Opel Ampera-e

Der neue Reichweiten-Champion

Opel mischt den Elektroautomarkt neu auf. Der Ampera-e, der auf dem Pariser Automobilsalon Weltpremiere feiert, soll laut Hersteller über 400 Kilometer Reichweite haben.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Der neue Ampera-e soll ein Elektroauto «fürs breitere Publikum» werden. (Bild: Opel)

Die Überraschung ist gelungen. Am 29. September hat der Opel Ampera-e auf dem Pariser Automobilsalon seine Weltpremiere. «Mit dem Opel Ampera-e ist das grösste Handicap eines Elektroautos für jedermann Geschichte», kündigt Opel seinen Neuling an. Das Handicap: Die Angst, wegen zu geringer Reichweite liegen zu bleiben.

400 Kilometer im NEFZ

Mit über 400 Kilometer Reichweite ohne Ladestop gemäss Neuem Europäischem Fahrzylus (NEFZ) verschafft sich der Wagen einen Platz kurz hinter dem Tesla. Wie es dann in der Praxis aussieht, hängt jedoch vom individuellen Fahrstil und von Umwelteinflüssen ab. Laut Opel soll der Ampera-e aber bei durchschnittlichen Bedingungen locker über 300 Kilometer schaffen.

60-kWh-Batterie

Nicht nur von der Reichweite her, sondern auch vom Design unterscheidet sich der Ampera-e vom Urmodell Ampera. Die Bumerang-förmigen Scheinwerfer sind verschwunden. Neu sind Hauptscheinwerfer, Nebelleuchten und Blinker separiert. Das 4,17 Meter lange Fahrzeug bietet Platz für fünf Personen und hat ein Kofferraumvolumen von 381 Litern. Das ist möglich, weil die zehn Batteriemodule im Unterboden platziert sind und sich der Fahrzeugkontur anpassen.
Die Batterie hat eine Kapazität von 60 kWh und erreicht schon fast die Kapazität der kleinsten Teslamodelle (75 kWh). Sie besteht aus 288 Lithium-Ionen-Zellen und wurde von GM gemeinsam mit dem Entwicklungspartner LG Chem konstruiert.

Drei Rückgewinnungsstufen

Der Elektromotor leistet 204 PS/150 kW und hat ein Drehmoment aus dem Stand von 360 Nm. Von 0 auf 50 braucht der Ampera-e gerade mal 3,2 Sekunden.
Für die Energierückgewinnung lässt sich der Ampera-e in drei Stufen fahren: Drive-Modus mit geringer, Low-Modus mit höherer und «Regen on Demand» – über eine Lenkradwippe manuell gewählt – mit maximaler Rückgewinnung.
Dank dieser Stufen kann der Wagen im One-Pedal-Driving gefahren werden. Das heisst, der Druck aufs Bremspedal ist unter normalen Umständen nicht mehr nötig, da das Schleppmoment in den Stufen Low und «Regen on Demand» so gross ist, dass das Fahrzeug ohne Betätigung des Bremspedals zum Stillstand kommt.
Auch bei der Vernetzung spielt der neue Ampera-e in der Oberliga mit. An Bord hat er die jüngste Generation des IntelliLinktainments und den Opel OnStar, ein Notruf- und Hilfeassistent.
«Der Opel Ampera-e ist kein Öko-Luxus, kein Spielzeug, kein reiner Zweitwagen. Opel zeigt, dass dank innovativster Technologie Elektromobilität auch für ein viel breiteres Publikum erreichbar ist», heisst es bei Opel.

Preis noch nicht bekannt

Vermutlich wird der Ampera-e im Frühjahr oder Sommer 2017 auf den Markt kommen. Die Markteinführung in der Schweiz, schätzen wir, dürfte ab Herbst 2017 laufen.
Auch der Preis ist noch nicht bekannt. Aber wenn Opel seine Marktstellung im E-Segment ausbauen will, dann dürfte der Preis irgendwo um 35'000 Franken liegen.

Autor: Gerold
Schmid

Verlags- und Autojournalist

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