Winterthur

Theater rückt Cybermobbing ins Rampenlicht

Das aktuelle Stück «Homevideo» im Theater Kanton Zürich in Winterthur könnte nicht aktueller sein. Es erzählt von den Folgen von Cybermobbing. Die Sensibilisierung sei wichtig, finden Regisseur Rüdiger Burbach und Schauspieler der ZHdK Silvio Kretschmer.

von
Tina
Schöni
Uhr

Regisseur Rüdiger Burbach (l.) und Jungschauspieler Silvio Kretschmer freuen sich auf die Premiere von «Homevideo» im Theater Kanton Zürich. (Bild: Tina Schöni)

In der Schweiz ist jeder fünfte Schüler im Internet schon schikaniert worden. Zumindest belegt das eine Studie von Vodafone und vom Umfrageinstitut YouGov. Gerade im Jugendalter scheint Cybermobbing durch die Nutzung von Social Media und Online-Foren immer häufiger präsent. Das reicht von Beleidigungen und öffentlichem Blossstellen bis hin zur ungewollten Verbreitung von Fotos und Videos im Netz.

Das Theaterstück «Homevideo» widmet sich diesem hochaktuellen Problem. Nächste Woche Donnerstag, 23. März, wird die Bühnenfassung von Can Fischer zum ersten Mal im Theater Kanton Zürich in Winterthur aufgeführt.

«Das Thema wird immer aktueller»

Die Geschichte von «Homevideo» geht unter die Haut. Sie basiert auf dem Drehbuch des gleichnamigen deutschen Fernsehfilms von 2011 von Jan Brarens und erzählt vom 15-jährigen Jakob, der Opfer von Cybermobbing wird. Jungschauspieler der Zürcher Hochschule der Künste Silvio Kretschmer schlüpft für das Stück in seine Rolle.

«Das Teenager-Alter habe ich zwar schon hinter mir, aber gewisse Erfahrungen, die Jakob in der Pubertät erlebt, kenne ich auch aus dem eigenen Leben», erzählt der 22-Jährige. In seinen Augen sei es wichtig, dass vermehrt für Cybermobbing sensibilisiert werde. «Das Thema wird immer aktueller», fügt er hinzu.

«Gewisse Erfahrungen kenne ich aus dem eigenen Leben» (Jungschauspieler, Silvio Kretschmer)

Rüdiger Burbach, Regisseur des Stücks, bestätigt diese Ansicht: «Als Vater von zwei Kindern komme ich mit dem Thema selbst in Berührung und mache mir so meine Gedanken.» Mobbing im Internet sei aber nicht allein Teil des Theaterstücks, wie der Regisseur betont. «Im Stück geht es um wahnsinnig viel mehr. Es ist reich an Themen.» So spielten auch Freundschaft, Liebe, die Scheidung der Eltern, Leistungen in der Schule sowie die Kommunikation über Online-Foren und Chats eine wesentliche Rolle.

 

Autor: Tina
Schöni

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