Fremdspracheninitiative am 21. Mai

«Leistungsstarke Schüler dürfen nicht benachteiligt werden»

Schülerinnen und Schüler sollen künftig erst auf Sekundarstufe eine zweite Fremdsprache lernen müssen. Darüber wird im Kanton Zürich am 21. Mai abgestimmt. Die Winterthurerin Gabriela Kohler, Präsidentin KEO/ Kantonale Elternmitwirkungs-Organisation, ist gegen dieses Vorhaben und erklärt warum.

von
Christian
Saggese
Uhr

Gabriela Kohler, Präsidentin KEO/ Kantonale Elternmitwirkungs-Organisation. (Bild: zvg)

Die kantonale Volksabstimmung «Mehr Qualität - eine Fremdsprache an der Primarschule»  verlangt, dass eine zweite Fremdsprache künftig erst in der Sekundarschule unterrichtet wird. Ob dies Englisch oder Französisch sein wird, steht noch offen.

Die Winterthurerin Gabriela Kohler, Präsidentin KEO/ Kantonale Elternmitwirkungs-Organisation, empfiehlt ein Nein in die Wahlurne zu legen. Und zwar darum:

«Bereits im Jahr 2006 hat das Zürcher Stimmvolk eine ähnliche Initiative deutlich abgelehnt. Dieselben Initianten fordern nun erneut, dass eine von zwei Fremdsprachen von der Primarschule auf die Oberstufe verlegt wird. Dies wäre mit grosser Wahrscheinlichkeit Englisch.

Zwei Umfragen der Kantonalen Elternmitwirkungs-Organisation im Jahr 2014 und 2015 haben ebenfalls ergeben, dass die Mehrheit der befragten Eltern das Erlernen von zwei Fremdsprachen ab der Primarschule befürwortet. Die meisten befragten Mütter und Väter bevorzugen Englisch. Allerdings dürfe das Erlernen der zweiten Fremdsprache nicht auf Kosten der Deutschen Sprache geschehen, welche zuerst korrekt gelernt werden solle, finden die befragten Eltern ausserdem.

Aus den vielen Antworten zur Umfrage lässt sich aber auch schliessen, dass sich die Eltern in einigen Punkten sehr einig sind: das Erlernen der Fremdsprachen soll die Kinder nicht überfordern, es soll Freude machen, spielerisch und kreativ stattfinden und früh vermittelt werden. Deswegen jedoch das Schulsystem an den schwächeren Schülern auszurichten und die 80 % leistungsstarken Schulkinder zu benachteiligen, kann nicht im Sinne hoher qualitativer Bildung sein.

Das HarmoS-Konkordat schreibt vor, dass die Sprachregionen ihre Lehrpläne harmonisieren müssen. Für die Primarstufe sind zwei Fremdsprachen vorgesehen. In der Folge hat der Kanton Zürich seither einen zweistelligen Millionenbetrag in die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen sowie in die Entwicklung neuer Lehrmittel investiert. Diese Investitionen sollen nicht vergebens gewesen sein. Die Schweiz ist ein mehrsprachiges Land. Diese Tradition und Kultur gilt es zu hegen und zu pflegen. Den Kindern soll ein möglichst früher Kontakt mit Fremdsprachen ermöglicht und das Bewusstsein für die Mehrsprachigkeit in unserem Land geweckt werden. Deshalb Nein zur Fremdspracheninitiative.»

Die Gegenstimme finden Sie hier.

Autor: Christian
Saggese

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare können nur von registrierten Benutzern erfasst werden. Gehe zur Registrierung.