Winterthur

Reich beschenkter Gemeinderatspräsident

Nach der Wahl zum höchsten Winterthurer lud Felix Landolt (SP) zur Feier in den Läbesruum. Der Tradition folgend überreichten die einzelnen Fraktionen dem neuen Gemeinderatspräsidenten verschiedene Geschenke. Die Präsente reichten von einer Sitzbank bis zu einer Solar-Laterne.

von
Michael
Hotz
Uhr

Felix Landolt (SP) erhielt an seiner Wahlfeier viele Geschenke. (Bilder: Michael Hotz)

Felix Landolt ist höchster Winterthurer. Der SP-Gemeinderat wurde am Montagabend mit 48 von 54 gültigen Stimmen zum Parlamentspräsidenten gewählt (wir berichteten).

Im Anschluss an die Gemeinderatssitzung lud Felix Landolt zur Wahlfeier. Diese fand im Restaurant Eulachstrand im Läbesruum statt. Dort wartete ein grosszügiges libanesisches Büffet auf die Parlamentarier.

Andenken an die Zeit in der BBK

Nach dem Essen kam es zu den traditionellen Geschenken, die die einzelnen Gemeinderatsfraktionen ihrem neuen Chef überreichten. Den Anfang machte die EVP/BDP. Deren Fraktionspräsidentin Lilian Banholzer überreichte dem neuen Gemeinderatspräsidenten das Buch «Winterthurer Ansichten» als Andenken an seine Zeit in der Sachkommission Bau und Betriebe (BBK).

Lilian Banholzer sagte dazu: «Das Buch zeigt, dass unsere Stadt anno dazumal noch viel Platz hatte. Als Ex-BBK-Mitglied kannst du stolz darauf sein, wie sich  Winterthur entwickelt hat.» Mit auf den Weg gab es auch einen Gutschein der Trattoria La Torre, in der die BBK-Mitglieder nach ihren Sitzungen jeweils essen gehen.

Schokolade in den CVP-Farben

Als nächstes an der Reihe war die CVP/EDU-Fraktion mit deren Präsidentin Iris Kuster. In Erinnerung an eine flammende Rede zur Laternen-Gebühr von Felix Landolt überreichte die CVP-Parlamentarierin dem höchsten Schweizer eine Solar-Laterne aus Südafrika – «aus nachhaltiger Produktion», wie Iris Kuster betonte.

Gefüllt wurde die Laterne mit «Schöggeli in den CVP-Farben», Ovomaltine-Schokolade. «Du weisst ja, Felix: Mit Ovomaltine kannst du es nicht besser, aber länger», sagte Iris Kuster augenzwinkernd.

Twitter-Account für den Social-Media-Muffel

Der Grünen-Gemeinderat Christian Griesser bewies anschliessend sein komödiantisches Talent. Er habe erfahren, dass Felix Landolt ein Handy-Verweigerer sei und die Sozialen Netzwerke meide. Christian Griesser sagte: «Ein Natel können wir als Grüne dir nicht schenken, dafür aber ein Twitter-Account. So einen braucht ein Präsident einfach.»

Die Aufsicht über den Account übergab der Grüne aber dem SP-Co-Präsident Christoph Baumann, damit Felix Landolt seinen Twitter-Zugang nicht einfach entsorge. Dann erklärte Christian Griesser, wie er sich die Kommunikation zwischen den beiden SP-Genossen vorstelle: «Felix, wenn du twittern willst, greifst du einfach zum Telefon und teilst Christoph mit, was er schreiben soll.»

Damit der höchste Schweizer auch Bilder auf Twitter veröffentlichen kann, schenkten ihm die Grünen eine Polaroid-Kamera. Christian Griesser führte aus: «Du machst mit der Kamera ein Foto, steckst es in ein Couvert und schickst es dann an deinen Parteipräsidenten.»

Ein Parkplatz für die Musse

FDP-Fraktionspräsident Stefan Feer liess die Anwesenden wissen, dass sich die Freisinnigen seit einem Jahr darauf freuen, Felix Landolt ein Geschenk überreichen zu dürfen. Die erste Idee sei ein mobiler präsidialer Autoparkplatz gewesen.

Auf dieses Zeichen hin musste Felix Landolt den Raum durch einen Seiteneingang verlassen. Stefan Feer erzählte dem Rest des Publikums: «Dieses Vorhaben mussten wir irgendwann begraben, denn die Regeln dazu haben sich geändert. Deshalb schenken wir Felix ein Parkplatz für die Musse.»

Gleich darauf trugen FDP-Gemeinderäte den neuen Gemeinderatspräsidenten auf einer Gartensitzbank zurück in den Raum. Felix Landolt bedankte sich mit den Worten «Das war das erste Mal, dass ich in einer Sänfte befördert werde».

Ein Backstein mit verschiedenen Kleinigkeiten

Silvia Gygax-Matter und Martin Zehnder überreichten im Namen der GLP/Piraten-Fraktion einen echten Backstein vom mittlerweile abgerissenen Werk 1. Der Backstein, präsentiert auf einem Sockel, wurde mit verschiedenen Kleinigkeiten versehen.

Ein Draht, damit Felix Landolt den Draht zu den anderen Parlamentariern nicht verliere. Ein Schraubenzieher, falls bei dem einen oder anderen Gemeinderat eine Schraube locker sei. Ein Chupa Chup, weil sein neues Amt kein Zuckerschlecken sei. Ein Traubenzucker für Energie und eine Batterie für Erleuchtung.

Was enthält ein Paket Suffizienz?

Für die SVP überreichte Daniel Oswald die Geschenke. Der Fraktionspräsident hatte sich im Voraus über die Herkunft des Namens Landolt schlau gemacht. Dabei habe er erfahren, dass dieser Nachname auch aus dem Kanton Glarus stamme, dem Heimatkanton von Daniel Oswald. Deshalb erhielt der höchste Schweizer als erstes eine Glarner Spezialität, ein Ziggerstöckli. Anschliessend wurde Felix Landolt ein grosses Paket überreicht.

Daniel Oswald erklärte: «Du bist ein grosser Verfechter der Suffizienz. Das bedeutet auch Verzicht. Nun also ein grosses Pack Suffizienz für dich.» Das Paket war also leer. Dann gab es noch ein liberales Präsent als kleiner Seitenhieb: das Buch «Sackgasse Sozialstaat».

Im Winter heizt Felix Landolt nur mit einem Schwedenofen

Den Abschluss machte die Partei von Felix Landolt, die SP. Silvio Stierli berichtete einige Anekdoten aus dem Wirken des jetzigen höchsten Winterthurers. So erfuhren die Anwesenden, dass einige Gäste sich im Winter schon darüber beklagt hätten, dass es bei Felix Landolt zuhause zu kalt sei. Er heize nur mit seinem Schwedenofen.

Die Geschenke standen ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Es gab einen Jutesack sowie eine Flasche Wein aus Winterthur.

Autor: Michael
Hotz

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