Jetzt kommen Insekten auf den Teller

Im Foodblog dreht sich alles ums Thema Essen. Diese Folge widmet sich essbaren Krabbeltieren.

von
Janko
Skorup
Uhr

Landen bald legal auf unseren Tellern: Heuschrecken. (Bild: Fotolia)

In drei Monaten ist es so weit: Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken werden hierzulande als Lebensmittel zugelassen. Endlich. Der Anblick der Insekten auf dem Teller mag zwar anekeln – aber nur uns Westler. Sie sind reine Gewöhnungssache. Fast rund um den Globus gelten die Tiere als Delikatesse, vor allem in Asien.

Für Teriyaki-Heuschrecken-Spiess, Polenta-Mehlwurm-Roulade oder Gersten-Grillen-Eintopf spricht vieles: Insekten haben einen hohen Proteinanteil, viele Vitamine, Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren. Ausserdem können sie laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen Futter extrem gut in «Fleisch» umwandeln. Die UNO setzt grosse Hoffnungen in diesen Ernährungszweig, die auf uns zukommenden Nahrungsmittelengpässe zu meistern.

Rinder hingegen sind total ineffizient: Sie brauchen 10 Kilogramm Futter und gemäss Umweltschutzorganisationen rund 15‘000 Liter Wasser für 1 Kilo Fleisch. Ein weiterer Faktor: Der Platz. Die meisten Insekten fühlen sich auch dann noch wohl, wenn sie eng zusammengedrängt leben müssen, Rinder brauchen für eine artgerechte Haltung bekanntlich viel Auslauf.

Vor drei Jahren in Thailand habe ich zum ersten Mal eine frittierte Heuschrecke probiert – und war positiv überrascht. Sie war schön knusprig, mit leichtem Grasgeschmack. Voll okay. Abgesehen davon: Scampi sind nicht viel hübscher.

Ich schreibe das notabene als Pescatarier, esse Fisch und Meeresfrüchte aber kein Fleisch. Für mich war schnell klar, dass ich Insekten essen würde. Auf Fleisch verzichte ich hauptsächlich aus ökologischen Gründen. Bei Insekten habe ich ein gutes Gewissen. In meiner Vorfreude werde ich jedenfalls dieses Insektenkochbuch schon einmal bestellen.

Autor: Janko
Skorup