Essen in der Hauptrolle

Im Foodblog dreht sich alles ums Essen. In dieser Folge gibt es Filmtipps für Essensliebhaber. Diese drei Filme machen Lust aufs Kochen.

von
Stine
Wetzel
Uhr

Paris in den 50ern: In «Julie & Julia» lässt die Diplomatengattin Julie die Herren der Schöpfung hinterm Herd alt aussehen. (Screenshot: Youtube)

Julie und Julia (2009)

 

In «Julie & Julia» werden zwei wahre Geschichten parallel erzählt: Da hätten wir Julia Child (Meryl Streep), eine US-amerikanische Diplomatengattin, die sich im Paris der 1950er Jahre langweilt – bis sie eine Kochschule besucht, es den Männern hinterm Herd so richtig zeigt und mit einem Kochbuch zur Legende wird: 1961 erscheint ihr Kochbuch «Die Kunst der französischen Küche meistern».

 

Jahrzehnte später krallt sich die Autorin Julie Powell (Amy Adams) genau dieses Kochbuch als Rettungsanker. Julie wird bald 30 und ist von ihrem Leben angeödet. Auftrieb gibt ihr ein Projekt: 365 Tage und 524 Rezepte, das Ganze dokumentiert in einem Blog. Von da an fliegen die Topfdeckel durch die Küche und Julie muss fleissig vom Kochwein nippen, um durchzuhalten.

 

Da bekommt man sofort Lust, Torten zu backen, Saucen auszuprobieren und optimistisch zu sein: Mit Leidenschaft und viel Butter kann man im Leben eben doch einiges erreichen.

 

Bella Martha (2001)

 

Martha (Martina Gedeck) hält sich für die beste Köchin Hamburgs. Im Umgang mit Gänseleber und Trüffel mag sie gut sein, im Umgang mit Menschen ist sie es weniger. Dann stirbt ihre Schwester und sie muss die Nichte bei sich aufnehmen. Blöderweise hat es der Kleinen den Appetit verschlagen. Marios Auftritt (Sergio Castellitto): Mit dem italienischen Hilfskoch und seinen dampfenden Spaghetti wird alles anders.

 

Zugegeben: «Bella Martha» rührt mit der Gastrokitsch-Kelle an, Voyeurismus in einer Spitzenküche kann aber sicher nicht schaden. Und das Beste: Nach dem Film sehnt man sich nicht nach einem raffiniert zubereitetem Täubchen, sondern nach einer ordentlichen Portion Spaghetti.

 

Madame Mallory und der Duft von Curry (2014)

 

Die indische Familie Kadam verschlägt es in ein Dörfchen in Südfrankreich. Hier eröffnen sie ein indisches Restaurant – zum Unmut der unterkühlten Madame Mallory (Helen Mirren), die wenige Meter weiter ein piekfeines französisches Restaurant führt. Der indische Sohnemann Hassan (Manish Dayal) ist ein talentierter Koch. Er schafft es, die Madame mit einem simplen Omelette von seinen Kochkünsten zu überzeugen und lernt von nun an in ihrer Küche die «aromatischen Raffinessen». Das wiederum gefällt dem indischen Papa (Om Puri) überhaupt nicht.

 

Die Fehde zwischen dem «Maison Mumbai» und dem «Le Saule Pleureur» ist absolut sehenswert, ein gut zubereitetes Integrationsstück mit einer guten Portion witziger Dialoge.