Winterthur

Gemeinsam Grosses erreichen

«Tous ensemble» heisst der offizielle SRF-Song für die Europameisterschaft. Der Freiburger Sänger Gustav liess sich beim Schreiben des Songs von der Stadionatmosphäre und der Euphorie der Fans anstecken. Er ist überzeugt: «Musik und Sport können Menschen vereinen.»

von
Carla
De-Vizzi
Uhr

Mit «Tous ensemble» ruft Sänger Gustav zum Zusammenrücken auf. (Bild: pd)

Sie durften den offiziellen SRF-Song «Tous ensemble» für die Fussball-Europameisterschaft 2016 schreiben. Wie ist es dazu gekommen?

Gustav: Ich war gerade dabei mein eigenes Album zu schreiben. Dafür habe ich mich an verschiedene Orte begeben, um mich inspirieren zu lassen. Einer davon war das Heimstadion des Eishockeyclubs Fribourg-Gottéron.

Es war mein Ziel, diese vollgeladene und mitreissende Fan-Atmosphäre in einem meiner Songs spürbar zu machen. Als ich vom SRF angefragt wurde, hatte ich also ohnehin schon eine Idee. Da musste ich nur noch einen passenden Text zur EM liefern.

Was hat Sie bei der Komposition des Songs inspiriert?

Der Gedanke über Grenzen und Kulturen hinweg Grosses zu erreichen und Menschen zusammenzubringen, war mir bei diesem Song besonders wichtig. Ein gutes Beispiel ist die Schweizer Nationalmannschaft. Alle Spieler sind Schweizer, haben jedoch unterschiedliche Herkünfte. Friedrich Schiller sagte einmal: «Gemeinsam sind auch die Schwachen stark.»

Es ist ein Vorteil, multikulturell zu sein. Menschen, die nur für sich sein wollen, sind verbohrt. Die heutigen globalen Umstände lassen es nicht mehr zu, dass sich jeder hinter seiner Grenze verschanzt. Da Musik und Sport das Potenzial haben, Menschen zu vereinen, wollte ich die Chance mit meinem Song nutzen. Leider kann der Sport jedoch auch Menschen trennen, wie die Fans von England und Russland gezeigt haben.

Was haben Sie für Reaktionen auf «Tous ensemble» erhalten?

Vorwiegend gute. Natürlich gibt es immer Kritiker, die Schweizer sind ja fürs Nörgeln bekannt (lacht). Am meisten wurde die Banalität des Songs kritisiert, was für mich unverständlich ist. Es ist ein Fussballsong, der die grosse Masse ansprechen soll und bei dem jeder mitsingen kann.

Die Schulkinder dagegen lieben das Lied. Bei meinem Projekt «Gustav à l’école» besuche ich Schulklassen und bringe ihnen einen Song bei. Viele Kinder haben mich auf den Song angesprochen und wollten ein Autogramm. Das freut mich natürlich.

Für das Album haben Sie sich von Orten inspirieren lassen, die mit Ihrem Leben zusammenhängen. Sind Sie ein emotionaler Mensch?

Ja sehr. Ich bin Musiker, ich mache alles mit Emotionen. Wenn es um Musik geht, muss ich mich von meinen Gefühlen leiten lassen.

In jedem Lied des Albums ist das Leben in seiner Vielfalt und Herausforderung zu spüren. Welche Hürden sprechen Sie an?

Das Album handelt von tiefgreifenden Themen. Das Leben ist von Höhen und Tiefen geprägt und es gibt unzählige Hürden, die man meistern muss. Viele meiner vorherigen Lieder waren fröhlich und unbeschwert. Deshalb wurde es Zeit, Songs zu schreiben, die zum Nachdenken anregen.

Welche Schwierigkeiten bestimmen Ihr Leben?

Die grösste Hürde ist es, Beruf, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bringen. Das Phänomen, dem Druck nicht Stand zu halten, überall abliefern zu müssen, beobachte ich auch in meinem Umfeld.

Autor: Carla
De-Vizzi

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