heimisch.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Škoda Kodiaq ­irgendwie an einen Bären erinnert: gross, gutmütig, elegant, wendig. Hier von einem Kompakt-SUV zu schreiben, ist ­etwas untertrieben. Denn mit einer Länge von 4,7 Metern und einem Radstand von 2,8 Metern überschreitet er die Masse eines Kompakt-SUV um einiges. Auch optisch wirkt er mächtig. Und klar: 4x4.

Präzise, butterweiche Lenkung

Bei der ersten Fahrt erstaunt die Lenkung. Das rund 1,7 Tonnen schwere Fahrzeug lässt sich wie einen Kleinwagen lenken, butterweich, ohne grossen Kraftaufwand und trotzdem direkt.
Ausgerüstet ist er mit einer ­adaptiven Fahrwerksregelung und einem Offroad-Assistenten. Insgesamt sechs Fahrmodi lassen sich einstellen: Eco, Comfort, Normal, Sport, Individual und Snow. Je nach Einstellung verändert sich die Gasannahme, die Lenkung sowie Dämpfung. Im Modus Comfort fährt der Kodiaq sehr gut gedämpft, fast etwas zu viel, denn in Kurven beginnt er leicht zu schaukeln. Wem das nicht gefällt, wählt den Modus Sport.

Leistungsstarker Turbodiesel

Der 140 kW (190 PS) starke Turbodiesel mit Adblue-Abgasreinigung und 400 Nm Drehmoment wirkt bärenstark. Er ist gekoppelt mit dem bewährten 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe des VW-Konzerns. Einzig beim Anfahren dauert es einen Sekundenbruchteil bis der Wagen anfährt. Für eine schnelle Anfahrt muss man erst einen Druckpunkt beim Gas­pedal überwinden. Die Gasannahme bis zu diesem Druckpunkt ist sehr moderat, was sich schliesslich positiv auf den Verbrauch auswirkt. Der Normverbrauch gemäss Hersteller liegt bei 5,7 l/100 km. Wir verbrauchten während der Testfahrt 6,6 l/100 km, ein gutes Resultat, da die Fahrt vorwiegend in den Hügeln des Zürcher Oberlands erfolgte.


Platz, Platz und nochmals Platz

Der Innenraum des Kodiaq ist feudal gross. Die Hintersitze können längs verstellt werden und bieten viel Platz. Im gefahrenen Modell ist auch eine dritte Sitzreihe mit zwei Klappsitzen vorhanden. Nur, da braucht es etwas Akrobatik zum Einsteigen. Für Kinder ­jedoch voll okay. Auch der Laderaum lässt keine Wünsche ­offen. Bis gut 2000 Liter Volumen können verstaut werden.

Nützliche, intelligente Details

Was besonders besticht, sind die kleinen, nützlichen und intelligenten Details, die den Autoalltag erleichtern. Zu nennen sind etwa die beiden Fächer in den Vordertüren, in denen ein Regenschirm verstaut ist. Oder die automatisch ausfahrenden Kantenschützer beim Öffnen der ­Türen, die Parkschäden verhindern. Nicht zu vergessen der Eiskratzer, der im Tankdeckel zu finden ist. Viele Ablagefächer und Schubladen vervollständigen diese nützlichen Features. Die Heckklappe zudem kann mit einer Fussbewegung unter dem Stossfänger geöffnet werden.

Rundum Vernetzung

Der Kodiaq ist das erste Fahrzeug, bei dem das eigene Android-Smartphone problemlos über AndroidAuto gekoppelt werden konnte. Highlight: WhatsApp-Meldungen erscheinen auf dem acht Zoll grossen Touchscreen in der Mittelkonsole und per Fingerdruck werden die Meldungen vorgelesen, inklusive die Bedeutung der Emoticons.

Keine toten Winkel mehr

Der Menüaufbau beim Škoda-Connect Konnektivitäts-System ist logisch und intuitiv. Damit holt man unter anderem die digitale Welt ins Fahrzeug.
Auch fehlt nicht das Notrufsystem E-Call, das bei einem Unfall mit Airbagauslösung automatisch einen Notruf absetzt.
Eingebaut ist im gefahrenen Modell eine 360-Grad-Kamera, «Area View» genannt. Mit dieser Kamera gibt es rund ums Fahrzeug keine toten Winkel mehr und das Parkieren wird zum Kinderspiel. Da braucht
es den vorhandenen Parklenk­assistenten gar nicht.
Der Abstandstempomat und der Stauassistent sorgen für ein sicheres und kollisionsfreies Fahren. Automatisches Abbremsen und Anfahren im Stau entlasten enorm. Ebenso der aktive Spurhalteassistent, der fein, aber bestimmt korrigiert, wird der Wagen gegen den Fahrbahnrand gesteuert.

Super Preise

Bei der Ausrüstung hat Škoda tatsächlich nicht gegeizt. Das hat seinen Preis, oder nicht? Schaut man jetzt in die Preisliste, dann erlebt man eine ­weitere Überraschung. Der ­Kodiaq ist bereits ab 31 450 Franken (Benziner) erhältlich, die teuere Variante ab 44 300 Franken. Klar, dann gibt es noch Mehrausstattung nach Wunsch. Und der Individualisierung sind fast keine Grenzen gesetzt.

Fazit: Mit dem Kodiaq ist Škoda ein bärenstarker Wurf gelungen. Ein Fahrzeug, das rundum überzeugt hat.

 

Technische Daten

Škoda Kodiaq Style 4x4 mit Mehrausstattung

Motor: 4-Zylinder TDI SCR
Hubraum: 2000 cm3
Leistung: 140 kW/190 PS
Drehmoment: 400 Nm
Getriebe: 7-Gang DSG 
Gewicht: 1761 kg
Normverbrauch: 5,7 l/100 km
Testverbrauch: 6,6 l/100 km
CO2-Emission: 151 g/km
Energieeffizienz: E
Abgasnorm: Euro 6
Ladevolumen: 560–2005 l
Grundpreis: 44 300 Franken
Testwagen: 54 410 Franken

 

Autor: Gerold
Schmid

Leiter Content Marketing
Autojournalist

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare können nur von registrierten Benutzern erfasst werden. Gehe zur Registrierung.