Winterthur

Sulzer baut 90 Arbeitsplätze ab

Es ist ein Stellenabbau mit Ankündigung. Seit längerer Zeit ist klar, dass Sulzer die Belegschaft deutlich reduzieren will. Jetzt trifft es einmal mehr die Schweiz. In Winterthur werden 90 Industriearbeitsplätze abgebaut.

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Sulzer baut in Winterthur 90 Industriearbeitsplätze ab. Künftig wird der Industriekonzern im Inland nur noch an zwei Standorten produzieren. (Bild: Keystone)

Sulzer-Chemtech stellt in Oberwinterthur Anlageteile für Raffinerien her. Die Produktion von Kolonnenböden, Kolonneneinbauten, statischen Mischern und strukturierten Packungen für den Öl- und Gasmarkt will Sulzer jetzt jedoch an andere, günstigere Produktionsstandorte verlagern.

Bis Mitte 2017 verschwinden damit in Winterthur 90 Industriearbeitsplätze und mit ihnen die letzte Produktionsstätte des Traditionskonzerns in der Gründungsstadt. Das teilt der Konzern am Freitag, 11. März 2016, mit.

Stellenabbau nicht überraschend



Auf absehbare Zeit wird Sulzer nur noch in Allschwil BL und in Haag SG produzieren. In Winterthur verbleiben lediglich Konzernhauptsitz, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung von Sulzer-Chemtech. Aktuell beschäftigt Sulzer in der Schweiz insgesamt noch rund 1100 Angestellte. Mitte 2012 waren es noch 1400.

Die Streichung von weiteren 90 Stellen in der Schweiz kommt nicht überraschend. Seit 2013 befinden sich die Absatzmärkte des Industriekonzerns im Abschwung, wobei in den letzten Quartalen vor allem der Zerfall des Ölpreises und in Bezug auf Schweizer Produktionsstandorte der starke Franken dem Maschinenproduzenten für die Öl- und Gasindustrie zugesetzt hat. Damit begründet Sulzer denn auch den Abbau in der Schweiz. Bereits Mitte des letzten Jahres hat Sulzer-Chemtech die Einstellung eines Teils der Produktion in Allschwil angekündigt.

Empörte Gewerkschaften

Bei den Gewerkschaften stösst die Ankündigung der Produktionsschliessung auf Unverständnis. Für Angestellte Schweiz ist es gemäss Communiqué unverständlich, dass «Viktor Vekselberg, der als Hauptaktionär Sulzer kontrolliert, nicht in den Standort Schweiz und die Arbeitsplätze investiert». Der Arbeitnehmerverband verlangt vom Management von Sulzer Chemtech, in der jetzt gestarteten Konsultationsphase Alternativen zur Schliessung zu prüfen.



Die Gewerkschaften Unia und Syna zeigen sich darüber empört, dass der Konzern den Aktionären eine Sonderdividende ausschüttet und gleichzeitig Arbeitsplätze abbauen will. Der Konzern stelle Profitgier über alles andere, heisst es in der Mitteilung der Unia. Syna bezeichnet den Entscheid als Ohrfeige für die Arbeitnehmenden. Beide Gewerkschaften fordern, dass die Politik Massnahmen gegen die Deindustrialisierung der Schweiz ergreift.

(mig/sda)

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