Antifaschistische Koordination Winterthur

Rechtsextreme im Visier

Linke Bewegungen, die sich gegen Kapitalismus und Faschismus einsetzen, gibt es auch in der Eulachstadt. So die kürzlich ins Leben gerufene Antifaschistische Koordination Winterthur. Doch wer steckt dahinter und was verlangen sie konkret von der Regierung?

von
Christian
Saggese
Uhr

Die Mitglieder der AKW bleiben momentan noch im Dunklen. (Bild: Stephanie Hofschläger/Pixelio.de)

AKW – Antifaschistische Koordination Winterthur – nennt sich eine kürzlich ins Leben gerufene antifaschistische Bewegung. Als Auslöser nennt die Gruppierung für die Gründung unter anderem hiesige Treffen der PNOS, der Partei national orientierter Schweizer. «Wir wissen beispielsweise, dass die PNOS unter falschem Namen versuchte, Anfang Jahr Turnhallen in Winterthur und Elgg zu mieten», sagt die AKW. Weiter habe man Kenntnis darüber, «dass im Dezember 2016 im Pfadiheim Schützenweiher am Rosenberg ein geheimes Neonazitreffen stattfand, an dem rund 80 Faschisten aus der ganzen Schweiz sowie aus Deutschland anwesend waren. Die Pfadfinder wurden übel hinters Licht geführt.» 

Mitglieder aus vielen Gesellschaftsschichten

Die AKW ist bisher nicht öffentlich in Erscheinung treten, dennoch haben sie dem «Stadi» einige Fragen beantwortet. Beispielsweise, wer hinter der Gruppierung steckt. «Über die genaue Anzahl Mitglieder führen wir kein Buch, aber wir sind Menschen aller sozialer Schichten, die meisten zwischen 20 und 40 Jahre alt, die sich aktiv gegen Rassismus, Faschismus, Homophobie und noch vieles mehr zur Wehr setzen müssen.» Es sei egal, ob jemand Student ist oder auf dem Bau, im Büro, hinter der Bar, in einem Callcenter oder gar nicht arbeitet. 

«Einige von uns sind in Nachbarschaftsinitiativen aktiv, wo man sich für die Interessen der Mieter engagiert und gegen die Verdrängung aus den Quartieren kämpft. Andere organisieren sich zusammen mit Flüchtlingen, wieder andere sind bei den FCW-Fans aktiv und einige versuchen immer noch einen sozialrevolutionären Generalstreik auf die Beine zu stellen. Auch im kulturellen Bereich haben wir Leute.»

Wert lege die AKW insbesondere darauf, dass bei den Mitgliedern Antifaschismus eine Grundeinstellung ist, die man im Alltag lebt. Zudem zähle eine gute Vernetzung und ein starken Rückhalt in der Stadt. «Wenn es darauf ankommt, können wir uns auf eine ganz ordentliche Masse von solidarischen Winterthurerinnen und Winterthurer verlassen.»

Kein Vertrauen in die Regierung

Die Vorwürfe der AKW an die Stadtregierung von Winterthur sind happig. «Auch bei uns wird vor allem eine Politik für die Reichen und nicht für uns Lohnabhängige betrieben», sind sie überzeugt. Man mache munter mit im Buhlen um gute Steuerzahler und treibe so die soziale Verdrängung voran. «Eine solche Politik spielt Menschen gegeneinander aus und sorgt für ein Klima der Existenzangst, in dem Rassismus und andere Ausgrenzungsideologien gedeihen.»

Dies zeige sich beispielsweise auch dadurch, ist die AKW überzeugt, dass man jene kriminalisiere, die gegen rechte Hetze auf die Strasse gehen. Wie bei der Standortfucktor-Kundgebung im September 2013, «als die friedlichen Demonstranten von Beginn weg eingekesselt wurden. Wir erinnern uns, eine Teilnehmerin wurde durch Gummischrot am Auge verletzt.»

Ausländerfeindliche Sprüche nicht tolerieren

Was erwartet die antifaschistische Bewegung konkret von der hiesigen Regierung? «Nichts. Im Ernst, von der Politik darf man nicht allzu viel erwarten.» Aber an die Bevölkerung haben sie eine klare Aufforderung: «Schaut nicht weg bei ausländerfeindlichen Sprüchen. Über diese lacht man nicht und ignoriert sie auch nicht. Greift ein bei rassistischer Gewalt, helft euch gegenseitig.»

Die AKW könnte es sich vorstellen, eines Tages mit Kampagnen und Informationsveranstaltungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch ihr prioritäres Ziel sei es vorerst, «ein Bewusstsein in den Köpfen und eine Leidenschaft dafür in den Herzen zu entfachen, um sich gegen Unterdrückung und die kapitalistische Ausbeutung einzusetzen.»

Autor: Christian
Saggese

Kommentare

"Andere organisieren sich zusammen mit Flüchtlingen"
Jedem selbstverliebten Refugees Welcome-Typen 2-3 Migranten an die Hand geben. Versorgung auf eigene Kosten versteht sich. Dann ist das "Helfen" in Sekunden zu Ende. Nur immer dumm schwätzen so lange andere bezahlen.

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare können nur von registrierten Benutzern erfasst werden. Gehe zur Registrierung.