23,75 Karat ausgespuckt

«Leben mit Stil» ist der Lifestyle-Blog von Züriost und behandelt Themen rund um Körper, Seele und Stil. Heute: Zähneputzen mit Edelmetall.

von
Lea
Chiapolini
Uhr

Goldstaub im Mund - irgendwie nur so lange schön, wie man ihn auch sehen kann. (Bild: Alexandra Gygax)

Journalistin zu sein, ist nicht immer lässig. Es gibt Leser, die mit meiner Arbeit nicht zufrieden sind. Fake news, Lügenpresse, trallala – Sie wissen schon. Da kann man sich noch so Mühe geben, es passt nie allen.

Aber manchmal ist Journi sein auch schön. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Vor ein paar Wochen erhielt ich ein Päckli der Firma «Swiss Smile», mit ihren 5 Beauty-Must-Haves des Sommers. Der Gesamtwert des Päcklis lag wohl bei knapp 300 Franken. Ist ja alles Made in Switzerland.

Dieses «Swiss Smile» ist eigentlich eine Zahnarzt-Kette. Darum hatte es im Päckli Zahnbürsten und Zahnpasta. Zusätzlich lagen da schön verpackt auch ein Set bestehend aus Lipgloss und «Lipbalm» sowie ein «Glorious Lips Oxygen Booster». Die Firma «Swiss Smile» will sich also seit neustem auch ausserhalb des Mundes um seine Kunden kümmern.

Mein erstes Fazit: Superschön und edel. Und alle Produkte riechen wirklich gut. Seit das Päckli da ist schmiere ich mir darum alles Mögliche auf meine Lippen, um sie noch gepflegter, noch voller aussehen zu lassen. Das klappt ganz gut. Der Lipgloss prickelt etwas. Heisst aber, dass er wirkt und meine Lippen schön füllig macht. Wenn ich mich nicht irre.

Das Highlight des Päcklis ist aber die Gold-Zahnpasta mit passender Zahnbürste. Das glänzende Duo gibt es für läppische 100 Franken. Auf der Tube heisst es, die Zahnpasta schütze die Zähne vor Demineralisierung, das Zahnfleisch werde regeneriert und «Sie geniessen sogar antibakterielle Wirkung». Hui! Wie sich das wohl anfühlt?

Die transparente Paste ist mit Goldstaub – 23,75 Karat – gespickt. Eine wahre Augenweide, wenn man sie auf die wunderbar kontrastierenden schwarzen Bürsteliborsten schmiert. Nur schade, dass man das Glitzerfeuerwerk nicht mehr sieht, sobald die Bürste im Mund verschwunden ist. Und nach dem Spucken ist der Zauber ganz vorbei. Glauben Sie mir, ich habe das genauestens überprüft.

Gold und Zähne passen ja schon irgendwie zusammen. Warum hat man wohl früher Gold in der Zahnprothetik verwendet? Gold ist super. Sogar Rheuma wird zuweilen mit Gold therapiert. Allerdings stiess ich bei meiner höchst zuverlässigen Wikipedia-Recherche auch auf Warnhinweise: Es komme öfters zu Nebenwirkungen. Von Schädigung der Leber und der Nieren ist die Rede. Also lieber rausspucken das Zeug!

Bleibt die Frage: Ist Gold in der Zahnpasta wirklich nötig? Nein. Natürlich nicht. Aber sich ab und zu etwas zu gönnen, sich selber zu verwöhnen, auch wenn es völlig übertrieben ist - das ist eben schon irgendwie lässig. Und wenn man dann zum goldigen Zähneputzen noch ein Krönchen anzieht, dann fühlt man sich richtig königlich.

Autor: Lea
Chiapolini