Hilfe, mein Kind spielt mit der Steckdose

«Family Affairs» ist der neue Familien-Blog auf Züriost und behandelt Themen rund um den Familienalltag mit Kind und Kegel. Drei Redaktorinnen und ein Redaktor aus der Region berichten über Alltagserlebnisse, Erziehungsfragen, Freizeitgestaltung – einfach alles, was Eltern im Umgang mit Kindern beschäftigt. Jeden Samstag erscheint ein neuer Beitrag.

von
Fabian
Senn
Uhr

Besonders auf Kabel haben es viele Kinder abgesehen. (Symbolbild: Fotolia)

Steckdosen, Kabel, Stühle, Gestelle, kleine Gegenstände – wer hätte gedacht, dass in einer Wohnung so viele Gefahren lauern. Für Erwachsene bergen die eigenen vier Wände nur wenig Risiken. Anders sieht es mit einem acht Monate alten Kind aus, das daran ist, seine Umgebung zu erkunden. So auch meine Tochter Ronja, die inzwischen unsere Wohnung unsicher macht. Vorbei sind die Zeiten, als man sie alleine auf einer Decke lassen konnte und sie sich mit einem Mobile beschäftigte. Sie kriecht sie nicht nur in der Wohnung umher, sondern zieht sich an allem, was auch nur ein Minimum an Halt bietet, hoch. Damit wird die Wohnung für unsere Tochter zur Gefahrenzone - zumindest aus Sicht der Eltern.

Wir haben uns eigentlich vorgenommen, nur minimale Anpassungen in der Wohnung vorzunehmen. Ronja soll mit unserer Hilfe lernen, was sie darf und kann. Doch so einfach ist es nicht. Türen werden zum Spielzeug, da kommen auch mal die Finger in den Spalt. Also haben wir sogenannte Türstopper gekauft, deren Nutzen uns noch etwas schleierhaft ist. Scharfkantige Ecken und Kanten aller Art ragen bedrohlich in die Wohnung, also mussten Gummiüberzüge her. Elektrokabel haben für Ronja etwas besonders faszinierendes, also verstecken wir sie in Kabelleisten. Ganz zu schweigen von Steckdosen, die Ronja magisch anziehen. Aus meiner Sicht zwar völlig unverständlich: es ist ja nur eine weisse Plastikfläche mit drei kleinen Löchern. Hier müssen wir ebenfalls eine spezielle Sicherung anbringen.

Trotz der Vorsorge: alle Gefahrenherde können wir nicht bannen. Gewisse Erfahrungen muss Ronja selbst machen. Zum Beispiel muss sie lernen, ihre Kraft einzuschätzen. Zieht sie sich an einem Stuhl hoch kann der umkippen und sie schlägt mit dem Kopf auf den Boden. Natürlich lassen wir sie nicht fallen, wenn wir dabei sind. Doch wir sind immer wieder von ihrer Schnelligkeit überrascht und das Weinen tut uns Eltern wahrscheinlich mehr weh, als dem Kind die Schmerzen. Trotz mehrerer Stürze hat Ronja noch nicht gelernt, wann sie sich zügeln muss. Daran hat auch die Beule an der Stirn nichts geändert, die sie sich an einem kleinen Tisch geholt hat. Es wird nicht die letzte gewesen sein.  

Autor: Fabian
Senn