FC Winterthur - FC Zürich

FCZ-Fan ausser Lebensgefahr – Polizei erteilt Stadionverbote

Der am Kopf schwer verletzte FCZ-Fan ist ausser Lebensgefahr und der Petardenwerfer kann keiner Fangruppierung zugeordnet werden – die Polizei informiert nach dem Zürcher Derby in Winterthur über die Vorfälle. Stadionverbote seien ausgesprochen worden.

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Ein 27-jähriger Mann wollte am Samstagabend nach dem 3:0-Sieg des FC Zürich in Winterthur zusammen mit den FCZ-Fans zum Extrazug. Plötzlich wird er von einem Metallteil am Kopf getroffen und schwer verletzt (wir berichteten). Eine unbekannte Person hatte im Parkhaus beim Bahnhof eine Gitter-Schachtabdeckung auf eine Fangruppe geworfen.

Zeugen gesucht

Der FCZ-Fan musste ins Spital gebracht werden und lag dort eine gewisse Zeit auf der Intensivstation. Nun bestätigt ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich gegenüber Radio Top, dass der Mann mittlerweile ausser Lebensgefahr ist. Weitere Informationen konnte die Polizei jedoch nicht geben. «Die Ermittlungen laufen», so der Sprecher. 

Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Zürich untersuchen jetzt diese Tat. Personen, die Angaben zum Vorfall machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei in Verbindung zu setzen (Tel.: 044 247 22 11). 

«Böller» flog auf Haupttribüne

Nach diesem Vorfall suchten Zürcher Fans weitere Konfrontationen mit Fangruppierungen und der Polizei. Als die Polizisten mit Steinen beworfen wurden, setzten diese Gummischrot ein, wie die Stadtpolizei Winterthur am Montagnachmittag mitteilt.

Im Verlauf des Wochenendes wurden der Stadtpolizei weitere Vorfälle gemeldet:

  • Während des Fanmarsches (Ankunft) wurden zivile Polizisten aus dem Pulk heraus massiv beschimpft und bedroht.
     
  • Im Verlauf des Spieles kam es zu einzelnen tätlichen Übergriffen innerhalb des Stadions. In einem Fall wurde ein 63-Jähriger durch einen Faustschlag im Gesicht getroffen und leicht verletzt.
     
  • In der 85. Spielminute wurde von den Zuschauerrängen aus ein «Böller» auf das Spielfeld geworfen. Der betroffene FCW-Spieler Patrik Schuler blieb unverletzt. Ein 20-jähriger Tatverdächtiger konnte durch den Sicherheitsdienst weggebracht und seine Personalien festgehalten werden. Er kann derzeit keiner Fangruppierung zugeordnet werden.
     
  • Ein weiterer «Böller» flog vom Zürcher Fansektor aus auf die Haupttribüne. Dabei wurde angeblich ein 10-jähriger Junge verletzt. Weitere Abklärungen sind im Gang.
     
  • Bei den Scharmützeln am Hauptbahnhof wurde im Bereich der Milchrampe ein Winterthurer durch einen Zürcher-Fan tätlich angegangen und verletzt. Der 20-jährige Mann erlitt eine Riss-Quetsch-Wunde.

Weitere Ermittlungen laufen

Wie die Stadtpolizei informiert, wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet und Stadionverbote ausgesprochen. Derzeit laufen noch weitere Ermittlungen.

Nebst der Stadtpolizei Winterthur standen die Transportpolizei, Szenekenner der Stadtpolizei Zürich, Schutz & Intervention Winterthur sowie der Rettungsdienst Winterthur im Einsatz. (mig)

Kommentare

Der Tatverdächtige (Böller) wurde weggebracht und seine Personalien festgestellt. Heisst, er wurde umgehend wieder freigelassen. Keine Hausdurchsuchung, er darf seine restlichen Böller behalten. Und - falls es überhaupt zum Prozess kommt - wird er mit einer bedingten Busse von höchstens CHF 200.00 belohnt. Gerichtskosten und Kosten für den Pflichtverteidiger zulasten Staatskasse (Steuerzahler). Die Opfer müssen für die erlittenen gesundheitlichen Schäden zum grössten Teil selber aufkommen. Versicherungen werden in naher Zukunft ohnehin nicht mehr bezahlen: Denn wer ein Fussballspiel besucht, setzt sich fahrlässig einer gesundheitlichen Gefährdung aus.

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