Ford Edge 2.0 TDCi 210 Titanium FPS

Ford Edge – ein kolossaler Wagen

Seit dem Frühsommer ist der neue Ford Edge nun auch in Europa auf dem Markt. Hier gibt es ihn allerdings nur mit Dieselmotoren. Der Wagen beeindruckt, nicht nur von seinen Dimensionen her. Besonders aufgefallen ist der Bi-Turbo-Diesel.

von
Gerold
Schmid
Uhr

4,81 Meter lang, 2,18 Meter breit (über Aussenspiegel), 1,7 Meter hoch und 2 Tonnen Gewicht. Der neue Ford Edge ist ein kolossales Fahrzeug mit bulliger Front. Trotz dieser Dimensionen kommt er ohne «Protz- und Imagefaktoren» aus. Einen Schönheitswettbewerb wird er zwar nicht gewinnen und doch gefällt die Form mit markanter Sicke an den Seiten. Äusserlich wurde daneben die Front mit dem Ford-typischen Kühlergrill angepasst.
Der Fahrersitz, der sich in alle Richtungen verstellen lässt, ist sehr bequem und gibt einen guten Seitenhalt. Auch in der zweiten Sitzreihe ist mehr als genug Platz vorhanden. Die Ausführung wirkt hochwertig und feudal. Man fühlt sich wohl.
Es braucht schon ein wenig Angewöhnung mit solch einem kolossalen Fahrzeug unterwegs zu sein. Die Übersicht vom Fahrersitz aus ist super. Dennoch: Um mich an das Fahrzeug zu gewöhnen gehe ich zuerst auf die Autobahn. Da macht sich beim Beschleunigen erstmals der Turbo-Diesel bemerkbar. Das hätte ich diesem Motor nicht zugetraut. Er zieht den Wagen mit so starkem Durchzug voran, dass ich viel zu schnell das Tempolimit von 120 km/h erreiche.

Aktive Geräuschminderung

Und, hallo? Der Geräuschpegel im Fahrgastraum? Ich höre nur leise die Lüftung. Sonst eine eindrücklich ruhige Umgebung. Die Antwort findet sich in der Infor­mationsbroschüre: Im gefahrenen Edge kommt ein ausge­klügeltes System zum Einsatz (Active Noise Control), das hilft, die Aussengeräusche zu unterdrücken. Laut Hersteller nehmen drei versteckte Mikrofone die Hintergrundgeräusche auf. Dann werden über die eingebauten Lautsprecher entgegengesetzte Schallwellen ausgesendet, welche die Hintergrund­geräusche neutralisieren. Unsichtbar, unhörbar, nur erlebbar.

Adaptive Lenkung

Eine weitere Neuheit im Edge ist die adaptive Lenkung, die bereits schon vom S-Max her bekannt ist. Abhängig von der Geschwindigkeit passt sie das Übersetzungsverhältnis laufend der gefahrenen Geschwindigkeit an. Das Steuerelement, ein sogenannter Aktuator, ist im Lenkrad untergebracht und setzt die gemessenen Variablen in mechanische Bewegung um. Konkret: Je schneller man unterwegs ist, um so indirekter ist die Lenkung. Das macht den Wagen bei höherer Geschwindigkeit sicherer, da die Lenkung unbeabsichtigte Lenkbewegungen gutmütig wegsteckt.

Intelligenter Allrad mit Twinster

Der intelligente Allrad ist in allen Edge-Modellen serienmässig vorhanden. Dieser Allrad verteilt laufend das nötige Drehmoment, abhängig vom Strassen­zustand, bis zu 100 Prozent an die Vorder- oder Hinterachse. Zur Anwendung kommt eine Twinster-Kupplung. Bei dieser Technik sind beispielsweise die Hinterräder mit je einer  Schleifkupplung mit dem Antriebsstrang verbunden. Ein herkömmliches Differenzial ist hier nicht mehr nötig. Im Gegensatz zum ESP, welches die Räder einzeln abbremst, wird bei der Twinster-Kupplung mehr oder weniger Drehmoment auf die Einzelräder übertragen.
Im Info-Display hinter dem Lenkrad wird die Kraftverteilung optisch dargestellt. So wird Spurtreue, auch in engen Kurven, und eine ausgezeichnete Traktion garantiert. Das macht sich vor allem auf kurvenreicher Strecke bemerkbar. Das Fahrwerk ist straff und gefällt. Auf einer der noch wenigen Schotterpisten in der Region, zwischen Schmidrüti und Dingetswil, federt es den rauen Untergrund genehm ab.

Kein Spritfresser

Überraschend für mich ist der Verbrauch. Laut Hersteller sind das 5,9 l/100 km. Gefahren bin ich für die Testfahrt – sehr sportlich – 130 Kilometer, aufgeteilt in Autobahn, Bergstrassen und Stop-and-go-Verkehr während der Stosszeit. Das Resultat liegt bei 7,1 l/100 km. 1,2 Liter mehr als der Normverbrauch, für einen Zweitönner ein mehr als akzeptables Resultat.

Gut zu manövrieren

Zum Schluss wage ich die Fahrt in eine beengende Tiefgarage. Wie lässt sich der Wagen parkieren? Den Einparkassistenten lasse ich aussen vor. Ich will es ohne versuchen. Nach nur zwei Anläufen steht der Edge im schmalen Parkfeld; links, im Abstand von zirka 10 Zentimetern eine Betonsäule, rechts, im Abstand von zirka 25 Zentimetern der benachbarte Wagen.

Fazit: Wie schon erwähnt, ist der Ford Edge von seinen Dimensionen her ein kolossales Fahrzeug. Dennoch lässt er sich gut manövrieren. Der 2-Liter-Bi-Turbo-Diesel hat eine enorme Durchzugskraft, welche den Wagen auch mal sehr sportlich fahren lässt. Platz hat es bis zum Verschwenden in diesem Fahrzeug. Der Laderaum fasst bis maximal 1847 Liter Inhalt. Die Ausführung wirkt hochwertig, ohne zu protzen. Viele Fahrassistenzsysteme stehen zur Verfügung. Doch allein schon der serienmässige, intelligente Allrad macht den Edge zum Wunschfahrzeug. Die Preise möchte ich als fair bezeichnen. Den Einsteiger Trend gibt es ab 49 800, die teuerste Ausführung Sport mit Bi-Turbo-Diesel ab 58 900 Franken. Der Edge birgt in sich ein grosses Zukunftspotenzial – man wird sehen.

Technische Daten
Gefahrenes Modell Ford Edge 2.0 TDCi 210 Titanium FPS mit Sonderausstattung

■ 4-Zylinder-2-Liter-Bi-Turbo-Dieselmotor
■ Intelligenter Allradantrieb
■ Leistung 210 PS/154,5 kW
■ Drehmoment max. 450 Nm
■ Powershift-6-Gang-Automat
■ Normverbrauch 5,9 l/100 km
■ CO2-Emissionen 152 g/km
■ Energieeffizienzklasse D
■ Basispreis ab 49 800 Franken, gefahrenes Modell 61 050 Franken

Autor: Gerold
Schmid

Leiter Content Marketing

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare können nur von registrierten Benutzern erfasst werden. Gehe zur Registrierung.