Winterthur

Umstrittene Plakatkampagne am Bahnhof

Am Bahnhof Winterthur haben kürzlich Plakate der Clinic Plastica zu reden gegeben. Die Kampagne, die für Schönheitsoperationen wirbt, polarisiere und sei sexistisch, finden Kritiker. Die Chirurgin bezieht Stellung zu den Vorwürfen.

von
Tina
Schöni
Uhr

Die Werbekampagne der Clinic Plastica sorgte unter anderem wegen ihres Slogans für Gesprächsstoff. (Bild: Tina Schöni)

Wer die letzten Tage am Bahnhof Winterthur auf die Werbekampagnen in der Unterführung zu den Gleisen achtete, dem wird ein royalblaues Plakat womöglich nicht entgangen sein. Neben der satten blauen Farbe ist auch der Werbetext ein Eyecatcher. In weisser Schrift prangten dort die Worte «Schönheit ist Frauensache». Die Firma Werbestadt wirbt damit für Schönheitsoperationen der Clinic Plastica in Winterthur.

In den letzten Tagen hat die Kampagne allerdings für Gesprächsstoff gesorgt. Sie polarisiere und sei sexistisch, finden Kritiker. Weil die Werbung Schönheitsoperationen bewerbe, suggeriere sie, dass auch heute noch an einem bestimmtem weiblichen Schönheitsideal festgehalten werde. Doch was ist dran an diesen Vorwürfen? Und was will die Clinic Plastica mit dem provokant formulierten Slogan ihrer Zielgruppe mitteilen?

Vorwürfe dementiert

Die Chirurgin Sonja A. Meier hat sich dazu geäussert. Die Vorwürfe, mit der Werbung Frauen aufzufordern, nach einem bestimmten Schönheitsideal zu streben, weist sie klar von sich: «Der Slogan soll niemandem suggerieren, dass er sich nach einem Schönheitsideal richten muss. Die Kampagne soll darauf aufmerksam machen, dass es auch plastische Chirurginnen gibt. Heute haben Männer und Frauen die Wahl, ob sie lieber von einem Arzt oder einer Ärztin behandelt werden möchten.»

«Hochaktuell und Zeitgemäss»

Mit Sexismus habe die Kampagne nichts zu tun, so die Chirurgin. «Als Frau würde ich nie hinter einer sexistischen Kampagne stehen», betont sie. Die Werbekampagne sei zeitgemäss und behandle ein Thema, das nach wie vor hochaktuell sei und viele Menschen beschäftige. «Die Plakate sollen informieren und Mut machen, bei Bedarf eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Viele Menschen haben den Wunsch etwas zu verändern, oder sich über die Möglichkeiten zu informieren. Die Angst und Hemmungen, sich für eine Beratung anzumelden, sind aber teilweise gross», so Sonja A. Meier. Ausserdem seien die Themen ‹Ästhetik und Schönheit› den meisten Frauen zwar näher als Männern, die Plakatwerbung richte sich aber nicht an ein bestimmtes Geschlecht, sondern spreche Männer wie Frauen an.

Autor: Tina
Schöni

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