Digitalisierung von Stokys

Letzte Chance der Baumer Traditionsfirma

Seit 75 Jahren wird mit Stokys-Metallteilen alles zusammengeschraubt, was die Phantasie hergibt. Überleben kann das Unternehmen nur aufgrund von Idealisten, Gewinn bringen die Metallbaukästen nicht mehr ein. Die gestartete Crowdfunding-Kampagne soll die Traditionsfirma erhalten – und ihren Übergang ins digitale Zeitalter einläuten.

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Stokys ist ein Stück Schweizer Geschichte: Gegründet wurde das Unternehmen 1941 in Luzern, als der Zweite Weltkrieg die Besorgung von Spielwaren erschwerte. Seither werden mit den Metallteilen von Spielzeug-Karussellen über Erdnuss-Schleudern oder Smartphone-Ständer bis hin zu computergesteuerten Maschinen allerlei Modelle kreiert.

Inzwischen bringe Stokys keinen Gewinn mehr ein, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Bis heute würden sich Idealisten mit Freiwilligenarbeit dafür einsetzen, die Metallbaukästen am Leben zu erhalten. Getragen wird die Firma von Geschäftsführer Beat Schaufelberger sowie den Teilzeitmitarbeitern Ernst Schmid und Ernst Leimbacher.

Virtuelle Plattform für die Weiterentwicklung

Für den Nischenhersteller mit Sitz in Bauma hat sich das Bestehen im globalen Massenmarkt immer schwieriger gestaltet. Anstatt die Produktion auszulagern und höhere Gewinnmargen zu erzielen, setzt Stokys weiterhin auf eine Herstellung in der Schweiz. Um das auch künftig zu ermöglichen, ist gestern die Crowdfunding-Kampagne Stokys 2.0 auf wemakeit gestartet worden.

STOKYS 2.0 Crowdfunding Video from STOKYS on Vimeo.

Eine erfolgreiche Kampagne rettet nicht nur die Zukunft der Traditionsfirma, sondern ermöglicht auch die Überführung ins digitale Zeitalter mit einer Online-Plattform. Deren Mitglieder profitieren von diversen Zusatzleistungen wie dem kostenlosen Ersatz von Verbrauchsgegenständen, vor allem aber tauschen sie sich virtuell über ihre Einfälle und Modelle aus und entwickeln diese gemeinsam weiter.

Jubiläumsfeier in Winterthur

Zur realen Begegnung kommt es dieses Wochenende an der 75. Jubiläumsfeier von Stokys: Vom 24. bis 26. März werden im Technorama Winterthur die ausgefallensten Modelle gezeigt, und Senioren geben ihre jahrzehntelange Stokys-Erfahrung an Kinder weiter. (eka)

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