Winterthur

Im Kreisverkehr lauern Gefahren auf Radfahrer

In Winterthur sind jährlich über 100 Velofahrer in einen Unfall verwickelt. Die ­Stadtpolizei Winterthur und der Verkehrs-Club der Schweiz mahnen zur Vorsicht – besonders im Kreisverkehr.

von
Tina
Schöni
Uhr

Für Velofahrer birgt der Kreisverkehr Unfallgefahren, weil sie dort leicht übersehen werden.
(Bild: Talina Steinmetz)

Kreisel sollen im Strassenverkehr für mehr Sicherheit sorgen und den Verkehrsfluss steigern. Im Stadtgebiet Winterthur gibt es ein halbes Dutzend davon. Für Velofahrer gelten Kreisel allerdings als Gefahrenzone, wie die Stadtpolizei Winterthur und der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) warnen. «Der Anteil der schweren Kolli­sionen zwischen Auto und Velo im Kreisel ist schweizweit hoch», schreibt der VCS in einer Mit­teilung. Eine vom VCS durch­geführte Studie ergab unter an­derem, dass jeder zweite Auto- und Velofahrer die Verhaltens­regeln im Kreisel nicht richtig kennt.

«Der Anteil der schweren Kollisionen zwischen Auto und Velo im Kreisel ist schweizweit hoch.» (Verkehrs-Club der Schweiz)

Auch die Stadtpolizei Winterthur mahnt Radfahrer im Kreisverkehr zur besonderen Vorsicht. Bei mehr als der Hälfte der Unfälle trage der Velofahrer nämlich zumindest eine Teilschuld. «Velofahrer werden auf Grund ihrer schmalen Silhouette und der dunklen Kleidung oft nur schwer wahrgenommen», erklärt die Stapo Winterthur. Den Zweiradlenkern werde folglich im Kreisel der Vortritt genommen.

Tipps für mehr Sicherheit

Damit beim Befahren des Kreisels alles rund läuft, will die Stadtpolizei Winterthur die Velolenkenden deshalb mit Präventionsmassnahmen sensibilisieren. Im Kreisel brauche es vor allem Aufmerksamkeit, Vorsicht und Rücksicht gegenüber den übrigen Verkehrsteilnehmern, betont sie. «Fahrradfahrer können wesentlich zur ­Sicherheit beitragen, wenn sie mit Rücksicht den Kreisel befahren und deutliche Handzeichen geben», so die Stadtpolizei Winterthur.

Der VCS und weitere Partner mahnen mit einer Werbekam­pagne, Plakaten und TV-Spots zur «Vorsicht beim Vortritt». Es gelte, den Vortritt zu beachten, vorausblickend zu fahren und der Sicherheit zuliebe besser ­zweimal hinzuschauen. Diese Botschaft gelte für alle Verkehrsteilnehmer. Wichtig sei insbesondere aber auch, dass Velofahrende im Kreisel vom Rechtsfahrgebot abweichen und in der Mitte der Fahrbahn fahren. «Dies senkt die ­Gefahr, im Kreisel übersehen zu werden», teilt der VCS mit.

Jährlich über 100 Velounfälle

Unabhängig vom Kreisel zeigt ein Blick auf die Unfallstatistik 2016: In der Schweiz verunfallen jährlich über 800 Velofahrende und über 100 E-Biker schwer. «Bei jedem zweiten Velounfall handelt es sich um eine Kollision zwischen Auto und Velo», schreibt der VCS. Die häufigste Unfallursache sei dabei die Missachtung des Vortritts.

In der Stadt Winterthur sind gemäss der Stadtpolizei Winterthur jährlich über 100 Velofahrende in einen Unfall verwickelt. 2013 wurden 110 Unfälle registriert. 2016 ist die Zahl mit 119 Unfällen leicht angestiegen. 19 dieser Vorkommnisse hatten erhebliche oder lebensbedrohliche Folgen.          

Autor: Tina
Schöni

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