Winterthur

Winterthurer Firmen lehnen Frauenquote ab

Winterthurer Firmen sind überzeugt, dass gemischte Teams bessere Leistungen erbringen. Trotzdem sind sie gegen die Einführung einer Frauenquote. Damit würde der Wettbewerb unfair verzerrt.

von
Michael
Hotz
Uhr

Eine Quote, um den Anteil von Frauen in den Verwaltungsräten und den Geschäftsleitungen zu erhöhen, kommt bei den Winterthurer Firmen nicht gut an – sie sind dagegen. (Bild: Konstantin Gastmann/pixelio.de)

In der Schweiz sind an den Firmenspitzen mehr Frauen tätig als auch schon. Eine Analyse acht grosser Winterthurer Unternehmen ergab Durchschnittswerte von etwas über zehn Prozent Frauenanteil in deren Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen (wir berichteten).

Firmen wollen mehr Frauen in Spitzenpositionen

Unter die Lupe genommen wurden die Versicherungsfirmen Axa Winterthur und Swica, die Industrieproduzenten Burckhardt Compression, Kistler Instrumente, Rieter und Sulzer, der Automobil-Zulieferer Autoneum sowie die Detailhandelsorganisation Volg Konsumwaren AG. Die Unternehmen  bekräftigen alle, mehr Frauen in die beiden höchsten Firmen-Gremien bringen zu wollen.

 

Eine Massnahme für die Steigerung von Geschäftsfrauen in Spitzenpositionen wird besonder ausgiebig und heiss diskutiert: die Einführung einer Frauenquote. Damit könnte gesetzlich festgelegt werden, wie hoch der Frauenanteil in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen von Schweizer Unternehmen sein müssten.

Quoten seien nicht zielführend

Was halten die acht Winterthurer Unternehmen von einer Frauenquote? Auf Anfrage bestätigen die acht Firmen übereinstimmend, dass sie gegen die Einführung einer solchen Quote sind. So sagt Rolf Sonderegger, CEO der Kistler Gruppe: «Unserer Ansicht nach sind fixe Quoten nicht zielführend, weil sie für eine unfaire Verzerrung des Wettbewerbs sorgen.»

Ähnlich antwortet Anahid Rickmann, Sprecherin bei Autoneum: «Staatliche Vorgaben an Privatunternehmen sind grundsätzlich problematisch. Ausschlaggebender Faktor für eine Einstellung ist Kompetenz, nicht Geschlechtszugehörigkeit.»

Seitens Swica heisst es ebenfalls: «Wir möchten die Person einstellen, die sich am besten für eine Aufgabe eignet, unabhängig von ihrem Geschlecht», so Silvia Schnidrig, Swica-Kommunikationsleiterin. Bei Sulzer weist man darauf hin, dass im Maschinenbau und in der Elektrotechnik nur wenige Frauen zu finden seien. «Quoten würden an dieser Situation nichts ändern», betont der Sulzer-Mediensprecher Rainer Weihofen.

Firmenkultur ist entscheidender

Auch keine Option sind für die befragen Unternehmen firmeninterne Richtlinien bezüglich eines Frauenanteils in Kaderpositionen. Stellvertretend teilt Saskia Hengartner von Burckhardt Compression mit: «Solche Richtlinien für die gesonderte Förderung von Frauen gibt es bei uns nicht.»

Die Unternehmen verfolgen lieber andere Methoden, um mehr Frauen an ihre Firmenspitzen zu bringen. So sagt Robert Wirz, Personalleiter der Region Ostschweiz bei Fenaco, zu der die Volg Konsumwaren AG gehört: «Anstatt Frauenquoten festzulegen, machen wir uns gezielt auf die Suche nach gut qualifizierten Frauen.»

Bei der Axa ist man überzeugt: «Aus unserer Sicht ist eine Quote nicht die Lösung. Vielmehr müssen die Struktur und die Kultur des Unternehmens verändert werden, dass es nachhaltig für Frauen und Männer ist», wie Sprecherin Christina Ratmoko mitteilt.

Autor: Michael
Hotz

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