Winterthur

Viel Lob für das nachhaltige Winterthur, aber…

Nachhaltigkeit hat für Michael Zeugin einen hohen Stellenwert. Im privaten, gesellschaftlichen und politischen Bereich setzt sich der GLP-Kantonsrat für einen grüneren Planeten ein. Den Winterthurern gibt er in Sachen Nachhaltigkeit Bestnoten, unverständlich findet er dafür das Vorgehen von Stadtwerk.

von
Tina
Schöni
Uhr

Nachhaltig sein, was heisst das eigentlich? Michael Zeugin, Winterthurer GLP-Kantonsrat und Präsident des Vereins «Filme für die Erde» (siehe Box), setzt sich mit dem Thema gerne auseinander. Auf die Frage nach der Definition des Wortes bringt der  Winterthurer Politiker das Stichwort Ressourcenerhalt ein: «Einfach erklärt heisst das: Im Wald soll nicht mehr abgeholzt werden, als nachwachsen kann.»

«Winterthur muss sich nicht verstecken.»
Michael Zeugin, GLP-Kantonsrat

In Winterthur sei man in Sachen Nachhaltigkeit auf gutem Weg. «Die Stadt muss sich keinesfalls verstecken, das Bewusstsein für die Umwelt ist hier vorhanden», erläutert Michael Zeugin. Als gute Beispiele nennt er Tibits, die Rest-Ess-Bar an der Obergasse oder den verpackungsfreien Laden Bare Ware, der erst kürzlich eröffnete.

Lob findet er auch für die Idee, an den Musikfestwochen wiederverwertbare Becher zu benutzen. «Die Leute sind überall engagiert und zeigen Einsatz.» Dass auch Winterthurer KMU-Betriebe Wert auf Nachhaltigkeit legen, freut Michael Zeugin umso mehr.

Handlungsbedarf bei Stadtwerk

Vorbehalte hat der Winterthurer dafür bei Stadtwerk. Diese entschied kürzlich, den geplanten Bau des Kleinwasserkraftwerks Stadtacher und den Wärmeverbund im Neuwiesenquartier nicht zu realisieren. In den Augen von Michael Zeugin kein nachhaltiger Entscheid. «Es ist enttäuschend zu sehen, dass Stadtwerk bei wichtigen Infrastrukturen zurückschreitet.»

Wir verlosen noch bis am Freitag, 22. September, vier Dokumentarfilme zum Thema Nachhaltigkeit. Hier gehts zur Verlosung.

Ebenso wenig Verständnis hat Michael Zeugin für die Haltung gewisser Parteikreise betreffend Atomstrom. «Ich staune ernsthaft darüber, wie manche die Subventionierung von Photovoltaikanlagen verteufeln und gleichzeitig die immensen staatlichen Subventionen bei den Atomkraftwerken ignorieren können.» Letztere seien weder nachhaltig, noch besonders lukrativ für die Schweizer Wirtschaft. «Da wird aufs falsche Pferd gesetzt», merkt er an.   

Carsharing als nachhaltige Chance

Chancen, noch nachhaltiger zu werden, sieht Michael Zeugin in Winterthur zum Beispiel beim «Carsharing». Er selbst ist Mobility-Nutzer. Das sei eine gute Möglichkeit, nicht ganz aufs Auto zu verzichten und dennoch die nachhaltigere Variante zu wählen.

Privat versuche er, wann immer möglich, auf einen nachhaltigen Lebensstil zu achten. Er kaufe Bio-Produkte und nutze bei Reisen bevorzugt den öffentlichen Verkehr statt des Flugzeugs. Der GLP-Politiker ist sich sicher: «Wer keinen nachhaltigen Lebensstil hat, verpasst viel Lebensqualität. Nachhaltig Leben macht Spass.» Auch als Einzelperson könne man mit etwas umweltbewussterem Handeln viel bewegen.

Wie viel – das soll am «Filme für die Erde»-Festival am Freitag, 22. September, auch Thema sein.

Das «Filme für die Erde-Festival» findet am Freitag, 22. September, Kino Kiwi Neumarkt 11 in Winterthur statt. Es werden vier Filme zum Thema Nachhaltigkeit gezeigt. Abgerundet wird der Anlass durch eine Expertendiskussion sowie lokale Ausstellungen von Nachhaltigkeits-Pionieren. Dabei zeigen Vereine konkrete Handlungsmöglichkeiten, um durch bewussten Konsum das Alltagsleben nachhaltiger zu gestalten. Mehr Informationen zum Anlass finden Sie hier.

Autor: Tina
Schöni

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