Geschäftsführer FC Winterthur

«Fussball ist kein Bandenkrieg»

Leider geben auch Tage nach dem Zürcher Derby in Winterthur nicht die sportlichen Ereignisse zu reden. Nach den Ausschreitungen rund um das Challenge-League-Spiel äussert sich FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli.

von
Mike
Gadient
Uhr

Ein Schwerverletzter, explodierte Böller auf dem Spielfeld und den Zuschauerrängen sowie Scharmützel am Bahnhof – das ist die traurige Bilanz nach dem Derby auf der Schützenwiese.  Die Polizei hat mehrere Strafverfahren eingeleitet und Stadionverbote ausgesprochen (wir berichteten). Andreas Mösli, Geschäftsführer des FC Winterthur, findet nach den Vorfällen deutliche Worte: «Fussball ist verdammt wichtig, aber ganz sicher kein Bandenkrieg.» Und Böller seien ein erbärmliches, hinterhältiges Mittel zur Machtausübung, das nur denjenigen befriedigt, der den Böller zündet.  

In seinem Facebook-Post stellt Mösli klar, dass sich der Verein und die im Fanrat organisierten Fangruppen in aller Form von den Ereignissen distanzieren und hoffen, dass der oder die Täter möglichst rasch erwischt werden.  

Zuschauer hielten Böllerwerfer fest

9200 Zuschauer hatten am Samstagabend den Weg auf die Schützenwiese gefunden. Für das Fussballfest habe der FCW viel Lob erhalten, so Mösli. «Leider haben ein paar ganz wenige nicht begriffen, dass diese tolle Atmosphäre und Kultur der Toleranz nur dann aufrechterhalten werden kann, wenn sich alle Beteiligten an gewisse Leitplanken halten.»

Ermutigend war für Mösli die Reaktion des Publikums nach dem ein Böller auf die Haupttribüne flog und dabei einen 10-Jährigen verletzten. Zuschauer liessen den Böllerwerfer auf der Ost-Tribüne nicht entkommen und übergaben ihn den Sicherheitsleuten. «Es ist im Stadion wie im echten Leben: Wer auf Dauer Freiheit in Anspruch nehmen will, muss Verantwortung übernehmen», sagt Mösli.

Autor: Mike
Gadient

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