Fertig gebastelt

«Family Affairs» ist der Familien-Blog auf Züriost und behandelt Themen rund um den Familienalltag mit Kind und Kegel. Drei Redaktorinnen und ein Redaktor aus der Region berichten über Alltagserlebnisse, Erziehungsfragen, Freizeitgestaltung – einfach alles, was Eltern im Umgang mit Kindern beschäftigt. Jeden Samstag erscheint ein neuer Beitrag. Heute gehts ums Weihnachtsbasteln.

von
Beatrice
Zogg
Uhr

Zu Weihnachten ist wieder Basteln angesagt. (Bild: Rainer Sturm/pixelio.de)

Sind Sie mit Ihren Kindern fleissig am Basteln? Götti und Gotti, die Grosseltern, Tanten und Onkel, alle sollen sie zu Weihnachten etwas bekommen, das von Herzen kommt. Also am besten etwas Handgemachtes. Ein mit einem Brandmaler malträtierter Holzkleiderbügel, ein Teelicht verziert mit Deko-Perlen (die dann schon beim Einpacken abfliegen, da sie nicht richtig kleben) oder etwa eine bunt angemalte Schnurbox, Sternen aus Bügelperlen ...

Jöh-Effekt hält nicht lange an

Beliebt sind auch Gegenstände aus Moosgummi, Filz oder Fimo. Es gibt praktisch keine Bastelei, die wir nicht schon fabriziert haben. Auch Geschenke aus der Foto-Ecke haben wir alle schon durch: Tasse mit lachendem Kind, Fotobuch mit beiden Kindern, Kalender mit Kindersujet der Jahreszeit angepasst ... Irgendwann ist der Nachwuchs auch zu gross für ständige Fotosessions, und der Jöh-Effekt gilt auch nur für die ersten paar Lebensjahre.

Bastelstreik

Ob die Freude der Beschenkten ob des kindlichen Basteleifers dann echt oder gespielt ist, lässt sich meist nicht eindeutig sagen. Auch nicht, ob die Geschenke auch brav zu Hause aufgestellt werden und als Staubfänger zum Einsatz kommen. Deshalb können unsere Gotti und Götti aufatmen – und wir mit ihnen.  Bei uns gibt es diese Weihnachten nichts Selbstgebasteltes mehr. Bastelstreik ist angesagt.

Genug Pfannen-Untersetzer, selbst gezogenen Kerzen, verzierte Parkscheiben oder Mausunterlagen mit Fotos – wer braucht die heute eigentlich noch? Dieses Jahr schenken wir – psssst, nicht weitersagen – Zeit und geselliges Beisammensein. Die Jungs schreiben eine schöne Weihnachtskarte und laden Gotti und Götti mit Anhang zu einem feinen Brunch ein, bei dem sie bei der Vorbereitung mithelfen. So haben alle etwas davon. Ein feines, ausgedehntes Zmorge und gemeinsame Zeit.

Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, eine selbst eingemachte feine Konfi zur Bruncheinladung wäre noch passend – nur schade, dass all die schöne Beeren und Früchte nun nicht Saison haben und ich im Sommer keine Konfi auf Vorrat produziert habe. Sonst hätte ich wohl glatt meinen Vorsatz «nichts Hand- oder Selbstgemachtes» gebrochen. Aber gebastelt wäre so eine selbst gemachte Konfi ja immerhin nicht ...

Beatrice Zogg ist Redaktorin beim «Anzeiger von Uster»/«Zürcher Oberländer». Ihre Kinder sind 9 und 13 Jahre alt. Sie wohnt mit ihrer Familie in der Gemeinde Volketswil.

Autor: Beatrice
Zogg