Föderalismus-Umfrage

Pfeifen auch Sie auf den Kantönligeist?

In einer Umfrage für die Nationale Föderalismuskonferenz unter 1200 Personen gaben nur 45 Prozent der Befragten an, sich mit dem Föderalismus verbunden zu fühlen. Züriost will nun von seinen Lesern wissen, wie sehr Sie am Schweizer Föderalismus hängen.

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Je jünger die Befragten sind, desto weniger fühlen sie sich mit dem Föderalismus verbunden und hätten nichts dagegen, wenn die Gesetze und Regelungen stärker von Bern aus diktiert würden. (Symbolbild: Christian Senn)

Für ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist Föderalismus ein «eher vages» Konzept. Gar die Hälfte fühlt sich nicht oder überhaupt nicht mit diesem System verbunden. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Kantone im Hinblick auf eine Konferenz im Herbst.

Der Föderalismus ist zusammen mit der direkten Demokratie eine der tragenden Säulen des schweizerischen Bundesstaates. Die Verantwortung für Gesetze und Regelungen wird an kleinere Strukturen übertragen, dort wo die Nähe zu den Betroffenen grösser ist: vom Bund an die Kantone, von den Kantonen an die Gemeinden.

 
 

Unter dem Titel «Wird die Schweiz in 50 Jahren immer noch föderalistisch sein?» wird sich die 5. Nationale Föderalismuskonferenz am 26. und 27. Oktober in Montreux VD damit befassen, wie es um den Föderalismus und seine Perspektiven steht. Zwar werde dieses System im Ausland als die Lösung par excellence betrachtet, die Schweiz sehe sich aber paradoxerweise mit einer zentralistischen Tendenz konfrontiert, schreibt die Konferenz der Kantonsregierungen (KdK).

Eine am Montag von der KdK vorgestellte Umfrage des Instituts MIS Trend unter 1200 Personen und 500 Meinungsführern zeigt, dass die Wichtigkeit des Föderalismus relativ ist. Nur 45 Prozent der Befragten aus der «breiten Öffentlichkeit» sagen, sie seien sehr verbunden oder verbunden mit dem Föderalismus. Bei den Meinungsführern sind es dagegen 81 Prozent.

Keine Reform notwendig

Am «föderalistischsten» sind die Tessiner (38 Prozent), gefolgt von den Romands (31 Prozent) und den Deutschschweizern (21 Prozent). Unterschiede zeigen sich auch beim Alter: Je jünger die Befragten sind, desto weniger fühlen sie sich mit dem Föderalismus verbunden und hätten nichts dagegen, wenn die Gesetze und Regelungen stärker von Bern aus diktiert würden. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es ein Drittel, gegenüber 57 Prozent bei den über 60-Jährigen.

Obwohl die Befragten den Föderalismus als ein «eher vages» Konzept betrachten, erachten die wenigsten eine Reform als notwendig. 72 Prozent sind der Ansicht, dass das System nicht geändert werden muss oder nur einfache Anpassungen benötigen. Bei den Meinungsführern steigt dieser Wert auf 87 Prozent. (sda)

 

Die Fragen und Antworten stammen aus der Umfrage für die Nationale Föderalismuskonferenz.

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