Frisurenlehrer Youtube im Test

«Leben mit Stil» ist der Lifestyle-Blog von Züriost und behandelt Themen rund um Körper, Seele und Stil. Heute: Ein Versuch, sich mittels Youtube-Tutorials komplizierte und weniger komplizierte Flechtfrisuren beizubringen.

von
Deborah
von Wartburg
Uhr

Nachdem ich mir mittels Youtube erfolgreich «Für Elise» auf dem Klavier beigebracht hab, ohne zu wissen welche Taste welche Note ist, dachte ich, ich könnte auch meine Unfähigkeit mir selbst schöne Flechtfrisuren zu zaubern mittels Superlehrer Youtube beheben.

Hier sieht man das Experiment auf Video:

An jeder Hochzeit, jeder Beerdigung oder manchmal auch einfach nur so, versuche ich mich an Flechtfrisuren. Nur doof, dass ich kein Geist bin, der schnell aus dem Körper schlüpfen und den Kopf von hinten betrachten kann, um die Haare zu bearbeiten. Regelmässig enden meine Flechtversuche deshalb auch mit Frustration und einem «Ich lass sie einfach offen».

Anfängertaugliche Auswahl

Youtuberinnen verbringen vor der Webcam hingegen wahre Wunderwerke mit ihren Haaren. Innerhalb von wenigen Minuten zaubern sie aus widerspenstigen Mähnen spannende und kreative Flechtkunststücke. 

Nachdem ich mich also eine Zeit lang neidisch durch die Welt der French/Braid/Crown/Princess-Varianten geklickt habe, lege ich mich auf drei Frisuren von drei verschiedenen Youtuberinnen fest. Meine Auswahl soll einigermassen anfängertauglich sein.

Shrek ist Inspiration

Ich entscheide mich schliesslich für einen «Two Minute Rope Braid Hairstyle» von der rothaarigen Youtuberin «Freckled Fox». Er sieht einigermassen einfach aus und verspricht einen dicken Seitenzopf aus zusammengeführten Einzelzöpfen à la Fiona in Shrek. Zumindest erinnert er mich stark an sie.

Erster Schritt: Haare durchkämmen, wuscheln, wieder kämmen. Dann eine breite Strähne oben am Scheitel nehmen, teilen und flechten, wobei immer zu der hinteren Strähne mehr Haar dazukommt. Das klappt erstmal ganz gut. So zöpfle ich freudig über mein Talent weiter bis fast zum Kinn. Dort wird es tricky. Jetzt muss man, so sagt mir Freckled Fox, die zwei Hauptsträhnen in entgegengesetzte Richtungen zwirbeln, zöpfeln, wieder zwirbeln, wieder zöpfeln, bis man unten ist. So soll das dann von allein halten. Tut es bei Freckled Fox auch. Bei mir aber nicht. Alles fällt beim loslassen in sich zusammen und sieht doof aus. Fazit: Fail. 

So sieht der 2 Minute Rope Braid bei Freckled Fox aus:

Und so bei mir: 

Viele Videos = gute Lehrerin?

«Okay, noch nicht den Mut verlieren», denke ich. Es liegt bestimmt an der Erklärung von Freckled Fox. Als nächstes versuche ich mich an einem sogenannten «Warrior Braid», zugegeben ich habe es hauptsächlich ausgewählt weil es an die Frisuren der Kämpferinnen in der Serie «Vikings» erinnert. Miranda Hedmann stellt dieses Kopfkunstwerk vor. Sie hat einen Kanal mit unglaublich vielen Videos und Frisuren. Ein gutes Zeichen? Ich deute es mal als eins. 

Als erstes muss man die Haare in zwei grosse Teile und eine kleine Strähne hinten oben teilen. Dann gehts los. Mit sehr ernster Miene und noch röteren Lippen Lippen fängt Miranda Hedmann an oben an der Stirn drei Strähnen zu einem sogenannten «Dutch Braid» zu zöpfeln. Auch hier kommt es darauf an, regelmässig mehr Haare zu den einzelnen Flechtsträhnen hinzuzufügen und gerade dem Kopf entlang zu zöpfeln.

Eher Heidi als Warrior

Ich scheitere schon beim oben am Kopf entlang zöpfeln. Immer wieder fällt mir alles aus der Hand. Die Haltung ist sehr ungewohnt. Dann plötzlich hab ich den Dreh raus. Einigermassen klappt es, auch wenn die Haltung wahnsinnig anstrengend ist. Der erste zerzauste Warrior Braid Zopf, der mehr nach Heidi im Windsturm aussieht, ist fertig. Die andere Seite ist dann einfach. Doch beim nächsten Schritt wird es wieder kritisch.

Miranda sagt mir, ich müsse jetzt die am Anfang übriggelassene Strähne links und rechts durch die Zöpfe fädeln. Das ganze blind. Nach einer chaotischen Rumfummelei ist kein Haar mehr übrig. Der Zopf ist also fertig. Sieht aber nicht nach Warrior-Braid aus. Ausser die Gegner würden vor dessen Hässlichkeit Reissaus nehmen. Mein Fazit lautet also wieder: Fail. 

So sollte es aussehen:

Und so sah es aus:

Mittlerweile schon ziemlich entmutigt, versuche ich mich an der dritten Frisur. Einem Kranz. Denn als letztes will ich dann doch noch etwas romantisches probieren und zwar den «Halo Braid». Ein Zopfkranz rund um den Kopf. Auf Youtube bei Amber Fillerup, einer menschgewordenen Barbie sieht er wie eine perfekte Lösung für Hochzeiten und ähnliche Feste aus. Na, dann los:

Zu Beginn muss man ein paar Strähnen beiseite tun, damit diese nachher das Gesicht schön einrahmen. Dann wieder im Dutch-Braid Modus um den Kopf zöpfeln.

Das einzig schwierige an dieser Frisur ist, gerade am Kopf zu bleiben, man muss also die ganze Konstruktion immer wieder festzurren. Am meisten Probleme habe ich mit der «Handübergabe», hinten am Kopf muss man plötzlich die Hände anders halten und die Haare ohne Zerstören der Frisur anders wieder aufnehmen. Bei diesem Part gehen auch beim fünften Mal noch Haare verloren und die ganze Angelegenheit gewinnt massiv an Strubbeligkeit.

Dann muss man das Zopfende, welches bei mir verschwindend dünn ist, oberhalb der Stirn drapieren und mit Klammern feststecken. Das funktioniert auch alles. Sieht halt einfach wie ein Vogelnest aus. 

Ambers Halo Braid:

Und mein Kunstwerk aka Vogelnest:

Eines ist nach dem Experiment klar: Das ist definitiv nicht so einfach wie es aussieht!

Trotz der drei Fehlschläge werde ich mich nicht entmutigen lassen. Denn auch Barbie alias Amber Fillerup sagt in ihrem Video, sie hätte sehr lange gebraucht um sich die Frisur beizubringen. Also probiere ich fleissig bei jeder Gelegenheit weiter, meine Zöpfelkünste zu verbessern. Eines Tages schaffe ich dann vielleicht sogar den Warrior-Braid. 

Autor: Deborah
von Wartburg