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«I'm Still Standing» – Elton John zu Besuch im Hallenstadion

Die Pop-Legende untermauerte seinen Status im Musikbusiness.

von
Reto
Rüegg
Uhr

Auch mit bald 70 Jahren zeigt der britische Popstar beinahe keine Ermüdungserscheinungen. Beinahe deshalb, weil der Konzerteinstieg bei den ersten paar Songs stimmlich verhalten daherkam. Top-Songs wie «The Bitch Is Back» oder «Bennie And The Jets» wurden da ein wenig verheizt. Dies lag aber vermutlich weniger an Elton John als am Verantwortlichen hinter dem Mischpult, welcher die Stimme anfänglich etwas zu schwach im Vergleich zu den Instrumenten aussteuerte. Aber schon bald, bei Titeln wie «I Guess That's Why They Call It The Blues» oder «Daniel», passte dann auch der musikalische Gesamtmix.

Mit seiner spielfreudigen, sechsköpfigen Band bestritt Elton ein 22 Titel umfassendes Set. Die Auswahl war gut durchmischt mit Songs des aktuellen Albums «Wonderful Crazy Night» und einem Best-of seiner erfolgreichsten Hits. Der Albumtitel konnte dann durchaus auch als Prädikat für diesen Konzertabend stehen. Hervorzuheben sind die speziellen Live-Versionen seiner Übersongs wie «Rocket Man» und «Sad Songs (Say So Much)». «Rocket Man» wurde in einer relaxteren, chilligeren Form als im Original zum Besten gegeben und in eine etwas überlange Zusatzschlaufe geschickt. «Sad Songs» dagegen kam musikalisch aufgepeppter daher, indem Elton John diesen in einer boogie-rockartigen Weise spielen liess. So wie man dies eher von seinen Frühwerken wie «Crocodile Rock» oder «Honky Cat» kennt. Einige seiner grössten Hits wie «Blue Eyes», «Nikita», «Circle Of Life» oder «Sacrifice» wurden an diesem Abend übergangen. Diese fanden in den gut zweieinhalb Stunden Konzertdauer keinen Platz.

Elton John zeigte sich während des Konzerts in Sachen Publikumsnähe eher zurückhaltend. Seine Ansagen beschränkten sich auf ein «Hello, Zürich» und «wonderful to be here». Er nutzte jedoch die Gelegenheit, dem am gestrigen Tag verstorbenen Musiker Greg Lake der Band Emerson, Lake and Palmer seinen Titel «Don't Let The Sun Go Down On Me» zu widmen. Dies mit einem Gruss an den Verstorbenen, «wherever you are», sowie der Anmerkung, dass dieser nur 69 Jahre alt geworden und somit ein Jahrgänger von ihm gewesen sei. Der mittlerweile ausgelassenen Stimmung seines gut durchmischten Publikums im beinahe ausverkauften Stadion tat dieser andächtige Moment keinen Abbruch. Die meisten der Zuschauer hielt nichts mehr auf ihren Sitzen als Lieder wie «I'm Still Standing», «Your Sister Can't Twist» oder «Saturday Night's Alright For Fighting» die Endphase des Konzertes einleiteten. Der Zugabenblock beschränkte sich auf zwei Titel. Der eine ruhig und bedächtig («Candle In The Wind»), der andere nochmals als rockige Abschiedsnummer («Crocodile Rock»).

Ganz nach dem Songmotto seines 1980er-Jahre-Titels «I'm Still Standing» wurde einem an diesem Abend bewusst, dass dieser Altmeister seines Fachs wortwörtlich immer noch steht, und zwar immer noch berechtigt auf den Konzertbühnen dieser Welt.

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Autor: Reto
Rüegg

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