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Kompost – schwarzes Gold für Ihre Pflanzen

Wer selber Kompost herstellen will, braucht nicht unbedingt einen eigenen Garten. Ein Kompostsystem auf dem Balkon nimmt nur wenig Platz ein, erspart Ihnen den Gang zur Biotonne und ist noch dazu eine nachhaltige Möglichkeit der Abfallentsorgung.

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«Kompost ist das schwarze Gold des Gärtners», und seine Einsatzmöglichkeiten sind unerschöpflich. Sei es als Dünger für die Blumen in Töpfen oder in den Beeten, Hochbeeten oder für den Rasen, in fester oder in auch in flüssiger Form. Ein fertiger Kompost steckt voller Nährstoffe, ist komplett von Bodenorganismen besiedelt und unterstützt im Weiteren auch positiv den Wasser- und Lufthaushalt des Bodens. Wenn Sie ein paar wenige Regeln beachten, können Sie ihn geruchsneutral selbst herstellen. Für Wohnsituationen ohne Garten gibt es jene Kompostsysteme, die mit Abfällen von Balkonpflanzen und aus der Küche beschickt werden können oder solche, die ausschliesslich für Küchenabfälle geeignet sind. Und diese Systeme möchten wir hier nun gerne vorstellen.

Wurmkomposter – die kleine Kiste

Ein Etagen-Wurmkomposter eignet sich ausschliesslich für Küchenabfälle, nimmt wenig Platz ein und kann sowohl auf Balkon oder Terrasse als auch im Innenbereich aufgestellt werden. Wurmkomposter bestehen aus aufeinandergesetzten Kunststoffwannen. Zuunterst sammelt sich Flüssigkeit («Wurmtee»), die man als Pflanzendünger abzapfen kann. Darüber stapeln sich «Arbeitsbehälter» mit siebartigem Boden. Sie werden nach und nach mit zerkleinerten Küchenabfällen gefüllt. Ist die untere Etage voll und von den Würmern gut zersetzt, stellt man den nächsten Behälter darauf und füllt ihn mit Kompostgut. Die Würmer schlüpfen durch die Löcher im Boden in die nächst höhere Etage und fressen dort weiter. Ist der Humus zuunterst fertig, leert man die Etage, setzt sie wieder obenauf – und das Spiel beginnt von vorn.

Wann der Reifekompost fertig ist, merken Sie daran, dass sich in der untersten Wanne keine Kompostwürmer mehr befinden. Sie sind in die nächst höhere Etage weitergezogen. Der fertige Wurmhumus weist eine krümelige Struktur auf.

Küchenabfälle für die Kiste

Bei Einhaltung von ein paar wenigen Regeln, kann perfekter Reifekompost gewonnen werden. In wenigen Minuten ist er aufgebaut, nur noch die Erde (meist gemischt mit Kokosfasern) und die Kompostwürmer (Rotwurm, Eisenia fetida) hinzu, und schon kann es losgehen. Die Kompostwürmer vergraben sich und brauchen ein wenig Zeit, um sich zu «akklimatisieren». Dann können Sie beginnen, die Kompostwürmer mit den Küchenabfällen zu füttern. Die wenigen Regeln lauten:

  1. Nur organische Stoffe
  2. Rüstabfälle aus der Küche nicht zu viel auf einmal hineingeben und immer wieder gut mit der Erde und den bereits anverdauten Stückchen mischen. Nicht nur obendrauf legen. Da verrottet es nicht.
  3. Alle Zugaben klein schneiden.
  4. Jeweils nur in den Ecken Futter anbieten. So ist die Luftzirkulation gewährleistet.

Schliessen Sie den Wurmkomposter immer mit einem Deckel zu. Kompostwürmer mögen es dunkel. Achten Sie auch darauf, dass immer genug Feuchtigkeit im Wurmkomposter ist. Legen Sie auf die Erde feuchtes Zeitungspapier, dass Sie von Zeit zu Zeit befeuchten. Angefeuchtetes Zeitungspapier und Kartonstückchen können Sie auch vermehrt hinzugeben, wenn Sie länger weg sind, zum Beispiel im Urlaub. Die Kompostwürmer fressen es gerne und müssen so während Ihrer Abwesenheit nicht «Hunger» leiden. Falls der Kompost zu nass hat, behelfen Sie sich mit Zugabe von Steinmehl und legen Sie ein bisschen Zeitung hinein, sodass die Feuchtigkeit aufgesaugt werden kann. Ist er zu trocken, einfach giessen. In den kalten Wintermonaten ist es wichtig, den kleinen Komposter mit ins Warme zu nehmen. Aufgrund seiner praktischen Grösse, ist er auch schnell verstaut. Das ist wichtig, weil die Kompostwürmer niedere Temperaturen nicht vertragen. Ansonsten gelten die selben Regeln wie bei einem Kompost im Garten.

Kraftstrotzende Bokashierung

Der Bokashi-Eimer bietet eine praktische Alternative, wertvollen Dünger auf dem Balkon herzustellen. Nach einem alten, japanischen Prinzip werden hier ausschliesslich Küchenabfälle fermentiert. Im Gegensatz zum Kompostieren findet dieser Prozess unter Sauerstoffausschluss statt. Allein die Effektiven Mikroorganismen (EM) vergären die organischen Reste zu einer wertvollen, äusserst nährstoffreichen Substanz. Denken Sie dabei etwa an Sauerkraut, das nach der Gärung vor Vitaminen, Ballaststoffen und Spurenelementen nur so strotzt. Benötigt wird dazu ein Bokashi-Eimer, Steinmehl, EM X-Keramikpulver, EM A und zerkleinerte Küchenabfälle. Alle Bokashi- und EM-Produkte bekommen Sie in führenden Fachgeschäften wie dem Garten-Center Meier in Dürnten. Wie beim Kompostieren ist darauf zu achten, dass der Bokashi nicht in Flüssigkeit steht, stets geschlossen ist und die Küchenabfälle kleingeschnitten zugegeben werden. Auch der Bokashi-Eimer sollte keinen grossen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein. So werden die Küchenabfälle binnen einer Woche in nährstoffreichen Dünger vergoren. Bokashi verspricht, die Pflanze in einem Ausmass zu stärken, dass Pilzkrankheiten und Schnecken fernbleiben. Ein fertiger Bokashi stinkt nicht. Ein leicht süss-säuerlicher Geruch ist allerdings typisch.

Das Selfmade-Modell

Für die Tüftler unter Ihnen ist das Fass-Modell eine schöne Variante. In wenigen Schritten ist aus einem Plastik-Fass, einem Unterteller, zwei Holzstücken sowie einem Deckel ein funktionierendes Kompostsystem gebaut. Zuallererst werden im unteren Drittel des Fasses Löcher für die Luftzirkulation gebohrt. Damit die entstehende Flüssigkeit ablaufen kann, steht das Fass auf den beiden Holzstücken im Unterteller. Die erste Schicht am Boden sind Holzhäcksel, darauf wird, wie bei einem Komposter im Garten, Grünschnitt und Küchenabfälle im Gemisch 1:1 hineingegeben. Wenn Sie bereits einen bestehenden Kompost haben, fügen Sie ab und zu eine dünne Lage als Impfung hinzu. So haben Sie schon die  humusaufbauenden Mikroorganismen beisammen. Auch hier gilt wieder: immer geschlossen halten und auf die Feuchtigkeit achten.

Die Investitionen für alle drei Modelle sind sehr überschaubar und sind auch nicht arbeitsintensiv. Die Ernte ist der beste Biodünger, den man sich vorstellen kann. Er kann den Pflanzen direkt, jeweils in verdünnter Form, als Nährstoffsubstrat verabreicht werden. Die Pflanzen werden es mit gesundem Wachstum und guter Ernte danken.

Autoren: Elsa Ferstl und Erwin Meier-Honegger; Garten-Center Meier, Dürnten

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