Walder Künstler Yvan Pestalozzi

«Ich bin ein grenzenloser Optimist»

Der Walder Künstler Yvan Pestalozzi kann sein Lozzi-Museum nicht wie geplant in der Seidenfabrik in Dürnten realisieren. Es fehlt an Geld. Der 79-Jährige erzählt im Interview, warum er sein Vorhaben trotzdem nicht aufgibt.

von
Sibylle
Egloff
Uhr

Er will weitermachen: Künstler Yvan Pestalozzi sucht nach einem neuen Standort für sein «Lozzi»-Museum im Oberland. (Archivbild: Fabio Meier)

Der Walder Künstler Yvan Pestalozzi kann sein Lozzi-Museum nicht wie geplant in der Seidenfabrik in Dürnten realisieren (mehr dazu). Es fehlt an Geld. Der 79-Jährige erzählt im Interview, warum er sein Vorhaben trotzdem nicht aufgibt.

Ihr Lebenswerk wird nun doch nicht in der Seidenfabrik in Dürnten ausgestellt. Sind Sie enttäuscht?

Yvan Pestalozzi: Klar. Ich war am Anfang am Boden zerstört. Schliesslich habe ich viel Herzblut und Zeit investiert. Ein Modell der Räume und eine Dokumentation hatte ich bereits erstellt. Mein Motto ist aber: «Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch zu etwas gut sein könnte.» Damit kommt man durchs Leben.

Sie sehen in diesem Rückschlag also eine Chance?

Genau. Vielleicht bin ich irgendwann sogar froh, dass es in der Seidenfabrik nicht geklappt hat. Womöglich wartet etwas Besseres. Ich bin ein grenzenloser Optimist und lasse mich nicht so schnell unterkriegen. Ich bündle lieber meine Kräfte, um eine neue ­Lösung zu finden, als mich aufzuregen.

Das Projekt scheiterte am Geld. Wie viel fehlte denn?

Ich möchte keine genauen Zahlen nennen. Nur so viel: Ich war dafür verantwortlich, Geld zu sammeln. Um das Lozzi-Museum in der Seidenfabrik einzurichten und sicher drei Jahre lang betreiben zu können, reichte der Betrag nicht, den ich von Sponsoren erhielt. Es ist wirtschaftlich gesehen ein ungünstiger Zeitpunkt, um Sponsoren zu suchen. Alle sparen und sind verunsichert. Schön ist aber, dass doch einzelne Sponsoren ­zugesagt haben, mich auch bei einem neuen Projekt zu unterstützen.

Haben Sie denn schon einen Plan B?

Der Plan ist, weiterzumachen. Mitte März werde ich mich mit dem Stiftungsrat zusammensetzen und unser Vorgehen besprechen. Sicher ist, dass wir nach einem neuen Standort suchen.

Wie sollte der Standort denn sein?

Wir suchen nach einem ebenerdigen Raum mit etwa 300 Quadratmetern, wo das Museum etwas kleiner und bescheidener realisiert werden kann. Schön wäre, wenn es etwas Umschwung hätte. Dann könnte man auch einen Lozziwurm, meine Windspiele und vielleicht sogar einen Grillplatz für Familien, Schulklassen und Ausflügler aufstellen. Wichtig ist mir, dass der Ort gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Am liebsten wäre es mir, wenn wir etwas in der Gemeinde Wald finden würden. Und wenn nicht, dann zumindest im Oberland. Ich will mithelfen, die Region aufzuwerten.

Was braucht es sonst noch für die Realisierung?

Ich bin auf Personal angewiesen, die mir helfen, das Museum zu betreuen. Ich denke da vor allem an Senioren, die noch bei guter Gesundheit sind.

Sind Sie zuversichtlich, dass Sie einen neuen Standort finden?

Da wir nun nach einem kleineren Raum suchen, müsste es möglich sein, mit weniger Geld auszukommen. Das Interesse an meiner Ausstellung in Mettlen-Güntisberg in Wald zeigt, dass die Leute Freude an meiner Kunst haben. Daher glaube ich an das Projekt.

Sie werden dieses Jahr 80 Jahre alt. Wird es rein aus Altersgründen nicht etwas knapp, ihr Projekt noch zu verwirklichen?

Ich bin an der Endphase meines Lebens angelangt. Die Gesundheit spielt natürlich eine Rolle. Künstler Hans Erni wurde 106 Jahre alt. Ich habe also noch gut 25 Jahre vor mir. Im Ernst: Ich habe eine gute Sammlung und einen guten Stiftungsrat, der mein Werk auch ohne mich verwalten könnte. Gern würde ich das Museum aber noch selber einrichten, damit es meine Handschrift trägt.

Interessierte Sponsoren melden sich unter y.pestalozzi@lozzi.ch.

Autor: Sibylle
Egloff

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