Farbe für die Winterküche

Im Foodblog dreht sich alles ums Essen. Diese Folge widmet sich winterlichem Gemüse.

von
Isabel
Heusser
Uhr

Chioggia-Rande ist schön anzusehen und schmeckt fein. (Bild: Fotolia)

Beginnen wir mit einem Klischee: Der Winter ist, was frisches Obst und Gemüse anbelangt, kulinarisches Ödland. In der Auslage findet sich nur wässrige Import-Tomaten und gummige Gurken, dazu dröges Lagergemüse wie Rüebli und Sellerie.

Es stimmt schon: Üppig sieht anders aus. Vor allem bei der Früchteauslage. Ich bringe es nicht übers Herz, mehr als zweimal jährlich Ananas aus Ghana oder Mango aus Thailand zu kaufen. So bleibt mir nichts anderes übrig, als mich in den Wintermonaten auf Äpfel und Birnen zu beschränken. Mit Glück entdecke ich mal Kiwi aus Italien. Ziemlich langweilig.

In der Gemüse-Abteilung sieht es aber anders aus. Mittlerweile haben auch die Grossverteiler entdeckt, dass die Welt des Lagergemüses Einiges zu bieten hat. Pastinaken beispielsweise sind schon fast Standard. Sie sehen aus wie weisse Rüebli, schmecken süsslich-nussig und sind vielseitig einsetzbar. Ähnlich die Petersilienwurzel, die tatsächlich nach Petersilie schmeckt und in der Suppe genauso wie als Bratenbeilage passt.

Einen grossen Teil zu dieser kulinarischen Vielfalt trägt Pro Specie Rare bei. Die Stiftung setzt sich für Vielfalt von Pflanzen und Tieren in der Schweiz ein. Unter dem Label der Stiftung werden verschiedene Lebensmittel verkauft. So habe ich kürzlich im Mini-Coop bei mir um die Ecke Chioggia-Rande entdeckt, mit rot-weissen Ringen im Innern. Besonders schön sieht diese alte Randensorte aufgeschnitten als Carpaccio aus. Ein kleines Kunstwerk der Natur!

Am besten schmeckt mir Wintergemüse, wenn es ganz einfach zubereitet ist – und zwar aus dem Ofen. Dafür nach Belieben verschiedene Sorten (Rüebli in allen Farben, Pastinaken, Chioggia-Rande, Sellerie und blaue Kartoffeln) in gleich grosse, grobe Stücke schneiden. Wer mag, gibt einige ungeschälte Knoblauchzehen und halbierte Zwiebeln, ebenfalls mit Schale, bei. So verbrennen sie nicht. Mit mehreren Esslöffeln Rapsöl – das verträgt auch grosse Hitze – vermengen, Gemüse auf ein Backbleck geben und bei 200 Grad 30 bis 40 Minuten in den Ofen schieben. Erst am Schluss salzen und pfeffern, eventuell mit getrockneten Kräutern würzen. Dazu passen Quarkdip und Salat.

Autor: Isabel
Heusser