"Stadi"-Leserreise

Mit Dampf über die ganze Furka-Bergstrecke

Der «Stadtanzeiger» organisiert mit Hesscar vier Fahrten (26. Juni, 11. Juli, 1. August, 8. August) mit der Dampfbahn auf der Furka-Bergstrecke von Realp bis Oberwald. Die Furka-Bergstrecke gleicht einem Wunder: Streckenverlauf im rauen Gebirge, restaurierte Dampf­lokomotiven und die Tatsache, dass es die Strecke noch gibt. Mittagessen im Res­taurant Alpenrösli auf der Grimselpasshöhe und je nach Datum Spaziergang durch die Aareschlucht oder Besuch in der Glasi Hergiswil.

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Die Dampfbahnfahrt auf der Furka-Bergstrecke ist mit eine der beliebtesten "Stadi"-Leserreisen. (Bild: zvg)

*** Diese Leserreise wurde erfolgreich durchgeführt. Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich. Aktuelle Leserreisen finden Sie auf: http://zueriost.ch/life/leseraktionen ***

Der 12. August 2010 ist ein Freudentag gewesen: An jenem Tag ging ein Traum in Erfüllung. Die ganze Bergstrecke an der Furka, von Realp UR bis Oberwald VS, ist seither wieder durchgehend befahrbar. Erinnern wir uns: Am 11. Oktober 1981 hat der letzte reguläre Zug der Furka-Oberalp-Bahn (FO, heute MGB) die Linie passiert. Seither verschwinden die MGB-Züge, auch der berühmte Glacier-Express, in Oberwald und Realp im Furka-Basistunnel. Die scheinbar nutzlos gewordene Bergstrecke sollte zum Abbruch freigegeben werden.

Rettet die Bergstrecke!

War es wirklich der letzte Zug auf der Bergstrecke? Mit der definitiven Einstellung der einmaligen Bergstrecke wollten sich Tausende von Eisenbahnfreunden und -idealisten nicht abfinden. Komitees entstanden und verhinderten vorerst den Abbruch. Am 27. Mai 1985 wurde in Lausanne die Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG (DFB) gegründet, exakt am gleichen Ort, wo auf den Tag genau 75 Jahre zuvor die erste ­Furkabahn ins Leben gerufen worden war. Jahre, Jahrzehnte des Geldsammelns, der Freiwilligeneinsätze, aber auch der Professionalisierung begannen. Im Sommer 1992 konnte auf der Urner Seite mit dem Abschnitt Realp–Tiefenbach ein erstes Teilstück in Betrieb genommen werden. Seither ist Etappe um Etappe gefolgt. Vor neun Jahren dampfte der erste Direktzug von Realp nach Gletsch. Jetzt ist auch das letzte Teilstück, jenes nach Oberwald hinunter, in Betrieb. Der «Winterthurer Stadtanzeiger» dampft mit.

Die Dampflokomotiven, die an der Furka unterwegs sind, ertragen Anhängelasten von 40 bis 75 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit auf Adhäsionsstrecken variiert von 30 bis 45 km/h. Gemeinsam ist ihnen, dass sie die Zahnradstrecken des Systems Abt mit 15 km/h befahren können.

Furkahorn und Gletscherhorn

Sehr abenteuerlich präsentiert sich der Lebenslauf der HG-3/4-Lokomo­tiven, die Namen wie «Furkahorn» und «Gletschhorn» tragen. Insgesamt zehn Maschinen dieses Typs entstanden 1913/1914 in den Werkstätten der «Loki» (SLM) in Winterthur. Nach der Elektrifizierung der Furkabahn 1942 gelangten vier davon über Frankreich nach Vietnam. Nach dem Ende des ­Vietnamkriegs wurden sie dort nutzlos und rosteten vor sich hin. Die DFB spürte sie auf und brachte sie trotz vieler politischer und technischer Hindernisse in die Schweiz zurück. Perfekt restauriert, dampfen sie wieder in ihrer ursprünglichen Heimat. Ab Realp (1538 m ü. M.) zieht sich die Bahn der Furkareuss entlang, bis nach ­sieben ­Kilometern die Station Furka (2160 m ü. M.) erreicht wird. Auf halbem Weg befindet sich die Station Tiefenbach mit Ausweichgleis. Von den Kunstbauten ist die Steffenbachbrücke welt­berühmt.

Die 36 Meter lange Stahlkonstruktion wird jeweils im Herbst auf die Widerlager zurückgezogen und im Frühjahr wieder aufgerichtet. So können während des Winters die Lawinen ungehindert passieren.

Für 1874 Meter im Untergrund
Ab Station Furka verschwinden die Dampfzüge im 1874 Meter langen Scheiteltunnel, um bei der Ausweichstation Muttbach-Belvédère wieder ans Tageslicht zu kommen. Nachher zieht sich die Linie dem Muttbach, später der Rhone entlang. Nach 12,9 Kilometern Fahrt wird Gletsch­ (1759 m ü. M.), der Ausgangspunkt der Grimselpassstrasse, erreicht.

Die letzte, zugleich neuste Etappe misst fünf Kilometer und weist einen Höhenunterschied von rund 400 Metern auf. In Oberwald (1366 m ü. M.) trifft die nostalgische DFB wieder auf die moderne MGB, die dort in den Ba­sis­tunnel ein- und ausfährt.

 

Daten:
Sonntag, 26. Juni, Montag, 11. Juli, Montag, 1. August (mit Spaziergang durch die Aareschlucht)

Montag, 8. August (mit Besuch der Glasi Hergiswil)
 

Preis pro Person: 149 Franken

Abfahrt: 6.45 Uhr ab Winterthur, Lagerhausstrasse 18 (nahe Bahnhof)

 

Interessiert? Jetzt anmelden via Email: leserreise@stadinews.ch (bitte mit kompletter Adresse, Anzahl Personen und gewünschtem Datum)

 

 

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