Weg mit der Nutella!

Im Foodblog dreht sich alles ums Essen. Diese Folge widmet sich einem Brotaufstrich-Segen.

von
Stine
Wetzel
Uhr

Mit dem Brotaufstrich der Konditorei Janz ist die Kinderarbeit auf dem Frühstückstisch passé. (Bild: Stine Wetzel)

Es soll ja Menschen geben, die schon um 6.30 Uhr am Tisch sitzen und Müsli essen, weil sie mit leerem Magen nicht zurechnungsfähig sind oder zu wackelig auf den Beinen. Zu denen gehöre ich nicht.

Frühstück ist für mich nicht die wichtigste Mahlzeit. Aber die Schönste. Vor allem am Wochenende: Dann gibt es Fünf-Minuten-Ei, frisch gepressten Orangensaft, Brot vom Bäcker, zwei bis drei Sorten Käse, Tomaten- und Gurkenscheiben, Brotaufstriche. Zum Beispiel Randen-Meerrettich von Alnatura. Oder Salzbutter mit Kräutern aus dem Garten. Auch die süssen Varianten kommen aufs Brot: zum Beispiel selbstgemachter Rhabarberhonig oder Schokoladen-Nuss-Cremes.

 Der neue Held auf meinem Frühstückstisch ist eine Haselnusscreme der Wilemer Konditorei Janz, die neuerdings auch in Wetzikon einen Standort hat. Nach all den Schokoaufstrichen, auf denen das Palmöl aufschwimmt, endlich 200 Gramm zarte Nussschokolade. Ich habe lange nach einer Nutella-Alternative gesucht. Als Kind war ich verrückt danach, vor allem nach dem ungeöffneten Gläschen. Den Finger durch die Alufolie direkt in die Nutella zu stecken, war das Tollste für mich.

 Da wusste ich aber noch nicht, dass die Nutella-Herstellung eine ökologische und ethische Schweinerei ist. Sie geht auf Kosten des Regenwalds und drückt die Preise beim Plantagenanbau. Aufs Böse-Konzerne-Konto kommt dann auch noch Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte. Ganz zu schweigen von den vielen Untersuchungen, die zeigten, dass die Inhaltsstoffe zusammengerührte Krankmacher sind.

 Greenpeace hat den Produzenten Ferrero mit seiner schmutzigen Schokolade konfrontiert. Und was macht Ferrero? Hilflos mit den Schultern zucken: Als einzelner Akteur in der Lieferkette könne man schliesslich nicht die Welt verändern. Dabei verkauft Ferrero 250‘000 Tonnen Nutella im Jahr. An der fehlenden Schlagkraft kann es also nicht liegen.

 Böser Ferrero! Ich bin froh, dass mit dem Janzschen Brotauftisch von jetzt an zumindest auf meinem Frühstückstisch Frieden herrscht.

Autor: Stine
Wetzel