Die Jagd nach den fruchtigen Körnchen

Der Food-Blog widmet sich in dieser Ausgabe der aufwändigen Ernte von Granatapfelkernen.

von
Lea
Chiapolini
Uhr

Nicht nur im Fruchtsalat: Auch salzigen Gerichten geben Granatapfelkerne einen gewissen Pfiff. (Foto: Instagram/mangerjuste)

Manche Quellen sagen, schon Eva sei im Paradies nicht einem normalen Apfel, sondern einem Granatapfel verfallen. Ich bin zwar seit vier Generationen die erste erstgeborene Tochter meines Stammbaums, die nicht Eva-Maria heisst, und doch scheint ein Teil des Namens sich in meinen Genen festgesetzt zu haben. Denn auch ich bin dem Granatapfel hoffnungslos verfallen. Egal ob im Jogurt, im Fruchtsalat, im Prosecco oder pur: Granatapfelkerne müssen überall rein.

Doch erst einmal müssen sie raus aus der zähen Schale. Und das kann sich zu einem grossen Problem entwickeln. Vorgeschälte Kerne zu kaufen finde ich blöd. Und zu teuer. Auf diversen Plattformen und in Youtube-Videos werden zum Glück Strategien gezeigt, wie man am schnellsten an die fruchtigen Körnchen kommt. Mittlerweile habe ich meine Lieblingstaktik gefunden, doch dahin war es ein weiter Weg.

Auf der Online-Plattform des Coop-Magazins «Fooby» ist ein Video aufgeschaltet mit der wohl am weitesten verbreiteten Strategie: Man klopft die Granatapfelkerne einfach raus.

Ganz ehrlich: Wer einen so trockenen Granatapfel im Laden erwischt, dass diese Zubereitungsart funktioniert, hat mein Beileid verdient. In Wahrheit sind wirklich gute Früchtchen so saftig, dass sowohl Küche als auch Kleidung nach der Klopfaktion rot geduscht sind. Und neben der ganzen Sauerei sind nachher doch noch nicht alle Kerne geerntet.

Andere Tutorials zeigen einen umständlichen Weg, bis man endlich am Ziel ist. Da wird gar geraten, Plastikhandschuhe anzuziehen, da der Granatapfelsaft stark färben kann. In chirurgischer Kleinarbeit werden mit Messer Einschnitte gemacht, mit einem Löffel die Kerne bearbeitet, einzelne weisse Häutchen weggezupft…

Für sowas fehlt mir die Geduld. Zudem «chnüüble» ich gerne und habe keine Angst davor, mir die Hände dreckig zu machen. Darum hier mein pragmatischer Ansatz: Granatapfel in der Mitte halbieren, von Hand auseinander brechen und die Kerne mit den Fingern direkt in einer Schale Wasser herauslösen. Die Kerne sinken zu Boden und die zähen, weissen Häutchen schwimmen auf der Wasseroberfläche auf. Dann einfach Wasser mitsamt Häutchen abgiessen und die prallen Kernchen geniessen.

Zuletzt noch ein kleiner Tipp, den ich einst während Ferien in Thailand entdeckt habe: Granatapfelkerne pürieren, absieben und als Saft geniessen!

Autor: Lea
Chiapolini