Winterthur

Kunst aus aller Welt in idyllischer Natur

Kunst und Natur im Einklang. An der fünften Biennale wird diese Verbindung im Kulturort Weiertal zur Realität. Die Werke stehen dieses Jahr unter dem Motto Refugium. Wie vielbedeutend dieses Thema ist, zeigt die Spannbreite der künstlerischen Interpretationen.

von
Tina
Schöni
Uhr

Idyllisch gelegen, eingebettet in der Natur liegt rund zwei Kilometer vom Bahnhof Winterthur-Wülflingen der Kulturort Weiertal. Grüne Wiesen und Waldstücke laden dort zum Verweilen ein. Bald wird auf dem 6000 Quadratmeter grossen Park aber nicht nur die Natur, sondern Weltkunst von 20 Kunstschaffenden aus der Schweiz und dem Ausland zu bewundern sein. Am Freitag, 19. Mai, findet die Vernissage der fünften Biennale statt, die alle zwei Jahre von Mai bis September vom Trägerverein Skulpturen-Symposium Winterthur durchgeführt wird.

Kunst in die Natur einbetten

Kuratorin der Ausstellung ist Kathleen Bühler. Die 49-Jährige ist Leiterin der Abteilung Gegenwartskunst am Kunstmuseum Bern. Maja von Meiss, Präsidentin des Trägervereins, lobt ihr Engagement: «Wir haben ganz bewusst nach jemandem Ausschau gehalten, der einen engen Bezug zur Gegenwartskunst hat. Kathleen war bei der letzten Biennale Jurymitglied und ist für diese Aufgabe bestens geeignet.»

«Die Werke müssen mit der Umgebung spielen.»

(Kathleen Bühler)

Kathleen Bühler nahm die Aufgabe gerne an, auch weil sie ein Gegensatz zu ihrer sonstigen Museumsarbeit sei. «Mich hat es interessiert, was passiert, wenn man mit Kunst in der Aussenwelt arbeitet. Die Werke müssen mit der Umgebung spielen, sich darin einbetten und sich stark der Natur richten», so die Kuratorin.

Vielfältig umsetzbar

Refugium ist das diesjährige Thema der Ausstellung. Ein Begriff, der vielfältig interpretiert werden kann. So bezeichnet er einen Zufluchtsort oder Unterschlupf von Lebewesen, der Sicherheit und Deckung bieten soll. «Auch dieser Ort hier im Weiertal ist ein Refugium, weil er Teil der Natur ist und wir uns hier wohlfühlen», fügt Kathleen Bühler als Erklärung an. Der Begriff lasse sich auch auf aktuelle Themen wie die Flüchtlingspolitik interpretieren. Menschen, die fliehen, ihr vertrautes Heim verlassen und auf der Suche nach einem Refugium sind.  

Aber nicht nur politisch, auch poetisch oder spirituell sei das Motto zu verstehen. «Viele ausgewählte Künstler haben bereits Werke aus diesem Themenbereich geschaffen. Wir haben aber bewusst auch Künstler ausgewählt, die sich bisher noch nie mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben. Für sie stellte das Motto eine Herausforderung dar», verrät Kathleen Bühler.

Die Farbe Rot im Fokus

Wie gross die Vielfalt und Bedeutung des Mottos ist, zeigt sich bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Es werden kulturelle und politische Grenzen angesprochen, aber auch die Vergänglichkeit und Bedrohung vertrauter Orte. «Durch die Biennale zieht sich wortwörtlich ein roter Faden», so Kathleen Bühler. Ob das rote Auto des Künstlers Thomas Hirschhorn, oder die Stickdecke auf dem Scheunendach von Eveline Cantieni – die Farbe Rot ist immer wieder in den Kunstwerken ersichtlich. Auch die Winterthurer Künstlerin Olga Titus ist mit der Installation «Oh my» an der Ausstellung vertreten.

Künstlerin Eveline Cantieni stellt eine Stickdecke auf dem Scheunendach aus.

Die Biennale 2017 ist reichhaltig an Veranstaltungen. Es wird künstlerische und musikalische Performances, Lesungen und Filme geben. Ausserdem stehen Führungen mit den Künstlern, ein Sommerfest sowie Diskussionsforen auf dem Programm. Am Ende der Ausstellung, am 10. September, werden die besten Werke mit einem Jury- und Publikumspreis gekürt.

Autor: Tina
Schöni

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare können nur von registrierten Benutzern erfasst werden. Gehe zur Registrierung.