BMW i8 – von der Vision zum Serienfahrzeug

Power auf Rädern konnte während zwei Tagen den BMW i8 fahren. Im Folgenden ein erster Eindruck, den dieses Fahrzeug hinterliess.

von
Gerold
Schmid
Uhr

Der i8 hatte seinen ersten Auftritt als Konzeptfahrzeug BMW Vision Efficient Dynamics an der IAA 2009. An der IAA 2013 präsentierte BMW das erste ­Serienfahrzeug des i8, und im Juni 2014 wurden bereits die ersten Serienfahrzeuge an Kunden ausgeliefert. Die Vision wird zur Serie.

Als Plug-in-Hybrid konzipiert

Vom Konzept her ist der i8 als Plug-in-Hybrid ausgelegt. Angetrieben wird er von einem 96 kW starken Elektromotor auf der Vorderachse und einem 170 kW starken 1,5-Liter-3-Zylinder-Benziner mit Twin­Power-Turbo an der Hinterachse. Die Systemleistung beträgt 266 kW (362 PS). Mit ­dieser Leistung beschleunigt der i8 in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Druck aufs Gaspedal bewirkt ein «Flugzeugstart-Gefühl», es drückt einen so richtig in den Sessel.

Carbon-Karosserie

Vom Design her ist der i8 ein Augenschmaus: die stromförmigen Linien, die Flügeltüren, die Luftkanäle zwischen Heckleuchten und Dach. Die Fahrgastzelle ist aus mit Kohlenstofffasern verstärktem Kunststoff hergestellt und trägt dazu bei, dass der i8 auf ein Leer­gewicht von gut 1,5 Tonnen kommt. Dank der tiefgelegten Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie hat der Wagen einen tiefen Schwerpunkt.
Das zeigt sich bei sportlicher Kurvenfahrt. Auf einer Passstrasse mit engen Kurven soll der i8 präsentieren, was er kann. Das 6-Gang-Steptronic-Getriebe wird dazu über die Paddel am Lenkrad geschaltet.
Mit bis zu 85 km/h werden die grösseren Kurvenradien der Passstrasse genommen. Kein Wank! Der i8 nimmt die Kurven so spurtreu, wie es der Schreibende noch in keinem anderen Fahrzeug erlebt hat. Dazu werden die Motorengeräusche im Fahrgastraum mit Lautsprechern verstärkt und vom Sound her den Schaltvorgängen angepasst. Das Fahrwerk ist sportlich straff ausgelegt. Das Feeling auf dieser Passfahrt ist schwer zu beschreiben, das muss man erlebt haben.

 


Rein elektrisch zieht der i8 bis auf 120 km/h. Die Rekuperation bei Gaswegnahme und Bremsen ist sehr gut. Nach Werksangaben fährt er bis 30 Kilometer rein elektrisch. Die Batteriereichweite sank während der Testfahrt kaum unter 14 Kilometer. In relativ kurzer Zeit lag der Stand wieder bei 20 Kilometern. Das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor erfolgt sehr fein, nicht spürbar, nur auf dem Display sichtbar. 
Übrigens: Das Einsteigen will gelernt sein. Am einfachsten geht es, wenn man sich rückwärts in den Sitz gleiten lässt. Doch den Versuch, auf einem der zwei hinteren Sitze Platz zu nehmen, unterliessen wir ...

Es geht auch mit weniger PS

Der BMW i8 ist klar ein Prestigefahrzeug, in das die Bayern ihr ganzes Können legten. Er zeigt vor allem, dass ein Sportwagen nicht unbedingt einen V8 oder gar einen V12 braucht, um sportliches Fahren zu ermöglichen. Gemäss Hersteller soll es möglich sein, den Verbrauch auf 2,1 Liter pro 100 Kilometer zu reduzieren. Während der zwei Tage mit rasant sportlicher Fahrt schluckte der i8 7 Liter. Ein gutes Resultat für den «Sportler».
Mit dem i8 holen die Bayern den technischen Vorsprung, den die Asiaten beim Hybridantrieb halten, rasant auf. Technisch, nicht aber vom Preis her.
Mit einem Grundpreis von 154’500 Franken hat der i8 nicht das Potenzial, ein Alltagsfahrzeug zu werden. Und das liegt garantiert auch nicht in der Absicht von BMW. Nach­folgende Autogenerationen der Bayern werden aber zweifellos vom technischen Potenzial des i8 profitieren.

Autor: Gerold
Schmid

Leiter Content Marketing
Autojournalist

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