Winterthur

Smartphones auf der Leinwand

Der Winterthurer Jürg Baumann stellt ab Anfang März seine Acrylbilder im Bistro Gate 27 aus. Die neuen Werke des Künstlers porträtieren die Smartphone-Nutzung der jungen Generation im Alltag.

von
Tina
Schöni
Uhr

Die Werke von Jürg Baumann behandeln das Thema Smartphone im Alltag. (Bild: Tina Schöni)

Die Benutzung von Smartphones ist heutzutage allgegenwärtig. Es scheint kaum einen Moment zu geben, in dem auf den Einsatz des multifunktionalen Geräts verzichtet wird. Diese Entwicklung ist auch dem Winterthurer Jürg Baumann nicht entgangen. Doch statt sich über den technologischen Wandel und die zunehmende Abhängigkeit vom digitalen Gerät zu ärgern, hat sich der Künstler dieses IT-Thema zunutze gemacht. «Ich suche die Schönheit in der Aktualität. Was mich fasziniert, wird gestalterisch umgesetzt», erklärt Jürg Baumann.

In der virtuellen Welt versinken

Inspiriert von Alltagsphänomenen hat der Künstler in seinem Atelier im Winterthurer Quartier Gotzenwil zahlreiche Kunstwerke zu Themen wie Vintage, Architektur, Mobilität, Kommunikation und Gender geschaffen. Hauptberuflich ist er als Kunstlehrer tätig. Seine 15 aktuellsten Acrylbilder bilden die Generation der sogenannten Tecnoholics ab. Die bunten Werke zum Thema Smartphone im Alltag reihen sich an den Wänden seines Ateliers aneinander und zeigen junge Leute, die konzentriert und selbstvergessen auf ihre Handys blicken. In ihren Gesichtern spiegeln sich die Farben der aufgerufenen Webseiten.

Zur Beheimatung der Figuren hat der Künstler die schützende Muschel gewählt. «In dieser Oase der Diskretion wird gesurft, gezockt und gepostet», so Jürg Baumann. Die Inspiration für diese Motive hat er im Alltag gewonnen. «Wenn ich die Jugendlichen am Smartphone beobachte, dann fällt mir immer ihre Körperhaltung auf. Meistens haben sie einen etwas gekrümmten Oberkörper. Sie ziehen sich zurück, kapseln sich ab und versinken ganz in ihrer virtuellen Welt.» Mit seinen Bildern will Jürg Baumann nicht moralisieren oder werten, sondern es jedem ermöglichen, die vertraute Alltagswelt selber zu deuten.

Autor: Tina
Schöni

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