Kanton Zürich

S-Bahn erwartet neue Kapazitätsengpässe

Das Zürcher S-Bahn-Netz kann mit kleineren Anpassungen nicht massgeblich verbessert werden - dieses Fazit zieht der Zürcher Verkehrsverbund in seinem Strategiebericht 2020-2023. Erst der Bau des Brüttenertunnels zwischen Bassersdorf und Winterthur könnte die S-Bahn einen Schritt vorwärts bringen.

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Das S-Bahn-Netz im Kanton Zürich stösst an seine Grenzen. (Archivbild: Manuel Reimann)

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) erwartet bis 2023 eine weitere Nachfragesteigerung um 20 Prozent. Dies führt zu neuen Engpässen – doch vorerst werden keine neuen wesentlichen Ausbauschritte mehr möglich sein, hält er in seiner am Freitag vorgestellten Strategie fest.

Auf Dezember 2018 wird die dritte und letzte Etappe der vierten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn umgesetzt. Diese bringen insbesondere in den Räumen Winterthur, Limmattal und Zürcher Unterland Kapazitätssteigerungen. Danach werden, auch wenn sich erneut Kapazitätsengpässe abzeichnen, «vorerst keine grundlegenden Anpassungen am S-Bahn-Angebot möglich sein», heisst es im Strategiebericht 2020-2023 des ZVV. Denn das Netz lässt sich mit kleineren Anpassungen nicht mehr massgeblich verbessern. Für einen weiteren Ausbau sind vielmehr umfangreiche Infrastrukturmassnahmen erforderlich.

Warten auf Grossprojekte

Erst der Bau des Brüttenertunnels zwischen Bassersdorf und Winterthur sowie die Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen um ein viertes Gleis könnten die S-Bahn einen Schritt vorwärts bringen.

Im «Step», dem strategischen Entwicklungsprogramm des Bundes für den Bahnausbau, sind diese teuren Projekte erst ab 2030 vorgesehen. Bis dahin sei der Handlungsspielraum «stark eingeschränkt», steht in der ZVV-Strategie. Es müsse deshalb geprüft werden, ob einzelne kleinere «Step»-Massnahmen vorgezogen werden könnten.

Busspuren und kein Tempo 30

Auch beim Busverkehr sieht der ZVV Handlungsbedarf. Staus auf den Strassen würden den ÖV vielerorts verhindern. Er setzt sich deshalb dafür ein, dass Problemstellen in den Städten Winterthur und Zürich sowie im Glatt- und Limmattal durch den Bau von Busspuren und Busbevorzugungen an Lichtsignalanlagen behoben werden.

Zudem verlangt der ZVV, dass auf den Achsen des öffentlichen Verkehrs keine Tempo-30-Zonen geschaffen werden, damit sich die Fahrzeiten nicht verlängern.

Rahmenkredit um 0,4 Prozent reduziert

Für die Jahre 2018 und 2019 rechnet der ZVV mit einer Kostenunterdeckung von insgesamt 709,1 Millionen Franken. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, einen entsprechenden Rahmenkredit zu bewilligen.

Der Rahmenkredit liegt damit um 2,5 Millionen Franken oder 0,4 Prozent unter dem für die Jahre 2016 und 2017 bewilligten, heisst es im Antrag, der am Freitag gleichzeitig mit der ZVV-Strategie veröffentlicht wurde. (sda)

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