Winterthurer Cup-Helden

«Kein Mensch hätte mehr auf uns gewettet»

Der FC Winterthur besiegt YB im Cup-Viertelfinal sensationell im Penaltyschiessen. Auf FCW-Trainer Umberto Romanos Team wartet am Sonntag aber bereits die nächste Herausforderung.

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«Wir haben heute eine Sensation geschafft», sagte FCW-Trainer Umberto Romano nach dem Sieg gegen YB mit einem Lächeln im Gesicht. Der Zweitletzte der Challenge League besiegte den Favoriten aus der Super League im Cup-Viertelfinal nach Penaltyschiessen 5:3. Damit dürfen die Winterthurer trotz der schwierigen Tabellensituation doch noch auf einen Titel hoffen.

Dabei deutete zur Pause alles auf einen klaren Sieg des Favoriten aus Bern hin. Winterthur lag 0:2 zurück, hatte kaum Chancen im Spiel. «Kein Mensch hätte mehr auf uns gewettet», gibt auch Romano im Interview mit SRF zu. Trotzdem ging seine Taktik am Ende auf. «YB hat seit 30 Jahren keinen Titel mehr geholt», so Romano. «Die Spieler haben das im Hinterkopf, und darauf habe ich auch spekuliert.»

«Wir schämen uns»

Tatsächlich waren die Young Boys nach dem Winterthurer Doppelschlag in der 61. und 66. Minute geschockt, agierten fortan nervös und unsicher. Ab der 55. Minute hätten die Winterthurer besser gespielt, sagt YB-Captain Steve von Bergen. «Wir haben gedacht, wir müssen nicht mehr so wie in der ersten Halbzeit verteidigen.» Dafür wurden die Gastgeber bestraft. «Wir schämen uns», so von Bergen, «das darf nicht passieren.»

Damit verpasste der BSC Young Boys die Chance, nach über 30 Jahren endlich wieder einen Titel zu gewinnen. Beim letzten Cup-Sieg noch im Team der Berner: der heutige Winterthurer Assistenzcoach Dario Zuffi. «Wir kamen nach Bern, um in den Halbfinal einzuziehen», sagt er. «Und dieses Ziel haben wir erreicht.» Für ihn ist der Einzug in den Cup-Halbfinal auch wichtig, um Moral für die Meisterschaft zu tanken. Die Mannschaft habe Qualität, das habe er schon immer gewusst. «Man muss sie manchmal einfach ein wenig kitzeln.»

Schaffhausen im Nacken

Das getankte Selbstvertrauen haben die Winterthurer bitter nötig. Am Sonntag wartet Le Mont in der Meisterschaft, und es müssen dringend Punkte her, wollen die Eulachstädter nicht die rote Laterne übernehmen. Denn der letztplatzierte FC Schaffhausen hat auch das zweite Spiel im neuen Stadion gewonnen. Das Team von Murat Yakin schlug den sportlich wie wirtschaftlich schlingernden FC Wil am Mittwochabend 3:0 und verkürzte den Rückstand auf den Tabellenvorletzten Winterthur auf einen Punkt. (dak)

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