Raketen im Bett

«Family Affairs» ist der Familien-Blog auf Züriost und behandelt Themen rund um den Familienalltag mit Kind und Kegel. Drei Redaktorinnen und ein Redaktor aus der Region berichten über Alltagserlebnisse, Erziehungsfragen, Freizeitgestaltung – einfach alles, was Eltern im Umgang mit Kindern beschäftigt. Jeden Samstag erscheint ein neuer Beitrag.

von
Annette
Saloma
Uhr

Feiern am Abend, schlafen um Mitternacht: Silvester mit kleinen Kindern. (Bild: Annette Saloma)

Ein lauter Knall weckt mich. Ich mache die Augen auf. Ein zweiter Knall, ein dritter. Schlaftrunken überlege ich – da war doch was?! Ah ja, Silvester. Ein Blick auf die Uhr bestätigt meine Vermutung: Draussen wird das alte Jahr verabschiedet und das Neue eingeläutet. Ich stehe auf, gehe ans Fenster. Der Nachthimmel wird von tausend bunten Lichtern erhellt. Feuerwerk.

Noch vor ein paar Jahren war ich um diese Zeit an irgendeiner Party, manchmal in einem Club, meist bei jemandem zu Hause. Man ass, redete und trank, sass gemütlich beisammen und wartete, bis es Mitternacht war, um dann ausgiebig anzustossen, sich zu umarmen und für das neue Jahr viel Glück zu wünschen. Irgendwann gegen den frühen Morgen fiel ich ins Bett, schlief bis spät ins neue Jahr hinein.

Seit ich Kinder habe, habe ich es nie mehr geschafft, an Silvester aufzubleiben. Abgesehen davon, dass ich kein wirklicher Nachtmensch bin, hat sich mein Rhythmus dem meiner Kinder angepasst: Früh ins Bett, früh aufstehen. Zudem wacht mein Jüngster nachts immer noch ab und zu auf. Ich bin froh, wenn ich dazwischen genug Schlaf kriege.

Als ich selbst ein Kind war, verbrachten wir Silvester immer bei den gleichen Freunden. Sie hatten drei Kinder. Ich erinnere mich daran, wie wir bei uns oder ihnen zu Hause im Keller eine Geisterbahn bauten und unsere Eltern erschreckten. Ich erinnere mich an Rimus und Bleigiessen. Wie wir kurz vor Mitternacht aufgeregt von 10 auf 0 runterzählten und dann anstiessen.

Meine eigenen Kinder sind noch zu klein, um so lange aufzubleiben. Allerspätestens um 21 Uhr reiben sie sich die Augen und werden weinerlich – oder anstrengend und übermütig. Wir feiern zwar Silvester, manchmal auch mit Freunden, aber nicht bis Mitternacht. Die Kinder verstehen noch nicht, was der Jahreswechsel genau bedeutet. Und auch für mich hat Silvester die Magie der Kindheit verloren. Das macht nichts. Spätestens wenn der Nachwuchs ein wenig älter ist, wird sich das wieder ändern. Bis dahin lasse ich mich um Mitternacht von den Raketen wecken und betrachte meine Kinder. Die hält das Feuerwerk am Nachthimmel nicht vom Schlafen ab. Und spätestens um 7 Uhr begrüssen wir zusammen 2017. Auf dass es ein erfülltes, buntes, lustiges, fröhliches, liebevolles, abenteuerliches, gesegnetes und fantastisches Jahr wird!

Annette Saloma ist Redaktorin beim «Zürcher Oberländer»/«Anzeiger von Uster» und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern (2 und 5), die Familie lebt in Uster.

Autor: Annette
Saloma