Seat Alhambra Style 4Drive

Ein Familienwagen mit Wow-Effekt

Der Alhambra gehört zu den Verkaufsschlagern der Marke Seat. Nach der Testfahrt ist auch klar, warum. Nun kommt er, zum 20-Jahr-Jubiläum, erstmals mit einem Allrad und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auf den Markt.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Die Verkaufszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bis August liegt der Alhambra an zweiter Stelle bei den Neuzulassungen der Marke Seat in der Schweiz, knapp hinter dem Leon. Und dieses Jahr feiert der Alhambra sein 20-Jahr-Jubiläum. Grund für Seat, ein «20edition Pack» anzubieten, das im gefahrenen Wagen zur Anwendung kommt.

Kleine, aber bedeutende Details

Was mir zuerst auffällt: Noch bei keinem Fahrzeug habe ich in so rekordschneller Zeit mein Smartphone mit dem Mediasystem verbunden; und der Touchscreen hat eine solch gute Oberfläche, dass mein Zeigefinger nur so über die Oberfläche «fliegt» und beim Drücken keine  Spuren hinterlässt.
Das mögen zwar kleine, unbedeutende Details sein. Sie sind aber Ausdruck dafür, dass Seat den Alhambra bis ins kleinste Detail durchdacht hat. Er ist ein geniales Familienauto mit viel, viel Platz.Kindersitze inklusive.
Der Fahrersitz ist elektrisch verstellbar und verfügt über eine Massagefunktion. Die Sitze in der zweiten Reihe sind einzeln längs und die Rückenlehnen in der Neigung verstellbar.
Als Option für 510 Franken können die zwei äusseren beiden Sitze im Fond mit vier Handgriffen in Kindersitze verwandelt werden, inklusive spezielle Kopf- und Seitenstützen für die Jungmannschaft. Dank elektrischen Schiebetüren wird das Platzieren der Kinder auf den Sitzen zum Kinderspiel.
Wer wünscht, kann für weitere 1000 Franken zwei zusätzliche Klappsitze in der dritten Reihe zukaufen. Der Vorteil dieser beiden Sitze ist, dass der Laderaum gleichauf liegt, wie die Ladekante. Und selbstverständlich lassen sich, ist einmal ein grösserer Transport angesagt, die Sitze der zweiten Reihe herunterklappen. Sogar der Beifahrersitz kann im gefahrenen Modell Style umgelegt werden. Laut Hersteller sind 32 verschiedene Sitzkonfigurationen möglich. Der Inhalt des Laderaums variiert dabei von 267 bis 2430 Liter.
Die Sitzbezüge sind mit Alcantara bezogen, einem Mikrofaservliesstoff, der sich leicht reinigen lässt. Absolut familientauglich.
Fahren lässt sich der Alhambra sehr geschmeidig. Der 2-Liter-Diesel sorgt für zügiges vorankommen, auch wenn ich als sportlicher Fahrer das Gefühl habe, es fehle ihm den von mir gewünschten Durchzug beim Anfahren. Aber eben, ein Familienwagen ist kein Sportwagen. Mehr Durchzug gibt es allerdings, wenn das hervorragende 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe in den Modus S gestellt wird.

Jetzt auch mit Allrad

Das Fahrwerk ist optimal auf ein Familienauto abgestimmt, nicht zu hart, nicht zu weich, die Lenkung äusserst gutmütig. Als Sonderausstattung steht anstelle des serienmässig eingebauten auch ein adaptives Fahrwerk zur Auswahl.
Neu gibt es den Alhambra jetzt mit einem Allradantrieb, der sich nur dann zuschaltet, wenn es – von der Fahrsituation abhängig – nötig ist. Eine Besonderheit ist der Freilauf. Geht man vom Gas, kuppelt das Getriebe aus und der Wagen schiebt, und schiebt, und schiebt. Das ist auf der Ebene bestens geeignet, um Treibstoff zu sparen – aber wenn es bergab geht? Dann kann der Freilauf ausgeschaltet werden. Funktioniert prima. So bremst der Motor die Fahrt bergab.

Ohne adaptiven Tempomaten

Serienmässig ist ein Tempomat nur in den Ausführungen Style und Style Advanced eingebaut. Dank dem «20edition Pack» verfügt der gefahrene Wagen über eine Verkehrsschildererkennung, einen aktiven Spurassistenten, einen Ausparkassistenten, Blind Spot, Kurvenlicht und Müdigkeitserkennung. Der Spurhalteassistent ist top. Sanft greift er ein, droht eine Linie überfahren zu werden. Alle Assistenten sind einzeln ein- oder ausschaltbar.
Etwas schade finde ich, dass es für den Alhambra keinen adaptiven Tempomaten gibt, zumal der Volkswagen-Konzern, zu dem die Marke Seat gehört, über einen solchen verfügt.
Der Verbrauch des gefahrenen Modells wird vom Hersteller mit 5,9 l/100 km angegeben. Während der eintägigen Testfahrt bin ich auf 7,5 l/100 km gekommen. Ein immer noch gutes Resultat für einen zwei Tonnen schweren Wagen.

Fazit: Der Alhambra ist im Grund genommen ein Anachronismus. Entgegen dem Mainstream hin zum SUV, hält Seat an diesem Van fest. Und das ist gut so. Denn kaum ein SUV kann das bieten, was der Alhambra bietet. Er ist durch und durch familientauglich. Viele (kleine) Details, wie die erwähnten, eingebauten Kindersitze, um nur eines zu nennen, sind einmalig. Er ist zudem eines der wenigen Fahrzeuge auf dem Markt, das hinten noch Schiebetüren hat. Ein weiteres Plus für die Familientauglichkeit. Die Ausführung ist hochwertig und gibt keinen Anlass zu Kritik. Die Fahreigenschaften sind insgesamt sehr gut, der 4x4 gibt mehr Sicherheit und Halt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Den manuell geschalteten Benziner Entry erhält man ab 29 450 Franken, die teuerste Variante Style Advanced mit Doppelkupplungsgetriebe und Diesel gibt es ab 45 900 Franken. Wer nächstens eine neue
Familienkutsche anschaffen will, muss sich den Alhambra ansehen.

Technische Daten
Gefahrenes Modell Seat Alhambra Style 4Drive mit Mehrausstattungen

■ 2-Liter 4-Zylinder TDI CR Dieselmotor
■ 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit Freilauf
■ Allradantrieb
■ Leistung 184 PS/135 kW
■ Normverbrauch 5,9 l/100 km
■ CO2-Emissionen 154 g/km
■ Energieeffizienzklasse D
■ Abgasnorm Euro 6
■ Leergewicht 1974 kg
■ Basispreis ab Fr. 29 450.–
■ Gefahrenes ModellFr. 47 430.–

Autor: Gerold
Schmid

Verlags- und Autojournalist

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare können nur von registrierten Benutzern erfasst werden. Gehe zur Registrierung.