Hoch die Teetassen!

Im Foodblog dreht sich alles ums Essen. Diese Folge widmet sich dem Bauch- und Seelenwärmer Tee.

von
Stine
Wetzel
Uhr

Schon George Orwell verstand keinen Spass, wenn es um Tee ging.
(Bild: bmd/pixelio.de)

In meinem Küchenregal hat Tee eine eigene Abteilung: getrocknete Minze aus dem eigenen Garten, Zitronengras mit Blüten, Fencheltee gegen Husten, Schwarztee aus Sri Lanka, Kamillentee gegen Magenschmerzen, Früchtetee einfach zum Spass. Tee kann man immer trinken – als Schmerzenslinderer, Ruhebringer, Einschlafhilfe, Optimistischmacher.

 

Es gibt viel zu viele Teebanausen. Damit meine ich all jene, die ihren Kindern Tee zum Trinken geben, weil sie noch zu klein für Cola sind. Oder jene, die das Teewasser nur aufsetzen, wenn sie krank sind oder ihnen kalt ist.

 

Eine gute Tasse Tee ist die halbe Miete im Leben. Das hat schon George Orwell gewusst. Ihm hat Tee so viel bedeutet, dass er sich vor 70 Jahren sogar hinsetzte, um in einem Essay die elf goldenen Regeln für eine gute Tasse Tee zu formulieren. Recht hat der Mann!

 

Auch ich bin recht dogmatisch, wenn es um Tee geht. Erstens: In Tee gehört kein Zucker. Zweitens: Ziehzeiten gibt es nicht umsonst. Drittens: Wer Tee in Miniaturtassen zubereitet, muss sich gar nicht erst die Mühe machen. Viertens: Tee aus der Kapselmaschine ist etwa genauso lecker wie ranzige Milch. Fünftens: Restaurants, die heisses Wasser servieren und einen Lipton-Beutel zum Aufreissen dazu, sollte man meiden. Sechstens: Restaurants, die frischen Ingwer und Zitrone aufgiessen und einen Klecks Honig dazu geben, sind fantastisch.

 

Wer nach meinem Loblied immer noch einen Bogen um landläufigen Tee macht, dem möchte ich ein Chai-Rezept aus Sri Lanka ans Herz legen:

 

Drei Tassen Wasser und 1 Tasse Milch in einen Topf geben, darin 2 Teelöffel Kardamom, 2 Teelöffel Gewürznelken, 1 Zimtstange, 1 Teelöffel Anissamen, 1 Teelöffel frischer Ingwer und 1 Teelöffel Fenchelsamen aufkochen. 4 Esslöffel Schwarztee dazu geben, nochmals kurz aufkochen, dann abgedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb in Tassen giessen. Wer mag kann den Chai mit braunem Zucker oder Honig süssen. Die Gewürze, die im Topf zurückbleiben, können ein zweites Mal aufgegossen werden.

Autor: Stine
Wetzel